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Steuer und Finanzen

EU-Landwirtschaft: Einkommenszuwachs gebremst

© Gerd Altmann/pixelio
von , am
13.12.2012

Luxemburg - Der Einkommenzuwachs in der europäischen Landwirtschaft ist gebremst. Das reale Arbeitseinkommen je Arbeitskraft stieg lediglich um ein Prozent an.

Infolge tendenziell günstiger Marktentwicklungen im Zeitraum der Wirtschaftsjahre 2010/11 bis 2013/14 gab es - anders als in den Jahren davor - nur positive Einkommensänderungen. © Mühlhausen/landpixel
Das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft ist in der EU in diesem Jahr um lediglich ein Prozent angestiegen. EU-weit wurde der Einkommenszuwachs deutlich gebremst, meldete das Statistische Amt der EU (Eurostat) gestern in Luxemburg. Immerhin verdienten die Landwirte im Jahr 2011 noch acht Ptozent mehr als im Vorjahr. Der diesjährige Zuwachs von nur einem Prozent stellt sich für die Mitgliedstaaten ganz unterschiedlich dar und resultiert aus einer Erhöhung des realen Agrareinkommens (plus 0,5 Prozent) in Verbindung mit einer Verringerung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (minus 0,5 Prozent). Zur Steigerung trugen im Wesentlichen höhere reale Erzeugerpreise für Agrarrohstoffe (plus 1,8 Prozent) bei. Gleichzeitig zogen die Kosten für Betriebsmittel um 1,6 Prozent an.

Deutschland steigert Einkommen um 12,1 Prozent

Die höchsten Rückgänge wurden für Rumänien (minus 16,4 Prozent), Ungarn (mius 15,7 Prozent), Slowenien (minus 15,1 Prozent) und Österreich (minus 10,2 Prozent) ermittelt. Verluste gab es auch in Irland (minus 10,1 Prozent), Malta (minus 9,0 Prozent), dem Vereinigten Königreich (minus 6,6 Prozent), der Slowakei (minus 5,3 Prozent), Griechenland (minus 2,0 Prozent), Tschechien (minus 1,4 Prozent) und Polen (minus 0,3 Prozent).
 
Hingegen verdienten belgische Landwirte im Jahr 2012 gleich um 30 Prozent mehr als im Vorjahr. In den Niederlanden gab es einen Anstieg von 14,9 Prozent, gefolgt von Litauen (plus 13,6 Prozent), Deutschland (plus 12,1 Prozent), Portugal (plus 9,3 Prozent), Estland (plus 9,1 Prozent), Lettland (plus 8,8 Prozent), Bulgarien (plus 8,7 Prozent), Dänemark (plus 5,2 Prozent), Frankreich (plus 4,2 Prozent), Luxemburg (plus 3,7 Prozent), Finnland (plus 3,3 Prozent) und Schweden (plus 3,1 Prozent).

Gute Preise für pflanzliche Erzeugnisse machten weniger Volumen wett

Der Anstieg des Wertes von pflanzlichen Erzeugnissen ist auf die Erhöhung der realen Preise (plus 6,3 Prozent) zurückzuführen, welcher durch eine Abnahme des Volumens (minus 5,4 Prozent) ausgeglichen wurde. Folglich nutzten die besseren Erlöse den Landwirten im Durchschnitt nicht viel. Angezogen haben die Preise in allen Gruppen der pflanzlichen Erzeugnisse: So erhöhten sich die Preise für Getreide um 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die für Ölsaaten um 8,8 Prozent. Steigerungen gab es auch für Zuckerrüben (plus 1,2 Prozent), Kartoffeln (plus 3,2 Prozent), Wein (plus 6,2 Prozent), Obst (plus 4,7 Prozent), Frischgemüse (plus 7,8 Prozent) sowie für Pflanzen und Blumen (plus 1,4 Prozent). Olivenöl war das einzige Produkt, welches sowohl im Volumen (plus 9,2 Prozent) als auch im Preis (plus 0,9 Prozent) einen Anstieg verzeichnete.
 
Das Volumen verringerte sich insbesondere für Wein (minus 15,6 Prozent) und Kartoffeln (minus 13,8 Prozent), aber auch für Getreide (minus 7,3 Prozent), Ölsaaten (minus 7,9 Prozent), Zuckerrüben (minus 6,2 Prozent), Obst (minus 6,5 Prozent), Frischgemüse (minus 2,0 Prozent), Pflanzen und Blumen (minus 0,8 Prozent).

Tierhalter profitieren von höheren Preisen

Bei den tierischen Erzeugnissen ging das Volumen kaum zurück (minus 0,2 Prozent), sodass der EU-Durchschnittserzeuger ein Plus von 3,9 Prozent im Stall machte. Der deutlichste Preissprung ergab sich für Eier (plus 36,2 Prozent). Die Erlöse für Schweine zogen um 10,2 Prozent, für Rindfleisch um 8,5 Prozent und für Geflügel um 1,9 Prozent an. Nur die Preise für Milch (minus 5,4 Prozent) sowie für Schafe und Ziegen (minus 1,3 Prozent) fielen gegenüber dem Vorjahr.
 
Das Volumen verringerte sich für Rinder (minus 2,4 Prozent), Eier (minus 1,8 Prozent), Schafe und Ziegen (minus 1,2 Prozent) und Schweine (minus 1,0 Prozent), erhöhte sich jedoch bei der Milchproduktion (plus 0,9 Prozent) und für Geflügel (plus 2,7 Prozent).

Kosten für Betriebsmittel weiter angestiegen

Allerdings stiegen die Preise auch für die Betriebsmittel. So mussten Landwirte für Dünge- und Bodenverbesserungsmittel 6,7 Prozent mehr und für Energie und Schmierstoffe 6,3 Prozent mehr bezahlen. Kostensteigerungen gab es auch für Futtermittel (plus 3,7 Prozent), Saat- und Pflanzgut (plus 4,7 Prozent), Instandhaltung von Gebäuden (plus 3,5 Prozent) und finanzielle Mittlerdienstleistungen (plus 6,6 Prozent).

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