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Produktion und Förderung

DKB-Eliteforum: Agrarpreise werden steigen

von , am
22.10.2012

Liebenberg - Optimistisch blicken die Landwirte in die Zukunft. Auf dem 7. DKB-Forum prognostizierten Wissenschaftler steigende Agrarpreise und Wettbewerbsvorteile für die europäischen Landwirte.

Optimistisch war die Stimmung beim 7. DKB Forum auf Schloss Liebenberg. © DKB
Die Grundstimmung der Teilnehmer an dem DKB-Eliteforum 2012 war optimistisch. Dazu trug nicht nur die strahlende Herbstsonne über Schloss Liebenberg, sondern auch die Beiträge der Referenten bei. Prof. Dr. Harald von Witzke, Humboldt-Uni Berlin, verkündete zu Beginn der Veranstaltung, dass es mit der "Landwirtschaftlichen Tretmühle" steigender Produktion und sinkender Preise seit einigen Jahren vorbei sei.
 
 
Alle Modellrechnungen zur globalen Marktentwicklung würden rasch steigende Agrarpreise auf Grund einer wachsenden Nachfrage ergeben. Natürlich werde der Aufschwung nicht ohne Rückschläge, Schwankungen und Risiken verlaufen, aber die Hauptrichtung stehe fest: Die Landwirtschaft gewinnt entscheidend an Bedeutung.

Europäische Landwirte profitieren von der Klimaentwicklung

Zum gleichen Schluss kam am letzten Veranstaltungstag Dr. Frank Eulenstein vom Leibnitz-Zentrum Müncheberg aus einer ganz anderen Sicht, nämlich der globalen Klimaentwicklung. Er zeigte, dass die Klimafolgen es insgesamt immer schwerer machen würden, die wachsende Bevölkerung zu ernähren. Und gerade da hätten die deutschen, ja die europäischen Landwirte insgesamt entscheidende Vorteile. Sie produzieren auch weiter in einer vom Wetter begünstigten Region, während in anderen Weltgegenden bei stark wachsender Nachfrage, die Produktion von Nahrungsmitteln vor allem wegen Wassermangels immer schwieriger werde.

Zwei Praxisbeispiele: Die Milchproduktion der Zukunft

Beispiel für den Optimismus von Landwirten waren die Schilderungen von zwei Milchproduzenten: Herbert Hardege berichtete, wie sich sechs niedersächsische Landwirte geeinigt haben, gemeinsam einen neuen Kuhstall mit 600 Plätzen zu bauen. In der Plesse Milch Gmbh & Co.KG Ebergötzen arbeiten sie zusammen, um für die Milchproduktion der Zukunft Bedingungen zu schaffen, die sie einzeln nicht erreichen könnten. Der moderne Kuhstall wird durch eine Biogasanlage ergänzt.
 
Thorsten Kerzel, Geschäftsführer der Gut Trossin Verwaltungsgesellschaft mbH in Sachsen, schilderte, wie das von ihm geführte Unternehmen seinen Platz im Wettbewerb der Milchproduzenten behaupten will. Mit einem Neubau soll die Zahl der Milchkühe - in Trossin werden heute schon 1.250 Kühe gemolken - nahezu verdoppelt werden. Möglich sei ein solcher großer Schritt in die Zukunft nur für den, der Leistung, Tiergesundheit und Kosten im Griff habe, meinte Kerzel.
 
Der Wettbewerb in der Milchproduktion werde sich auch mit dem Wegfall der Milchquote verstärken und da müsse man zur Spitze gehören, wenn man sich behaupten will. Der junge Betriebsleiter verwies aber auch auf zahlreiche Hürden, vor allem im Genehmigungsverfahren, die den Elan investitionswilliger Landwirte bremsen.
 
 
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