Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Entlastungspaket 2022

Energiepauschale: Landwirte müssen Mitarbeitern 300 Euro zahlen

Energiepauschale-Schriftzug
am Samstag, 27.08.2022 - 08:00 (1 Kommentar)

Im September erhalten alle Arbeitnehmer eine Energiepauschale, die sogenannte EPP, im Rahmen des zweiten Entlastungspakets 2022. Auch Landwirte als Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitern die 300 Euro zahlen. Das Bundesfinanzministerium (BMF) beantwortet in seinen FAQs die wichtigsten Fragen.

Welche Arbeitnehmer bekommen die Energiepauschale?

Alle Arbeitnehmer, die sich zum 1. September 2022 in einem Dienstverhältnis befinden und Steuern zahlen, erhalten die Energiepauschale von ihrem Arbeitgeber. Dazu zählen Mitarbeiter, die den Steuerklassen 1 bis 5 angehören oder als geringfügig Beschäftigte (Minijobber) einen pauschal besteuerten Arbeitslohn beziehen. Geringfügig Beschäftigte müssen dem Arbeitgeber dafür schriftlich bestätigen, dass es sich bei der Beschäftigung um ihr erstes Dienstverhältnis handelt. Eine Vorlage dafür ist in den FAQs des Bundesfinanzministeriums unter VI. 8. zu finden.

Anspruchsberechtigte, die zum Stichtag des 1. Septembers in keinem Dienstverhältnis stehen, aber irgendwann 2022 als Arbeitnehmer beschäftigt waren, erhalten die Pauschale trotzdem – über ihre Einkommensteuererklärung.

Wann ist die Energiepauschale an den Arbeitnehmer auszuzahlen?

Landwirte müssen ihren Mitarbeitern im September 2022 die EPP auszahlen. Bei vorschüssiger Gehaltsauszahlung kann die Auszahlung der Energiepauschale auch mit der Abrechnung für den Zahlungszeitraum September vorgenommen werden. Wird die Lohnsteueranmeldung vom Arbeitgeber nicht monatlich sondern vierteljährlich abgegeben, ist auch eine Auszahlung im Oktober möglich. Bei jährlicher Lohnsteueranmeldung kann der Arbeitgeber auf die Auszahlung verzichten.

Wie werden die 300 € Energiepauschale an den Arbeitnehmer gezahlt?

Für die Auszahlung der Energiepauschale ist der Arbeitgeber zuständig. Der Landwirt entnimmt den entsprechenden Betrag für seine Mitarbeiter vom Gesamtbetrag der einzubehaltenden Lohnsteuer. Ist dieser Betrag nicht hoch genug, so wird der Rest vom Finanzamt erstattet. Hierfür ist kein Antrag notwendig, die Abwicklung erfolgt technisch über die „Minus-Lohnsteuer-Anmeldung“.

Zu beachten ist, dass die EPP steuerpflichtig ist und sich folglich je nach persönlicher Steuerbelastung mindert. In der Lohnsteuerbescheinigung ist die Energiepauschale mit dem Großbuchstaben „E“ anzugeben.

In einigen Fällen wird die Pauschale nicht vom Arbeitgeber gezahlt, sondern über die Einkommensteuerveranlagung bei der Steuererklärung festgesetzt.

Wann zahlt der Landwirt keine EPP an seinen Arbeitnehmer?

Der Landwirt zahlt seinem Mitarbeiter keine Energiepauschale, wenn dieser als Aushilfe in der Land- und Forstwirtschaft oder kurzfristig beschäftigt ist. Auch wenn dem Arbeitgeber die schriftliche Bestätigung eines pauschalbesteuerten Arbeitnehmers zum ersten Dienstverhältnis nicht vorliegt oder der Arbeitgeber keine Lohnsteuer-Anmeldung abgeben muss, zahlt er nicht. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Landwirt als Arbeitgeber nur Minijobber beschäftigt, bei denen die Lohnsteuer pauschal erhoben wird.

In diesen Fällen erhält der Mitarbeiter die 300 € über die Einkommensteuer nach Abgabe seiner Steuererklärung für das Jahr 2022. Das gilt außerdem, wenn der Arbeitgeber mit jährlichem Anmeldungszeitraum auf die Auszahlung verzichtet hat.

Mit Material von Bundesfinanzministerium (BMF)

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...