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Kapitalmarkt

Ekosem Agrar gibt neue Anleihe aus

Milchviehanlage der Ekosem Agrar AG in der Region Nowosibirsk
am
17.07.2019
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Die Ekosem Agrar AG des deutschen Gründers Stefan Dürr will über eine Anleihe neues Kapital aufnehmen, um in Russland weiter zu wachsen und eine bestehende Anleihe zu refinanzieren.

Stefan Dürr und Andrei Trevnikov bei der Eröffnung einer Milchviehanlage

Die neue Anleihe hat ein Volumen von bis zu 100 Mio Euro. Sie wird mit 7,5 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Das Papier soll an der Börse Stuttgart im Freiverkehr gehandelt werden.

Es ist die insgesamt dritte Anleihe, die das im Jahr 2000 von dem deutschen Landwirt Stefan Dürr in Russland gegründete Unternehmen ausgibt.

Ekosem-Finanzvorstand Wolfgang Bläsi erklärte, "mit der geplanten Emission ergänzen wir die zinsgünstigen Projektfinanzierungen von russichen Banken".

Umtauschangebot für 2021 fällige Anleihe

Privatanleger und institutionelle Anleger können die neue Anleihe noch bis zum 26. Juli zeichnen.

Inhaber der der ersten Ekosem-Anleihe 2012/21 erhalten zudem das Angebot, diese alte Anleihe, die 2021 fällig wird, eins zu eins in das neue Papier 2019/24 umzutauschen. Zusätzlich zu der neuen Anleihe erhalten sie eine Umtauschprämie von 25 Euro und anteilige Stückzinsen in Höhe von 31,40 Euro.

Die alte Anleihe in Höhe von 50 Mio Euro wird an der Börse zurzeit mit einem Aufschlag von 2 bis 3 Prozent über dem Nennwert gehandelt.

Etwas niedrigere Verzinsung geboten

Die beiden bestehenden Anleihen von Ekosem zu 50 Mio Euro und 78 Mio Euro werden mit 8,75 beziehungsweise 8,5 Prozent verzinst. Sie sind 2021 beziehungsweise 2022 fällig. Somit wird die neue Anleihe das Laufzeitenprofil und die Finanzierungskonditionen des Konzerns verbessern.

Russische Banken und Zuschüsse finanzieren das Wachstum

Die Ekosem Agrar AG hält rund 150.000 Rinder in der Milchproduktion, davon 77.600 Milchkühe. Die Milchleistung beträgt laut Unternehmensangaben etwa 2.000 Tonnen täglich. Damit ist Ekosem der größte Milchproduzent Russlands. Doch Dürr will weiter expandieren. In fünf Jahren soll die tägliche Milcherzeugung bereits 6.000 Tonnen betragen.

Erst im Juni eröffnete die Holding im sibirischen Nowosibirsk eine Milchviehanlage für 6.000 Kühe. Das rasante Wachstum finanziert der Konzern überwiegend über günstige Darlehen russischer Banken und verlorene Zuschüsse.

Laut dem Geschäftsbericht 2018 betrugen die Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2018 rund 808 Mio. Euro bei einer Bilanzsumme von knapp 1,36 Mrd. Euro. Die Eigenkapitalquote betrug 12,9 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) erreichte 75,2 Mio Euro bei einem Umsatz von 244,9 Mio Euro.

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