Login
Produktion und Förderung

FEFAC erwartet stabile EU-Mischfutterproduktion

von , am
18.06.2014

Brüssel - Für die Mischfutterindustrie in der Europäischen Union zeichnet sich in diesem Jahr eine insgesamt stabile Produktionsentwicklung ab.

FEFAC rechnet für das laufende Kalenderjahr mit einer Erzeugung von gut 154 Millionen Tonnen Mischfutter. © Mühlhausen/landpixel
Wie der Europäische Dachverband der Mischfutterhersteller (FEFAC) in der ersten Juniwoche berichtete, wird jetzt für 2014 in der Gemeinschaft ohne Griechenland, Malta und Luxemburg von einem Mischfutterausstoß von insgesamt 154,3 Millionen Tonnen (Mio t) bis 154,7 Mio t ausgegangen.
 
Das entspräche einem Minus von 0,2 Prozent bis 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem gemäß der endgültigen Schätzung zu FEFAC rund 155,0 Mio t erzeugt wurden.

Stabile Entwicklung beim Rinder- und Geflügelfutter

Im Einzelnen wird aktuell prognostiziert, dass die Herstellung von Mischfutter für Schweine erneut zurückgeht, und zwar um ein Prozent auf 48,9 Mio t. Dagegen soll die Mischfutterproduktion für Rinder und Geflügel auf dem Niveau von 2013 bleiben; das waren 42,55 Mio t und 51,9 Mio t. Die EU-Exporte von tierischen Produkten werden nach den Erwartungen des Verbandes zunehmen; das gelte vor allem für Milcherzeugnisse, womit die Branche jetzt schon auf das Auslaufen der EU-Milchquotenregelung im kommenden Jahr reagiere, erklärte FEFAC. Dieser positive Trend wird dem Verband zufolge wahrscheinlich den Rückgang der Mischfutternachfrage, der sich durch den vermehrten Einsatz von Grünfutter als Folge der guten Aufwuchsbedingungen ergeben dürfte, ausgleichen.

Sicherheitsrisiko von Futtermitteln verringern

Mit Blick auf den Markt für Getreide und Eiweißpflanzen geht FEFAC angesichts der überwiegend guten Ernteaussichten und trotz einer voraussichtlich intensiven Nachfrage von einer stabilen Entwicklung der Notierungen aus. In der Folge rechnet der Verband mit einer geringfügigen Zunahme der Erzeugung von Fleisch, vor allem von Schweinefleisch.
 
Außerdem wird die wahrscheinlich gute Getreideernte die Landwirte laut FEFAC zu Hofmischungen ermutigen. Als Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Entwicklung des Rohstoffangebots und für Investitionen in die EU-Tierproduktion nannte der Dachverband die politischen Entwicklungen rund um die Ukrainekrise sowie zukünftige Freihandelsabkommen, die mit Zollzugeständnissen für EU-Lebendtiereinfuhren einhergehen und auch den Rohstoffbezug für die Futtermittelerzeugung betreffen könnten.

Kühles Frühjahr 2013 regte Nachfrage an

Für das vergangene Jahr 2013 beziffert der FEFAC die EU-Mischfutterzeugung auf 155,0 Mio t, womit das Vorjahresniveau um rund 0,3 Mio t oder 0,2 Prozent (%) übertroffen worden wäre. Während die Erzeugung von Schweinemischfutter um 1,4 % auf 49,4 Mio t zurückging, legte die von Rindermischfutter um 2,2 % auf 42,6 Mio t zu. Derweil verzichnete die Herstellung von Geflügelmischfutter ein leichtes Plus von 0,3 % auf 51,9 Mio t. Als wichtigsten Bestimmungsfaktor für die Futtermittelnachfrage der Tierhalter im vergangenen Kalenderjahr nannte der EU-Dachverband das kühle Frühlingswetter, das die Verfügbarkeit von Grünfutter in Nord- und Osteuropa beeinträchtigt und zu einem positiven Nachfrageimpuls auf der Iberischen Halbinsel geführt habe. Gleichzeitig berichtete FEFAC von einer anhaltend instabilen wirtschaftlichen Situation des Schweinesektors, die dessen Produktionswachstum gebremst habe.

