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Produktion und Förderung

EU-Betriebsprämien ausgezahlt

von , am
08.01.2013

Berlin - Die landwirtschaftlichen Direktzahlungen der Europäischen Union sind den Betrieben in Deutschland auch zum Antragsjahr 2012 recht frühzeitig gewährt worden.

Im Monat Mai lag der durchschnittliche Biomilchpreis bei 48,8 Cent. © Mühlhausen/landpixel
Die hiesigen Landwirte erhielten das Geld kurz vor dem Jahreswechsel. Die Auszahlungsfrist ist EU-rechtlich geregelt; die Überweisung der Beihilfen darf frühestens ab dem 1. Dezember im Antragsjahr und muss spätestens bis zum 30. Juni des Folgejahres erfolgen. Die EU-Betriebsprämie in Deutschland wird in der Regel zum Ende des Jahres ausgezahlt; eine Auszahlung Ende Dezember entspricht also dem normalen Vorgang.
 
Wie die Mainzer Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken anlässlich der Beihilfenauszahlung mitteilte, gingen durchschnittlich rund 12.000 Euro an EU-Direktbeihilfen an die landwirtschaftlichen Betriebe in Rheinland-Pfalz. Im Mittel habe jeder anspruchsberechtigte Landwirt etwa 300 Euro pro Hektar erhalten. Die Ministerin wies in dem Zusammenhang auf die großen Unterschiede innerhalb Deutschlands bei den Betriebsprämien hin. Dies sei absurd und müsse mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) abgeschafft werden. "Hier erwarte ich mir erhebliche Unterstützung durch die Bundesregierung und Solidarität unter den Bundesländern. Rheinland-Pfalz erhält mit die niedrigsten Betriebsprämien", monierte die Grünen-Politikerin.

287,5 Millionen Euro für sächsische Landwirte

In Sachsen wurden laut Angaben des Dresdner Agrarressorts insgesamt 287,5 Millionen Euro an EU-Direktbeihilfen an 7.223 Betriebe ausgezahlt. Die Unterstützung erhielten die Landwirte für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung ihrer Flächen bei gleichzeitiger Einhaltung gesetzlicher Umwelt- und Tierschutzstandards. "Es gibt keinen Grund, die Höhe dieser Zahlungen zu verschweigen. Sie sind auch durch die damit verbundenen Leistungen der Landwirte für das Gemeinwohl gerechtfertigt", betonte Agrarminister Frank Kupfer. Nach seinen Worten ist Landwirtschaft in Europa mehr als die Produktion von Lebensmitteln. Sie erhalte die Kulturlandschaft und stärke den ländlichen Raum; diese Leistung werde zu Recht vergütet.

Thüringer Landwirte erhalten 240 Millionen Euro

Das thüringische Landwirtschaftsministerium teilte am 28. Dezember mit, dass 4.534 landwirtschaftliche Betriebe im Freistaat ihre Betriebsprämien für das Antragsjahr 2012 erhielten. Die Bescheide seien bereits verschickt. Insgesamt würden rund 240,3 Millionen Euro an alle Antragssteller mit bewilligungsfähigen Anträgen ausgezahlt. Die Betriebsprämien unterstützten den Erhalt der heimischen Landwirtschaft und trügen dazu bei, die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln zu sichern. Ebenfalls in der letzten Dezemberwoche wurden auch den rund 41.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Baden-Württemberg die EU-Direktzahlungen im Gesamtumfang von 384 Millionen Euro überwiesen. Diese Fördermittel seien seit vielen Jahren ein wichtiger Beitrag zum Einkommen der Landwirte, betonte Landwirtschaftsminister Alexander Bonde.

Wichtiger Einkommensbestandteil

Die Betriebe investierten einen Großteil der Gelder wieder im ländlichen Raum, wodurch maßgeblich die regionale Wirtschaft profitiere. Damit leisteten die EU-Beihilfen einen wichtigen Einkommensbeitrag für die heimische Landwirtschaft und seien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Nach Angaben des Ministers wurden von den unteren Landwirtschaftsbehörden bei den Landratsämtern neben den Direktzahlungen auch verschiedene Förder- und Ausgleichszahlungen zur Entwicklung des ländlichen Raums bewilligt, die für gezielte Umwelt- und Naturschutzleistungen im Rahmen der Landschaftspflegerichtlinie oder für Waldumweltmaßnahmen ausgezahlt wurden. Außerdem sei Mitte Dezember die Ausgleichszulage für landwirtschaftlich benachteiligte Gebiete an die Betriebe gegangen.
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