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Steuer und Finanzen

Europas Landwirte planen wieder mehr Investitionen

von , am
08.04.2011

Frankfurt - Europas Landwirte wollen wieder in stärkerem Umfang investieren. Dies zeigen die Ergebnisse des Trendmonitors Europa, den die DLG zusammen mit Forschungsinstitut Kleffmann Group aktuell durchgeführt hat.

Mit dem neuen Bürgschaftsprogramm sollen verstärkt auch jungen Landwirten geholfen werden. © Mühlhausen/landpixel
"Die Stimmung bei den Landwirten ist wieder von Optimismus geprägt", beschrieb DLG-Fachgebietsleiter Achim Schaffner die gegenwärtige Lage bei der Vorstellung der Ergebnisse. Bei der Einschätzung der derzeitigen Lage stellt der Trendmonitor einen weiteren Aufwärtstrend gegenüber der Herbstbefragung 2010 fest. Die Erwartungen der Landwirte an die Geschäftsentwicklung erzielen den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2008, wobei Deutschland den damaligen Spitzenwert wieder erreicht und Großbritannien den höchsten Wert seit dem Befragungsstart im Herbst 2003 erzielt hat. Insgesamt wurden 3.000 Landwirte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, Tschechien und Ungarn befragt.

Weltweit steigende Konsumnachfrage lässt festes Preisgefüge erwarten

Die positiven Geschäftsaussichten der Landwirtschaft führt Schaffner auf eine weltweit steigende Konsumnachfrage zurück. Aufgrund der sich derzeit dynamisch entwickelnden Weltwirtschaft und einem durch Knappheit geprägten Getreide- und Ölsaatenmarkt erwarten die Landwirte ein festes Preisgefüge. "Dies beflügelt auch die Investitionspläne der europäischen Landwirte. So legt die Investitionsneigung in Deutschland um 6 Prozent gegenüber dem Herbst 2010 auf jetzt 55 Prozent in der aktuellen Befragung zu", so der DLG-Ökonom. Auch für die Landwirte in Frankreich wird eine Zunahme von 8 % gegenüber der letzten Befragung verzeichnet.

Stärkere Investitionsneigung auch in Mittel- und Osteuropa

Eine deutlich stärkere Investitionsneigung zeigen auch die Landwirte in Mittel- und Osteuropa: 57 % der polnischen Landwirte planen Investitionen, was einer 9-prozentigen Steigerung entspricht. Zudem wollen in den kommenden zwölf Monaten 68 % der tschechischen Betriebsleiter (45 % im Herbst 2010) und 54 % der ungarischen Landwirte (vorher: 34 %) investieren.
 
In Großbritannien sind um 3 % geringere Investitionsabsichten gegenüber der letzten Befragung festzustellen, was unter anderem auch auf Kursbewegungen (Euro/Pfund) zurückzuführen ist. Die europäischen Landwirte nutzen die günstigen Rahmenbedingungen auf den Märkten und die derzeit noch günstige Zinslage für die Modernisierung und Effizienzsteigerung in der Produktion.

Deutlichere Verschiebungen bei den Investitionsbereichen

Bei den Investitionsbereichen zeigen sich zum Teil deutlichere Verschiebungen: Betriebsleiter in Deutschland planen um 3 % höhere Investitionen in die Tierhaltung, während Investitionspläne für den Bereich Bioenergie um 2 % eingeschränkt werden. Starke Zuwächse bei Investitionen in die Außenwirtschaft planen die Betriebsleiter in Ungarn (+15 %), Tschechien (+15 %), Großbritannien (+9 %) und Frankreich (+6 %). Der Investitionsschwerpunkt der polnischen Landwirte liegt mit rund 81 % deutlich in der Außenwirtschaft. Die Dynamik auf dem Getreide- und Ölsaatenmarkt veranlasst die Betriebsleiter in den mittel- und osteuropäischen Ländern, das günstige Investitionsumfeld für die Modernisierung der Produktion zu nutzen.
 
Mit dem Trendmonitor Europa bietet die DLG zweimal jährlich im Frühjahr und im September nach der Ernte ein Instrument für die Agrarwirtschaft, das Auskunft gibt über die Stimmung und das Geschäftsklima sowie die wichtigsten Trends und die Zukunftserwartungen der Landwirte in Europa.
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