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Steuer und Finanzen

Einkommen der EU-Landwirte sinken um 1,3 Prozent

© Rainer Sturm
von , am
14.12.2013

Luxemburg - Das landwirtschaftliche Realeinkommen je Arbeitskraft ist in der EU-28 im Jahr 2013 um 1,3 Prozent (%) gesunken, wie das statistische Amt der Europäischen Union, Eurostat, mitteilte.

Crowdfunding: Auch wenn die Beträge der Geldgeber im Internet gering sind, kann ein schönes Sümmchen entstehen. © Thomas Weißenfels/aboutpixel.de
Dieser Einkommensrückgang, der auf einer ersten Schätzung basiert, ergibt sich aus einer Abnahme des Agrar-Realeinkommens (-2,1 %) in Verbindung mit einer Verringerung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-0,9 %). Konkret ist das Minus hauptsächlich auf einen stärkeren Anstieg der realen Vorleistungskosten (+0,8 %) als auf den Wert der Agrarproduktion zu Erzeugerpreisen (+0,1 %) zurückführen.
 
Wie Eurostat berichtet, ist der Agrarverdienst je Arbeitskraft in den EU-Mitgliedstaaten inklusive Kroatien zwischen 2005 und 2013 um 29,2 % gestiegen, während der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz um 20,8 % fiel.

In 15 Ländern stiegen die Realeinkommen, in 13 sanken sie

Den Schätzungen zufolge ist das landwirtschaftliche Realeinkommen je Arbeitskraft im Jahr 2013 in 15 Mitgliedstaaten gestiegen und in 13 gesunken. Die höchsten Anstiege werden für die Niederlande (+11,4 %), Rumänien (+10,4 %), Spanien (+10,0 %) und Italien (+8,9 %) erwartet und die stärksten Rückgänge für Estland (-17,2 %), Frankreich (-16,4 %), Kroatien (-16,2 %) und Deutschland (-10,0 %). Für Österreich wurde ein Einkommensminus von 8,8 % ermittelt, das dem fünfhöchsten Rückgang in der EU-28 entspricht.

Sinkende Preise in der Pflanzenproduktion

Wie Eurostat mitteilt, stieg der Wert der landwirtschaftlichen Produktion zu Erzeugerpreisen der EU-28 im Jahr 2013 um 0,1 %, hauptsächlich infolge eines Anstiegs des Wertes tierischer Erzeugnisse (+1,5 %) und einer Abnahme des realen Wertes pflanzlicher Erzeugnisse (-1,1 %).  

Der Rückgang des Produktionswertes pflanzlicher Erzeugnisse ist auf eine Abnahme der Preise (-3,7 %) zurückzuführen, welche teilweise durch einen Anstieg des Produktionsvolumens (+2,7 %) ausgeglichen wurde. Das Produktionsvolumen verringerte sich für Olivenöl (-30,6 %), Zuckerrüben (-4,5 %), frisches Gemüse (-1,7 %) sowie Pflanzen und Blumen (-1,1 %), stieg jedoch für Kartoffeln (+1,1 %), Getreide (+6,1 %), Ölsaaten (+6,6 %), Obst (+6,9 %) und Wein (+7,2 %). Die Preise verringerten sich für Ölsaaten (-15,4 %), Getreide (-13,7 %), Zuckerrüben (-2,9 %) sowie Pflanzen und Blumen (-1,8 %), während sie für frisches Gemüse (+1,1 %), Obst (+2,3 %), Wein (+2,8 %), Kartoffeln (+15,2 %) und Olivenöl (+20,5 %) anstiegen.

Höhere Preise bei tierischen Erzeugnissen steigern den Produktionswert

Die Zunahme des Produktionswertes der tierischen Erzeugung ist das Ergebnis einer Erhöhung der Preise (+1,6 %), während die Produktionsvolumen stabil blieben. Letzteres verringerte sich für Schafe und Ziegen (-2,2 %), Rinder (-0,9 %) und Schweine (-0,7 %), erhöhte sich jedoch bei der Milchproduktion (+0,1 %) sowie für Geflügel (+0,9 %) und Eier (+3,7 %). Die Preise fielen für Eier (-17,2 %) sowie Schafe und Ziegen (-2,7 %), während sie für Rinder (+0,8 %), Schweine (+1,7 %), Geflügel (+2,7 %) und Milch (+5,8 %) anstiegen. Den Schätzungen zufolge erhöhten sich die Vorleistungskosten in der EU-28 real um 0,8%, hauptsächlich infolge einer Zunahme des Wertes für Futtermittel (+1,0 %), Instandhaltung von Maschinen und Geräten (+2,0 %) sowie Saat und Pflanzgut (+2,5 %).
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