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Produktion und Förderung

Dürre nun auch in Osteuropa

von , am
25.07.2012

Hitze und Trockenheit bestimmen nun auch die Nachrichten in Kasachstan, Russland und der Ukraine. Die Dürre lässt die Ernteprognosen sinken und die Big Player zum Unsicherheitsfaktor werden.

An der Matif notierte der Weizen gestern wieder bei über 170 Euro je Tonne. © hapo/landpixel
Wie die USA sind nun auch die Big Player am Weltmarkt Russland, Kasachstan und die Ukraine von einer schweren Dürre betroffen. Die kasachische Regierung ging in ihrer jüngsten Prognose von 14 auf 12,8 Millionen Tonnen (Mio.t)  nach unten. 2011 wurden in dieser zentralasiatischen Kornkammer 27 Mio. t Getreide eingebracht.
Das kasachische Agrarministerium will die betroffenen Bauern und Unternehmen des Landes unterstützen.
Das Agrarministerium hat deshalb ein Maßnahmepaket erarbeitet, das den Landwirten bei der Saatgut-Verteilung, der Verlängerung von Krediten und der Senkung von Futterkosten helfen soll. Ein Hauptproblem ist derzeit die Versorgung des Viehs mit ausreichend Futter.

Getreideernte in Russland schrumpft

Auch das russische Agraressort revidierte seine Ernteprognose von zuletzt 85 Millionen Tonnen (Mio. t.) auf 80 bis 85 Mio. t Getreide nach unten. Der Analyst SovEcon spricht sogarg von nur 78,5 bis 81,5 Mio. t. Im Jahr 2011 wurden noch 94,2 Mio. t Getreide geerntet.
 
Der internationale Getreiderat IGC in London sieht Russlands Weizenernte 2012 mit 49 Mio. t gegenüber 2011 um 13 Prozent (%) im Minus. Laut SovEcon würde sich das Exportpotenzial Russlands gegenüber den 28,1 Mio. t von 2011/12 für 2012/13 auf 13 bis 14 Mio. t Getreide (davon 10 Mio. t Weizen nach 21 Mio. t in 2011/12) mehr als halbieren.
 

Unsichere Ernteprognosen der Big Player

Der Schwarzmeerraum mit Russland, Kasachstan und der Ukraine gilt als ein weiterer Big Player am Weltmarkt - vor allem beim Weizen. Zusammen brachten sie es 2011/12 auf 37 Mio. t Weizenexport. Das ist ein Anteil von 25 Prozent am Weizenweltmarkt.
Mit klimatisch bedingten extremen Ertragsschwankungen spielen sie aber eine unsichere Rolle für die Versorgung der hungrigen Weltmärkte.
Für die kommenden Tage bis 28. Juli wird für die Ukraine, Rumänien und Russland weiterhin sehr heißes und trockenes Wetter vorhergesagt.

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