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Produktion und Förderung

Düngemittelmarkt: Es könnte Versorgungslücken geben

von , am
09.03.2012

Die Versorgung mit Dünger ist eng. "Die Landwirte sollten sich nun mit Ware eindecken, damit pünktlich zum Bedarf geliefert werden kann“, rät Ralf Dinter, Agravis Raiffeisen AG, in einem Interview.

Ralf-Georg Dinter, Bereichsleiter Düngemittel Agravis Raiffeisen AG © Agravis Raiffeisen AG
Wie sieht die aktuelle Situation auf dem Düngemittelmarkt aus?
 
Ralf Dinter: In diesem Frühjahr sind beim deutschen Handel deutlich weniger Düngemittel als in den vorangegangenen Jahren eingelagert. Im Zeitraum von Juli bis Dezember des vergangenen Jahres wurden deutschlandweit 15 Prozent weniger Stickstoffdüngemittel als im Vorjahr ausgeliefert. Auf dem internationalen Markt steigt zurzeit der Preis für Harnstoff stark an. Das alles sorgte für Kaufzurückhaltung im Handel und weniger eingelagerte Ware.
 
Was bedeutet das für die Landwirtschaft – wird es in den kommenden Wochen zu Engpässen kommen?
 
Ralf Dinter: Es könnte eine Versorgungslücke bei bestimmten Stickstoffdüngemitteln entstehen, die bei einer kurzfristigen, erhöhten Nachfrage zu Beginn der Düngesaison nicht sofort geschlossen werden kann – sofern der Bedarf ähnlich hoch sein sollte wie im vergangenen Jahr.
 
Was empfehlen sie den Landwirten bei der jetzigen Marktsituation?
 
Ralf Dinter: Die Preise für Düngemittel werden für die nächsten Wochen stabil bleiben. Die Landwirte sollten sich nun mit Ware eindecken, damit die Ware auch pünktlich zum Bedarf geliefert werden kann beziehungsweise zur Verfügung steht.
 
Wie stellt sich die Lage auf den internationalen Märkten dar?
 
Ralf Dinter: Aufgrund der hohen Rohstoffpreise und der guten Preise für Agrarprodukte gehen wir davon aus, dass die Nachfrage nach Düngemitteln weiter steigen wird. Ob damit auch die Preise weiter steigen, ist sicherlich fraglich; auf jeden Fall bleiben die Düngemittelmärkte volatil.
 

Video: Mehr Selbstbewusstsein für die Landwirtschaft

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