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Produktion und Förderung

Eiweißfutter bleibt teuer

von , am
28.11.2013

Eigentlich haben Tierhalter in diesem Wirtschaftsjahr mit einer deutlichen Entlastung bei den Futterkosten gerechnet. Bei Futtergetreide hat sich die Erwartung bestätigt, bei importiertem Eiweißfutter aber nicht.

Die Sojabohne verlier 7,50 US-Cent auf 971,00 US-Cent je Bushel. © landpixel
Angesichts der brasilianischen Rekordernte von Soja und der sehr guten Ernte in Argentinien war man ursprünglich von einer deutlich besseren Versorgung am Weltmarkt ab dem Frühjahr 2013 ausgegangen. Allerdings führten dann massive logistische Probleme an den Exporthäfen Brasiliens - trotz der sehr großen südamerikanischen Erzeugung - zu einer Angebotsverknappung am Weltmarkt.
 
Insbesondere der chinesische Bedarf konnte nicht in dem eigentlich nötigen Umfang gedeckt werden. 

USA können südamerikanische Lieferlücke nur bedingt füllen

Erst im Frühjahr kann mit einer Preisentspannung gerechnet werden.
Problematisch war, dass auch die USA nur in begrenztem Umfang die durch die Lieferprobleme der Südamerikaner entstandene Lücke füllen konnten. Denn im vorigen Jahr hatten die US-Farmer nur eine sehr schwache Sojaernte eingefahren - für den Export und die Marktversorgung musste man in erheblichem Umfang auf Lagerbestände zurückgreifen.
 
Das führte dazu, dass die Sojapreise in den USA ebenfalls anstiegen, was sich über die Terminmärkte auch auf die internationalen Exportpreise niedergeschlagen hat. Im Ergebnis mussten dann auch die Europäer für ihren Soja und Sojaschrot am Weltmarkt wieder mehr Geld ausgeben.

Nur kurzes Preistief im Herbst

Im Jahresverlauf sorgte die Hoffnung auf eine deutlich größere neue US-Ernte in diesem Herbst für sinkende Preise bei Soja und Sojaschrot. Wegen der außergewöhnlich starken Exportnachfrage zogen sie aber wieder kräftig an. Seit Juli (bis November) kostet Sojaschrot an den EU-Importhäfen wieder mehr als 400 Euro je Tonne und ist damit ähnlich teuer wie im Herbst 2012.

Niedrigere Preise erst im Frühjahr

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Tierhalter können wohl erst mit der prognostizierten Rekordernte der Südamerikaner im kommenden Frühjahr mit einer Preisentlastung rechnen. Dort beenden die Farmer jedoch gerade die Sojaaussat, bis zur Ernte vergeht noch einige Zeit. Jetzt, Ende November, kostete Sojaschrot (frei LKW) an den deutschen Importhäfen zwischen 415 und 420 Euro je Tonne, für den Januar bei 400 Euro. Unser Marktexperte und Redaktionsleiter des Marktkompass, Dr. Olaf Zinke, rechnet derzeit erst im Frühjahr mit Preisen deutlich unter 400 Euro je Tonne.

Das Gespräch mit unserem Dr. Olaf Zinke können Sie sich hier als Podcast anhören ...
 
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