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Landwirtschaftliche Einkommen nach Regionen

Direktzahlungen und Subventionen: Wo bekommen die Bauern am meisten?

feldarbeit.
am Dienstag, 11.05.2021 - 09:35 (Jetzt kommentieren)

Ein erheblicher Teil des bäuerlichen Einkommens sind Direktzahlungen und Subventionen. Im Durchschnitt aller Haupterwerbsbetriebe waren es zuletzt 42 Prozent.

direktzahlungen.

Das Ziel der so genannten entkoppelten Zahlungen ist folgendes:

  1. Einerseits sollen damit die extremen Schwankungen der Agrarpreise ausgeglichen werden und 
  2. anderseits sind diese Gelder Zuschüsse für gesellschaftliche Leistungen der Bauern, die nicht über den Markt bezahlt werden.

So viel zur Theorie. Praktisch sind viele Betriebe auf diese Mittel angewiesen, um über die Runden zu kommen. Dass es dabei Unterschiede zwischen den Betriebsformen – etwa Ackerbau, Milch und Veredlung gibt, liegt auf der Hand. Etwas überraschend ist jedoch: Auch zwischen den Bundesländern gibt es zum Teil beträchtliche Unterschiede in der Höhe des Gesamtzahlungen – obwohl die Basisprämie - und auch die sonstigen Prämienbestandteile eigentlich für alle Bundesländer gleich sind.

Neben der Basisprämie gehört die sogenannte Greeningprämie zu den Grundbestandteilen der Zahlungen. Sie zwingt die Bauern dazu, mindestens 5 Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen auszuweisen. Weitere Bestandteile sind: Die sogenannte Umverteilungsprämie für kleine Betriebe und auch die Junglandwirtprämie.

Folgende Prämiensätze werden bundesweit einheitlich je ha ausgezahlt:

  • Basisprämie: 173,16 Euro
  • Greeningprämie: 84,74 Euro
  • Umverteilungsprämie bis 30 ha: 50,82 Euro
  •  Umverteilungsprämie mehr als 30 bis 46 ha: 30,49 Euro
  • Junglandwirteprämie bis 90 ha: 44,27 Euro

Die Frage ist nun: Wie entstehen die überraschend großen Unterschiede zwischen den Ländern in der Höhe der Subventionen (bezogen auf die Fläche)?

Hohe Umweltzahlungen im Süden – wenig im Norden

Subventionen..

Ein Grund sind die die übrigen Zuschüsse, die unterschiedlicher Höhe an die Landwirte fließen. Gemeint sind: staatliche Zins- und Investitionszuschüsse, die Agrardieselvergütung, die Ausgleichszulage in benachteiligten Gebieten – und nicht zu vergessen: Mittel für Agrarumweltmaßnahmen. In der Summe ergeben sich dadurch zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede – sowohl in der absoluten Höhe der Zuschüsse und Subventionen, als auch im Anteil der Zuschüsse am Einkommen der Betriebe.

Schaut man einmal auf die absolute Höhe der Zahlungen ergibt sich ein eindeutiges Ranking zwischen den Bundesländern: Ganz an der Spitze der Zahlungsempfänger – bezogen auf die Zuschüsse je Hektar LN – liegen Bayern und Baden-Württemberg mit 508 und 461 Euro je Hektar – am unteren Ende der Skala rangieren Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit 347 und 369 Euro je Hektar.

Ein Grund für den großen Unterschied sind die deutlich höheren Zuschüsse für Agrarumweltmaßnahmen die in Bayern und Baden-Württemberg, mit einem Anteil von knapp 20 Prozent an allen Zahlungen. Der Anteil ist mehr als doppelt so hoch wie etwa in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein  – mit gerade einmal 5 bis 10 Prozent.  

Allerdings ist der Anteil der Subventionen am Einkommen der Bauern in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auch ingesamt erheblich geringer als im Süden, wo die Betriebe im Schnitt deutlich kleiner sind und auch die Zahl der Nebenerwerbslandwirte weitaus höher ist als im Norden.

Nach den Daten des BMEL kamen die Bauern in  Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf einen Anteil der Subventionen am Einkommen (Gewinn + Personalaufwand) von etwa 30 Prozent – im den beiden Südländern – aber auch in Schleswig-Holstein – stammt hingegen fast die Hälfte des bäuerlichen Einkommens aus Subventionen.

Hoher Subventionsanteil im Osten – Ausgleichszulage ist wichtig

Anteil der Agrarumweltmaßnahmen an Subventionen in Deutschland

Noch höher als in Bayern oder Schleswig-Holstein sind die Anteile der Subventionen am betrieblichen Einkommen der Haupterwerbsbetriebe in Ostdeutschland. Das ostdeutsche Bundesland mit dem geringsten Subventionsanteil am Einkommen ist Mecklenburg-Vorpommern – trotzdem machen die Subventionen dort zwei Drittel des Einkommens aus – sagen die BMEL-Daten!

Etwas überraschend ist dabei auch, dass die Bauern in einigen ostdeutschen Ländern anteilmäßig auch bei den Agrarumweltmaßnahmen deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen. Im Fall von Sachsen und Thüringen kommen immerhin 19 Prozent und in Brandenburg noch 17 Prozent der Zuschüsse aus Agrarumweltmaßnahmen. Im Bundesdurchschnitt flossen zuletzt 13 Prozent der Zahlungen für Umweltmaßnahmen – mit seit dem Jahr 2015 kräftig steigender Tendenz.

Trotz des hohen Subventionsanteils am Gesamt-Einkommen, rangieren die Bauern in einigen ostdeutschen Ländern – in der absoluten Höhe der Subventions-Zahlungen aber am unteren Ende des Länder-Rankings – so bekommen die Bauern in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen insgesamt nur 334 und 335 Euro je Hektar - und damit deutlich weniger als die Kollegen im Süden.

Große Unterschiede gibt zwischen den Ländern außerdem auch bei der sogenannten Ausgleichzulage: Diese soll die dauerhaften Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in benachteiligten Gebieten unterstützen und so zur Erhaltung der Landschaft beitragen. Die höchsten Sätze sind hier in ebenfalls in Bayern zu finden – mit deutlichem Abstand folgen dann Thüringen, Hessen und Sachsen. Alles Länder in denen Gebirge und ähnliche Landschaften eine erheblichen Teil der Flächen einnehmen.  

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