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EU-Haushalt

EU zahlt 2016 42,2 Milliarden Euro Betriebsprämien

EU-Fahnen in Brüssel
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
30.11.2015

Ohne großen Aufhebens ist der Haushalt der Europäischen Union für 2016 beschlossen worden. Für den Posten "Direktzahlungen und Marktmaßnahmen" stehen im nächsten Jahr 42,2 Milliarden Euro, für die zweite Säule 11,7 Milliarden Euro bereit.

Der Rat nahm einen bereits zuvor erreichten Kompromiss am vergangenen Montag formell an, das Europaparlament am Mittwoch. Für den Bereich "Nachhaltiges Wachstum - Natürliche Ressourcen", der zu einem Großteil von der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ausgefüllt wird, stehen insgesamt 62,484 Milliarden (Mrd.) Euro für neue Verpflichtungen beziehungsweise 55,120 Mrd. Euro für die Begleichung von Rechnungen zur Verfügung. Der Posten "Zahlungen" betrifft Gelder, die gesamt im Jahr 2016 ausgezahlt werden, "Verpflichtungen" können hingegen bis ins nächste Jahr (2017) hineinreichen.

Im Bereich Direktzahlungen und Marktmaßnahmen entsprechen sich die beiden Posten mit jeweils 42,2 Mrd. Euro weitgehend, weil die tatsächlichen Auszahlungen zeitnah zum Eingehen der Verpflichtungen getätigt werden.

Zweite Säule

Anders sieht dies in der ländlichen Entwicklung aus, wo die Ausgaben wegen der Projektbezogenheit typischerweise später anfallen; in der Zweiten Säule wurden 18,7 Mrd. Euro für das Eingehen neuer Verträge, aber nur 11,7 Mrd. Euro für Zahlungen angesetzt.

Im Gesamtpaket enthalten sind 698 Millionen Euro für Sonderhilfen. Darunter entfallen 500 Mio Euro auf das von EU-Agrarkommissar Phil Hogan im September vorgestellte Hilfspaket, mit dem vor allem Milch- und Schweinefleischerzeugern unter die Arme gegriffen werden soll, sowie 198 Mio. Euro für Marktrücknahmen von Obst und Gemüse.

Gesamtetat von rund 149 Milliarden Euro

Der gesamte EU-Haushalt 2016 umfasst Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 155,004 Mrd. Euro und Zahlungsermächtigungen von 143,885 Mrd. Euro.

Die Institutionen konnten sich diesmal zügig und ohne größere Reibungen auf die endgültigen Zahlen einigen. In den vergangenen Jahren hatte es das Europaparlament wiederholt auf eine Machtprobe ankommen lassen, so dass der Haushalt mehrmals erst kurz vor Weihnachten in trockene Tücher gebracht worden war. Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna hob als zuständiger Ratsvorsitzender denn auch die "exzellente Zusammenarbeit" mit dem Hohen Haus hervor.

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