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Produktion und Förderung

Donau: Niedrigwasser behindert Getreideexport

von , am
28.08.2012

Hitze und Trockenheit in Südosteuropa drücken nicht nur die Erwartungen an die bevorstehende Maisernte in Rumänien, Ungarn und Serbien nach unten.

Die Donau führt momentan extrem wenig Wasser: Bei Rumänien erreicht der Wasserstand nur noch 60 Prozent des langjährigen Mittels. © scarlet61/Fotolia.com
Zusätzlich hat die Hitzewelle auch zu extremen Niedrigwasser an der unteren Donau geführt und beeinträchtigt damit den Transport von Getreide sowohl zum Schwarzen Meer als auch nach Westeuropa.

Rumänien mit extremer Trockenheit

Wie das Hydrologische Institut Rumäniens Ende August mitteilte, liegt der Wasserstand des wichtigsten südosteuropäischen Transportweges für Getreide und andere Schüttgüter auf extrem niedrigem Niveau. Beim Eingang nach Rumänien erreicht der Wasserstand der Donau etwa 60 Prozent (%) des langjährigen Mittels. In Rumänien selbst beträgt der Wasserstand aufgrund der extremen Trockenheit sogar nur 30 bis 50 % des langjährigen Mittels.
 
Damit ist der Transport von Mais und anderen Getreidearten erheblich eingeschränkt beziehungsweise kaum noch möglich, auch wenn die Ernten in fast allen südosteuropäischen Ländern deutlich unter den Erwartungen bleiben werden und deshalb auch weniger Exporte - sprich Transporte - erlauben. 

Auch Ungarn und Serbien betroffen

Neben Rumänien sind vor allem Serbien und Ungarn vom Niedrigwasser betroffen. Serbien als wichtiger Maisexporteur der Region exportierte in den letzten Jahren zwischen 1,5 und zwei Millionen Tonnen (Mio. t) Mais. Exportiert wurde das Getreide über die Donau bzw. das Schwarze Meer. Größte westeuropäische Abnehmer von serbischem (und rumänischem) Mais sind Italien und Spanien. Der Export in andere Balkanländer wie Montenegro, Kroatien, Bosnien und Albanien erfolgte auch über die Straße.
 
Wirklich erkennbar wird das Ausmaß der Hitzewelle in Südosteuropa (sowie des Niedrigwassers der Donau) wohl erst mit der Maisernte der Donau-Anrainer von September bis Oktober sein.

Export über rumänischen Schwarzmeerhafen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Bereits im letzten Jahr hatte in der Region eine ähnlich ausgeprägte Trockenperiode den Transport von Getreide entlang der Donau erheblich erschwert. Ganz besonders betroffen war damals wie heute Rumänien. Gut 1.000 Kilometer der insgesamt etwa 2.860 km langen Donau fließen durch rumänisches Territorium. Für den Getreideexport Rumäniens und auch der übrigen südlichen Donauanrainer hat zudem der rumänische Schwarzmeerhaften Constanta erhebliche Bedeutung. Dieser ist nur über die Donau zu erreichen. Nach den Angaben des in Bukarest ansässigen USDA-Büros, lag der Getreideanteil an allen vom Schwarzmeerhafen Constanta verschifften Schüttgütern im ersten Quartal 2012 bei gut einem Viertel.
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