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Steuer und Finanzen

Erlössituation der Landwirtschaft stabilisiert

© Rainer Sturm
von , am
05.09.2011

Luxemburg - Das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in der EU ist 2010 um 12,6 Pozent gestiegen. Vor allem in Deutschland ist die Entwicklung überdurchschnittlich.

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Mehr Flexibilität beim Investitionsabzug wird durch das vom Bundestag beschlossene Bundesänderungsgesetz erreicht. © fotolia
Für das Gros der europäischen Landwirte war 2010 ein deutlich besseres Jahr als 2009. Das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) hat vergangene Woche eine unter dem Strich positive Entwicklung bestätigt. Das Einkommen je Vollzeitarbeitskraft stieg laut den endgültigen, im August veröffentlichten Zahlen real im Schnitt um 12,6 Prozent (%) gegenüber dem Vorjahr. Das sind gleichzeitig 0,3 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Dezember geschätzt.
 
In Deutschland legte das mittlere Einkommen überdurchschnittlich um 22,4 % zu. Insgesamt entwickelte sich die Lage in 21 Staaten positiv, wobei der Zuwachs von plus 4,3 % in der Slowakei, über 13,1 % in Österreich bis hin zu 34,4 % in Frankreich, 39,0 % in den Niederlanden und 56,6 % in Dänemark reichte.

Wert für Pflanzenproduktion deutlich erhöht

Maßgeblich für diese Entwicklung war die Pflanzenproduktion. Die Erzeugerpreise kletterten um durchschnittlich 10,3 %. Für Getreide und Ölsaaten wurde ein Zuwachs von 27,0 % beziehungsweise 29,0 % verbucht. Gleichzeitig stiegen die Erlöse für Kartoffeln um 18,1 %. Dadurch wurde ein Rückgang des Aufkommens um insgesamt 2,6 % mehr als aufgewogen: Der Wert der Pflanzenproduktion erhöhte sich im EU-Durchschnitt um 5,9 %.
 
Sechs Mitgliedstaaten profitierten von der verbesserten Marktlage nicht, allen voran Großbritannien: Im Vereinigten Königreich büßten die Landwirte je Arbeitskraft imVergleich zu 2009 durchschnittlich 6,4 % ein. Ebenfalls im Minus bewegten sich Rumänien, Griechenland, Italien, Finnland und Zypern. 

Fleischpreise imAbwärtsstrudel

Im Bereich tierischer Erzeugnisse war diesmal der Milchmarkt Motor der Entwicklung: Nur weil die Milchpreise im Jahresvergleich um 10,5 % zulegten, konnte insgesamt noch ein Plus von 1,9 % verbucht werden. Die Fleischproduktion dagegen musste Preisabschläge hinnehmen, nämlich um 2,8 % für Schweine-, um 1,3 % für Geflügel-, um 0,7 % für Schaf- und Ziegenfleisch sowie um 0,4 % für Rindfleisch. Gleichzeitig wurde mehr Fleisch erzeugt, darunter 3,1 % mehr Geflügel- und 2,1 % mehr Schweinefleisch. Einen regelrechten Einbruch gab es am Eiermarkt: Ein Preisverfall von 7,1 % wurde von einem Produktionsrückgang um 2,4 % begleitet.
 
Durch diese unterschiedlichen Tendenzen erhöhte sich der Wert der tierischen Erzeugung im Jahresvergleich unter dem Strich um 2,0 %. In Deutschland legte die tierische Erzeugung insgesamt allerdings um 8,7 % zu. Sie wuchs damit schneller als die Pflanzenproduktion, wo hierzulande ein Plus von 3,9 % verbucht wurde. Der Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft ging in fast allen EU-Mitgliedstaaten weiter zurück, darunter um 2,0 % in Deutschland und um 1,8 % in Österreich. Im Schnitt betrug das Minus 1,5 %. Lediglich in Rumänien und auf Zypern wurde der Arbeitseinsatz ausgeweitet.
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