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Produktion und Förderung

DüngeVO: Das sind die Auswirkungen auf den Ackerbau

© agrar-press
von , am
13.05.2015

Welche Folgen hat die Düngeverordnung auf den Ackerbau? Sinkende Erträge und einen höheren Aufwand an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln im Frühjahr, lautet die Antwort auf der Ackerbautagung des DBV in Berlin.

Die Düngeverordnung beinhaltet längere Sperrfristen und verschärfte Vorgaben bei der Ausbringung. © Werkfoto
Am 12. und 13. Mai 2015 findet in Berlin die 3. Ackerbautagung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) statt. Am ersten Veranstaltungstag spielte auch die Düngeverordnung eine Rolle. Als Redner wurde Dr. Hansgeorg Schönberger, Geschäftsführer N.U. agrar GmbH eingeladen. Er referierte über die Auswirkungen der Düngeverordnung auf den Ackerbau in Deutschland. Sein Fazit lautete am Ende: "Die Katze beißt sich in den Schwanz." Nämlich dann, wenn durch einen verringerten Stickstoffeinsatz mehr Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

Weniger Phosphor, weniger Ertrag

Laut Schönberger wird sich die Verringerung der P-Zufuhr auf gut versorgten Böden zunächst nicht groß auswirken. Allerdings sei der Saldo schon heute auf vielen Standorten negativ, was sich schon jetzt auf das Ertragsniveau auswirke. Problematisch werde es vor allem auf schwach versorgten Böden, die nicht mehr aufgedüngt werden können, erklärt Schönberger. Die Ertragsfähigkeit werde abnehmen und könne auch durch den züchterischen Fortschritt nicht kompensiert werden.

Verbot der N-Düngung im Herbst, mehr Pflanzenschutz im Frühjahr

Wird Gülle künftig nur noch im Frühjahr ausgebracht, ist das laut Schönberger nur für den Mais optimal. Beim Getreide nehme die Humusqualität durch Unterlassung der Strohausgleichsdüngung ab. Dadurch büße der Humus seine Funktion als Nährstofflieferant ein. Für trockene Gebiete prognostiziert Schönberger deutliche Ertragsrückgänge durch eine unzureichende Vorwinterentwicklung und einen ungenügende Wurzelausbildung. Die Folge sei ein erhöhter Bedarf an N-Düngung im Frühjahr, was den Krankheitsdruck deutlich erhöht und einen höheren Pflanzenschutzaufwand zur Folge hat.
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