Deutschland festigt Spitzenposition

Die FEFAC-Mischfutterstatistik nach Mitgliedstaaten wird zum vierten Mal in Folge klar von Deutschland angeführt, wo 2013 rund 23,4 Mio t und somit 0,2 % mehr als im Vorjahr produziert wurden. Dagegen wurde in Frankreich ein leichter Rückgang um 0,3 % auf 21,1 Mio t verzeichnet. Dennoch konnte das Nachbarland seinen zweiten Platz in diesem Ranking zurückerobern, den es 2011 an Spanien verloren hatte. So wurde für Spanien eine Abnahme der Michfutterproduktion um 1,7 % auf rund 20,9 Mio t registriert. Auch in Italien war die Erzeugung rückläufig, und zwar um 1,4 % auf 14,1 Mio t. Weniger Mischfutter als im Vorjahr wurde außerdem in den Niederlanden, Portugal und Ungarn hergestellt; dort beliefen sich die Rückgänge auf 2,4 % bis 3,1 %. Dagegen entwickelte sich der Mischfutterabsatz unter den größeren Erzeugerländern in Großbritannien, Polen und Belgien gut; dort wurde ein Wachstum des Marktes von 3,2 % auf 15,6 Mio t beziehungsweise 3,4 % auf 8,7 Mio t und 3,6 % auf 6,8 Mio t verzeichnet, und zwar in Großbritannien im Wesentlichen als Folge einer lebhafteren Nachfrage nach Rindermischfutter. Die relativ kräftigsten Zuwächse erzielten Bulgarien mit 13,4 % auf 1,0 Mio t sowie Lettland mit 10,2 % auf 0,4 Mio t.

Gruppenhaltungspflicht für Sauen als Bremse

Wie FEFAC außerdem feststellte, verringerte sich die Erzeugung von Schweinemischfutter in den meisten größeren Ländern infolge des relativ kräftigen Bestandsabbaus bei den Sauen. Als Grund nannte der Verband die Einführung der Gruppenhaltungspflicht für trächtige Sauen und Jungsauen am 1. Januar 2013. Allerdings entwickelte sich die Produktion von Schweinemischfutter EU-weit sehr uneinheitlich. Die größten absoluten Rückgänge wurden in den Niederlanden mit 0,4 Mio t auf 5,0 Mio t, in Frankreich mit 0,2 Mio t auf 5,3 Mio t und in Deutschland mit 0,1 Mio t auf 9,6 Mio t registriert. Dagegen wuchs die Erzeugung in Spanien um 0,1 Mio t auf 8,9 Mio t.

Überwiegend mehr Geflügelmischfutter abgesetzt

Die Herstellung von Rindermischfutter wurde hingegen laut den Angaben von FEFAC in den meisten EU-Mitgliedsländern ausgeweitet, darunter in Deutschland als größter Produzent um 0,2 Mio t oder 2,7 % auf mehr als 6,9 Mio t. Für Großbritannien wurde sogar ein Plus von 0,4 Mio t oder 6,9 % auf 5,6 Mio t verzeichnet. Zu den Verlierern zählten hier Spanien und Italien, wo der Ausstoß von Rindermischfutter um 0,4 Mio t oder 5,1 % auf 6,7 Mio t beziehungsweise um 0,1 Mio t oder 2,9 % auf 3,4 Mio t verringert wurde. Überwiegend positiv verlief 2013 in den einzelnen EU-Staaten die Entwicklung der Geflügelmischfuttererzeugung. Während in Deutschland das Aufkommen aber um 0,3 % auf 6,1 Mio t zurückging, nahm es in Frankreich um denselben Prozentsatz auf 8,6 Mio t zu. Polen verbuchte in diesem Segment eine deutliche Steigerung des Ausstoßes um 0,3 Mio t oder 4,8 % auf 5,5 Mio t. Größter Produzent von Geflügelmischfutter in der EU nach Frankreich ist Großbritannien, wo die Herstellung um 0,1 Mio t oder 0,9 % auf etwa 6,5 Mio t zurückgefahren wurde.
Auch interessant