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Produktion und Förderung

Einkommen von Europas Landwirten 2014 gesunken

© landpixel
von , am
16.12.2014

Das Einkommen der EU-Landwirte ist 2014 um 1,7% gesunken. Deutschland liegt mit einem leichten Plus auf Platz acht. Erhöhte Produktionsmengen aber geringere Erlöse sind Gründe für den Einkommensrückgang.

Während der Weizen für die neue Ernte gesät wird, stellt sich die Frage nach den Preisen. © Mühlhausen/landpixel
Das durchschnittliche landwirtschaftliche Realeinkommen ist 2014 in der EU28 um 1,7% gesunken. Den Schätzungen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, zufolge stieg das landwirtschaftliche Realeinkommen je Arbeitskraft heuer im Vergleich zum Vorjahr in acht Mitgliedstaaten an, während es in 20 Ländern rückläufig war.
 
Der Rückgang ergibt sich hauptsächlich aus einer Verringerung des Produktionswerts der pflanzlichen (-6%) und tierischen Erzeugung (-0,9%) in Verbindung mit einer Abnahme der realen Vorleistungskosten (-3,6%). 
 
Die Länder mit den höchsten Zuwächse sind:
  • Slowenien (+13,3%),
  • Ungarn (+9,1%),
  • die Tschechische Republik (+7,2%) und
  • das Vereinigte Königreich (+6,9%) 
Die Länder mit den stärksten Rückgängen sind:
  • Finnland (-22,8%),
  • Litauen (-19,4%),
  • Belgien (-15,2%),
  • Italien (-11%),
  • Estland (-10,9%) und
  • Dänemark (-10,1%).
Deutschland verzeichnet das kleinste Plus von 0,2% und liegt damit an achter Stelle.

Preise für Kartoffeln, Ölsaaten und Getreide stark rückläufig

Deutschland liegt mit einem Plus von 0,2% knapp über dem Durchschnitt. © Eurostat
Den vorläufigen Zahlen zufolge fiel heuer in der EU der Wert derlandwirtschaftlichen Produktion zu Erzeugerpreisen im Vergleich zu 2013 um 3,4%. Dabei kam es bei der pflanzlichen Erzeugung real zu einem Minus von 6%, während der Wert der tierischen Poduktion nur geringfügig (-0,9%) abnahm. Der niedrigere Produktionswert im Pflanzenbau resultiert aus einer starken Abnahme der Preise (-9,5%), dieses Minus konnte nur teilweise durch einen Anstieg des Volumens (+3,8%) ausgeglichen werden.

Geringere Erlöse und höheres Produktionsvolumen

Die Erlöse verringerten sich vor allem bei:
  • Kartoffeln (-24,5%),
  • Ölsaaten (-14,7%),
  • Getreide (-13,9%),
  • Zuckerrüben (-11,6%),
  • Obst (-10,7%),
  • Olivenöl (-8,2%),
  • frischem Gemüse (-6,5%),
  • Wein (-4%).
Das Produktionsvolumenstieg bei:
  • Olivenöl (+46,4%),
  • Ölsaaten (+8,2%),
  • Zuckerrüben (+6,9%),
  • Getreide (+5,9%),
  • Kartoffeln (+5,5%),
  • Frischgemüse (+1,9%) und
  •  Obst (+0,4%).
Das Produktionsvolumen sank bei:
  • Pflanzen & Blumen (-0,4%) sowie
  • im Weinbau (-2,6%).

Tierischer Produktionswert preisbedingt gesunken

Die Abnahme des Werts der tierischen Erzeugnisse erfolgte preisbedingt (-2,8%), dieses Minus konnte durch einen Anstieg des Produktionsvolumens (+1,9%) zum Teil ausgeglichen werden.
 
Einen Rückgang der Erlöse gab es bei:
  • Schweine (-6,1%),
  • Rinder (-5,2%),
  • Eier (-5%) und
  • Geflügel (-4,3%) 
Ein Anstieg der Erlöse wurde verzeichnet bei:
  • Milch (+1,2%) sowie bei
  • Schafen & Ziegen (+1,2%).
Das Produktionsvolumenerhöhte sich bei:
  • Milch (+3,6%),
  • Geflügel (+3%),
  • Rindern (+1,5%) und
  • Schweinen (+0,6%),
während sich das Produktionsvolumen verringerte bei:
  • Eiern (-0,8%) sowie
  • im Bereich Schafe & Ziegen (-1,1%).

Gesunkene Vorleistungskosten

Laut den aktuellen Schätzungen sanken 2014 die Vorleistungskosten in der EU-28 real um -3,6%.
 
Deutlich geringere Kosten gab es bei: 
  • Futtermittel (-8,1%),
  • Dünge- und Bodenverbesserungsmittel (-6,4%) sowie für
  • Energie und Schmierstoffe (-3,9%. 
Aus den genannten Zahlen errechnete Eurostat für 2014 einen Rückgang des gesamten landwirtschaftlichen Realeinkommens (-4%), welcher teilweise durch eine Verringerung des agrarischen Arbeitseinsatzes (-2,3%) ausgeglichen wurde. Je Arbeitskraft ergibt sich daraus ein durchschnittliches Einkommensminus von 1,7%.

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