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Produktion und Förderung

Entwicklungsländer: DBV für Masterplan Landwirtschaft

von , am
21.10.2011

Berlin/Rom - Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert einen Masterplan für die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern.

Nach Ansicht von FAO-Direktor Jaques Diouf vernachlässigte Afrika in den letzten Jahrzehnten seine Landwirtschaft. © Eric Isselée/Fotolia
Anlass dafür war, dass in Rom der Welternährungsausschuss der Vereinten Nationen mit Regierungsvertretern aus 191 Ländern stattfand, mit den Themen Welternährung, gestiegene Lebensmittelpreise und Preisschwankungen. Der ins Gespräch gebrachte Masterplan sieht vor, dass verlässliche politische Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft, die Förderung von Investitionen und für die Verbesserung der Einkommen der Bauernfamilien, insbesondere in den Entwicklungsländern geschaffen werden. Dies sei der einzige praktikable Weg, die Hungerkrise zu überwinden.
 
Öffentliche Bewertungen, wonach gestiegene Preise für Nahrungsmittel, Preisschwankungen auf den Agrar- und Lebensmittelmärkten oder Spekulationen die Hungerkrise seit 2007 anheizten, lenkten von den wahren Ursachen und Defiziten ab, so der DBV. Zwischen 1960 bis 2003 hätten sich die Preise für Nahrungsmittel real halbiert, in gleicher Weise die Preise für landwirtschaftliche Produkte und die bäuerlichen Einkommen. Dennoch sei in dieser Zeit das weltweite Hungerproblem nicht nachhaltig gelöst und entschärft worden. Zwar sei die Zahl der Hungernden und Unterernährten in Asien deutlich gesunken, da die Landwirtschaft dort eine größere politische Wertschätzung erhalten habe. Dagegen hätte in Afrika die Unterernährung zugenommen, weil Agrarpolitik marginalisiert oder vernachlässigt wurde, gibt der DBV zu bedenken.

Mehr in Landwirtschaft investieren

Auch FAO-Generaldirektor Jaques Diouf sah in der Vernachlässigung der Landwirtschaft während der vergangenen 20 Jahren durch unzureichende Investitionen den Kern der derzeitigen Ernährungskrise, unter der fast eine Milliarde Menschen litten. Diouf forderte deshalb mehr Investitionen in der Landwirtschaft, um den Nahrungsbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung abzudecken.
 
Die in der FAO diskutierten Leitlinien für die Landnutzung können nach Ansicht des DBV helfen, ein besseres verantwortungsvolleres Handeln im Umgang mit Land zu erreichen. Die kritisierten Investitionen in landwirtschaftliche Nutzfläche in Entwicklungsländern durch ausländische Staaten und Unternehmen, das sogenannte "Landgrabbing", sei in erster Linie auf politische Zustimmung der nationalen Regierung zurückzuführen. Auch hierzu müssten sich die Landwirte in den betroffenen Ländern zu Wort melden, weshalb grundsätzlich die Bauernverbände gestärkt werden müssten, um eine wahrnehmbare politische und wirtschaftliche Stimme auch in Entwicklungsländern zu erreichen, fordert der DBV.

Video: Landwirtschaft in Äthiopien: Ungenutzte Potenziale freilegen

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