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Betriebsergebnis

Dürre-Insolvenzen: Das dicke Ende kommt noch

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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
19.02.2019

Das extreme Dürrejahr 2018 hat die landwirtschaftlichen Betriebe wirtschaftlich schwer belastet.

Wer aber davon ausging, dass sich die Zahl der Insolvenzen in der Landwirtschaft dadurch bereits 2018 sprunghaft erhöhen würde, hat sich offenbar geirrt. Das wird wohl erst mit einiger Verzögerung in diesem Jahr geschehen, erwartet etwa der Finanzdienstleister CRIFBÜRGEL.

Im zweiten Halbjahr 2018 haben jedenfalls nicht viel mehr landwirtschaftliche Betriebe Insolvenz angemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch im Gesamtjahr 2018 sind nur geringfügig mehr landwirtschaftliche Betriebe zahlungsunfähig geworden als 2017.

Dabei war das Jahr 2017 nach den Daten des Statistischen Bundesamtes das Jahr mit den bisher wenigsten Unternehmens-Insolvenzen in der Landwirtschaft. 

Dürrefolgen werden erst 2019 sichtbar

Insolvenzen nach Jahren

Im Jahr 2017 hatten lediglich 109 landwirtschaftliche Unternehmen Insolvenz angemeldet. Das war der niedrigste Wert seit mindestens 10 Jahren. Im Jahr 2018 gibt es trotz des extremen Dürresommers kaum mehr Insolvenzen als 2017.

Auch im langjährigen Vergleich ist der erwartete Wert sehr niedrig. Im zweiten Halbjahr 2018 waren die monatlichen Insolvenzen ebenfalls nur geringfügig höher als 2017 und zugleich deutlich niedriger als in den Jahren zuvor. Aber wahrscheinlich kommt das dicke Ende erst noch.

Eine Analyse des Finanzdienstleisters CRIFBÜRGEL zeigte jedenfalls, dass sich die Folgen des Dürresommers auf jeden Fall negativ auf die Finanzkraft der landwirtschaftlichen Unternehmen ausgewirkt haben. Nicht wenige Betriebe müssen offenbar von Substanz oder von den Rücklagen leben. Dabei sind nicht nur die Erlöse wegen der sehr kleinen Ernte weggebrochen. Auch die Kosten sind im zweiten Halbjahr 2018 rasant gestiegen und nehmen die landwirtschaftlichen Betriebe auch von dieser Seite in die Zange.

Insolvenzgefährdung nimmt deutlich zu

Der Finanzdienstleisters CRIFBÜRGEL erwartet auf der Grundlage des von ihm ausgewerteten Datenmaterials im laufenden Jahr 2019 deutlich mehr Insolvenzen in der Landwirtschaft. Im Zeitraum von August bis November 2018 ist die Zahl der insolvenzgefährdeten landwirtschaftlichen Unternehmen bereits um 11,1 Prozent angestiegen. Danach gelten 5.049 landwirtschaftliche Betriebe als finanzschwach und haben derzeit ein erhöhtes Insolvenzrisiko.

Trotz der negativen Entwicklung im zweiten Halbjahr 2018 zeigt sich die Landwirtschaft jedoch grundsätzlich finanzstärker und robuster als die Gesamtwirtschaft, kommentiert CRIFBÜRGEL die Situation. Während in der Landwirtschaft nur 5,2 Prozent der Unternehmen als insolvenzgefährdet gelten, sind es in der Gesamtwirtschaft immerhin 8,4 Prozent. Auch der durchschnittliche Bonitätsindex weist nach CRIFBÜRGEL in der Landwirtschaft einen besseren Wert auf als in der Gesamtwirtschaft.

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