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Energiewende und Photovoltaik

Mit Solarstrom Geld verdienen – Inbetriebnahme entscheidet

PV-Anlage.
am Freitag, 09.09.2022 - 11:03 (Jetzt kommentieren)

Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme entscheidet über die Höhe der Einspeisevergütung. War das vor dem 30. Juli, geht man bei den höheren neuen Vergütungssätzen leer aus.

Einspeisevergütung.

Wer den erzeugten Solarstrom selbst nutzt und den Überschuss ins Netz einspeist, erhält künftig mehr Geld für seinen eingespeisten Solarstrom. Wer den gesamten Solarstrom ins Netz einspeist, soll außerdem höher vergütet werden als bei einer bloßen Überschusseinspeisung.

PV-Anlagen, die vor dem 30. Juli 2022 in Betrieb genommen wurden, bleiben jedoch bei den bisherigen deutlich niedrigeren Vergütungssätzen. Das heißt: Wer seine PV-Anlage zwischen dem 01. Januar und dem 30. Juli 2022 errichtet hat, hat nichts von den höheren Vergütungen.

Üblicherweise wird dem Betreiber einer Photovoltaikanlage über einen Zeitraum von 20 Jahren eine feste Vergütung für den eingespeisten Strom garantiert. Die Höhe dieser Vergütung hängt grundsätzlich davon ab, in welchem Monat die Photovoltaikanlage in Betrieb genommen wurde. Sinkt die Einspeisevergütung nach dem Monat der Inbetriebnahme weiter, so beeinflusst dies nicht die dem Betreiber zugesagte Höhe der Einspeisevergütung. Spätere Absenkungen betreffen nur die dann in Betrieb gehenden Anlagen.

Die Entwicklung der Einspeisevergütung wird von der Bundesnetzagentur anhand des Zubaus neuer Anlagen berechnet. Der lokale Netzbetreiber ist verpflichtet, den gesamten erzeugten Strom zum staatlich garantierten Preis abzunehmen. Die Höhe der Einspeisevergütung wird allerdings regelmäßig nach unten angepasst (Degression).

Laut Bundesverband Solarwirtschaft wurden allein 2021 deutschlandweit etwa 240.000 neue Solarstromanlagen installiert. Zum Vergleich: 2020 wurden der Bundesnetzagentur 184.000 Photovoltaik-Anlagen neu gemeldet.

Zeitpunkt der Inbetriebnahme entscheidet

Das Datum der Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage entscheidet über die Höhe der Einspeisevergütung und im aktuellen Fall auch darüber ob man in den Genuss der höheren Vergütungssätze kommt. In den letzten Jahren wurden die Vergütungsätze monatlich abgesenkt. Wurde die PV-Anlage statt zum geplanten Zeitpunkt erst im Folgemonat in Betrieb genommen, wurde für die nächsten 20 Jahre auch die entsprechend niedrigere Einspeisevergütung gezahlt (Degression).

Entscheiden für den Betreiber ist es daher zu wissen, wann genau seine Solaranlage als „in Betrieb genommen“ im Sinne des EEG gilt und wie der genaue Inbetriebnahme-Zeitpunkt gegebenenfalls nachgewiesen werden kann, sagen Solarexperten.

Der Begriff der Inbetriebnahme ist im EEG definiert. Danach ist der Inbetriebnahmezeitpunkt „die erstmalige Inbetriebsetzung des Generators der Anlage nach Herstellung der technischen Betriebsbereitschaft der Anlage, unabhängig davon, ob der Generator mit erneuerbaren Energien, Grubengas oder sonstigen Energieträgern in Betrieb gesetzt wurde“.

Übersetzt heißt das: Der Generator muss mindestens einmal Strom geliefert haben, der außerhalb der Photovoltaikanlage genutzt wurde, also nicht zwingend eingespeist wurde. Darüber hinaus muss die gesamte PV-Anlage zu diesem Zeitpunkt „technisch betriebsbereit“ gewesen sein.

Das bedeutet, dass alle zur Stromerzeugung erforderlichen Komponenten bereits fest dort installiert worden sein müssen, wo sie für den dauerhaften Betrieb vorgesehen sind.  Außerdem sind ein Zählerschrank und ein zur Messung des eingespeisten Stroms geeigneter Zweirichtungszähler erforderlich, den der Netzbetreiber einbauen muss.

Clearingstelle bei strittigen Fällen

Nicht ganz einfach ist es offenbar, den exakten Zeitpunkt der Inbetriebnahme rechtssicher nachzuweisen. Experten empfehlen deshalb, ein genaues Protokoll der Inbetriebnahme anzufertigen. Bestätigen können das eigentlich nur die Monteure bzw. Mitarbeiter der Solarfirma die die Anlage installiert hat.

Doch Betreiber und auch Solarexperten berichten, dass der im EEG definierte Begriff der Inbetriebnahme trotzdem trotzdem oft strittig bleibt. Dafür ist dann die Clearingstelle EEG zuständig. Wichtig ist, dass nachgewiesen werden kann, dass die Photovoltaikanlage zum angegebenen Zeitpunkt wirklich fertig montiert war und zumindest kurzzeitig Strom geliefert hat.

Diese Nachweise sind dann dem zuständigen Netzbetreiber vorzulegen, damit er die Höhe der Einspeisevergütung korrekt ermitteln kann. Die Clearingstelle EEG hat außerdem 7 Punkte definiert und veröffentlicht, die für die Parteien eine Definition des Inbetriebnahmezeitpunktes der Photovoltaikanlage möglich machen. Getritten wird aber trotzdem.

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