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Produktion und Förderung

Düngung: Intensivierung kann sich lohnen

von , am
04.03.2011

München/Bonn - Die Düngerpreise sind trotz Unruhen in Nordafrika stabil. Wegen guter Erlösaussichten für Getreide und Ölsaaten kann sich eine Intensivierung lohnen.

Die richtige Einstellung beim Düngerstreuer hängt von den Streufähigkeiten des Düngers ab. © landpixel
Die derzeitigen Witterungsbedingungen sind perfekt für die Ausbringung von Dünger. "Vielerorts haben die Landwirte bereits die erste Düngergabe ausgebracht und sind bereits überwiegend für die zweite Gabe mit Stickstoffdünger eingedeckt", erklärt Leif Erik Rehder, Düngerexperte bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) im Interview mit agrarheute.com.

Positive Aussichten für Getreide und Ölsaaten

Trotz der hohen Betriebsmittelkosten kann Rehder kein Sparen der Landwirte beim Düngerkauf feststellen. " Die positiven Erlösaussichten für Getreide und Ölsaaten sorgen für einen nachfrageintensiven Frühling. Vor allem Kali und Kalkammonsalpeter, der aktuell 300 Euro je Tonne kostet, sind derzeit kaum auf dem Markt greifbar."  Die Preise für Düngemittel sind derzeit sehr fest. Lediglich die Kursschwankungen am Weizenmarkt haben für ein wenig Unruhe gesorgt. Doch gerade wegen der guten Aussichten lohnt es sich momentan, den Anbau zu intensivieren.

Unruhen in Nordafrika beeinflussen Markt derzeit noch nicht

Die Unruhen in Nordafrika haben laut Leif Erik Rehder nur einen geringen Einfluss auf den Düngermarkt. "Kurzfristig kam es in Ägypten und Libyen wegen der Unruhen zu Produktionsstopps und behinderten Transporten. Dadurch wurden die festen Preise nur gestützt. Grundsätzlich sind diese Länder für den europäischen Markt nur am Rande interessant", erklärt der AMI-Experte. Libyen sei hauptsächlich als Öllieferant wichtig. Wenn die Situation dort weiter ungeklärt ist, kann dies durchaus Auswirkungen auf dem deutschen Markt haben. "Der Düngemittelpreis hängt vom Energiepreis ab, was sich vor allem auf den Preis von Stickstoffdünger auswirken kann", so Rehder.

Expertentipp: Einkauf splitten

Als Tipp für die Landwirte beim Kauf von Dünger rät er, den Einkauf in 1/3 bis 1/4 der benötigten Jahresmenge zu splitten. „Erfahrungen der letzten Jahre zeigten, dass dadurch das Risiko minimiert werden kann. Wer noch nicht ausreichend versorgt ist, sollte wegen dem knappen Angebot zügig den Kauf in Angriff nehmen“ rät der Experte. 

Das gesamte Interview mit dem AMI-Düngeexperten Leif Erik Rehder finden Sie in unserer Mediathek als Podcast. anhören...


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