Login
Produktion und Förderung

Feldmausbekämpfung in Thüringen vorübergehend erlaubt

von , am
04.10.2012

Erfurt - Das BLV hat die breitflächige Ausbringung von Ratron-Feldmausködern mit dem Wirkstoff Chlorphacinon zur Feldmausbekämpfung auf Thüringens Ackerflächen für 120 Tage genehmigt.

Unter strengen Auflagen dürfen in einigen Regionen Deutschlands Feldmausköder jetzt gestreut werden. © Dieter TD/Wikipedia
Wie das Thüringer Landwirtschaftsministerium in einer Pressemitteilung erklärt, hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BLV) eine Sondergenehmigung zur Feldmausbekämpfung in der Landwirtschaft unter strengen Naturschutz-Auflagen am 24. September ausgestellt.
 
Demnach sei die breitflächige Ausbringung von Ratron-Feldmausködern mit dem Wirkstoff Chlorphacinon zur Feldmausbekämpfung auf Ackerflächen des Freistaats Thüringen für einen Zeitraum von 120 Tagen genehmigt. Angesichts des extremen Massenauftretens von Feldmäusen in diesem Jahr und den dadurch in einigen Regionen verursachten gravierenden Ertragsverlusten gelte es nun, insbesondere die Wintersaaten vor Fraßschäden zu schützen.

Flächen im Thüringer Becken werden behandelt

Für diese Notfallsituation hat Thüringen nun eine Ausnahmegenehmigung zur vorübergehenden Anwendung der Feldmausköder erwirkt. Eine flächendeckende Behandlung werde in Thüringen nicht erfolgen und die Auflagen des Bundesamtes würden strikt eingehalten. Es würden lediglich Teilflächen in den am stärksten befallenen Gebieten des Thüringer Beckens behandelt. Die Gesamtmenge des auszubringenden Präparates ist auf 26 Tonnen begrenzt.
 
Behandlungen von besonders stark befallenen Raps- bzw. Wintergetreideflächen dürften nur auf Antrag nach vorheriger Anordnung durch das zuständige Landwirtschaftsamt durchgeführt werden. Voraussetzung hierfür sei, dass die untere Naturschutzbehörde einer Bekämpfung auf den betroffenen Flächen zustimme. Damit solle eine Gefährdung wildlebender Vögel und Säugetiere vermieden werden.

Landwirtschaftsämter nehmen Bekämpfungsanträge entgegen

Anträge für Bekämpfungsmaßnahmen können ab sofort bei den örtlich zuständigen Landwirtschaftsämtern gestellt werden. Auf der Agrarministerkonferenz Ende September hatten die Ressortchefs der Länder den Bund aufgefordert, die Feldmausbekämpfung in künftigen Forschungsvorhaben stärker zu berücksichtigen und alternative Bekämpfungsverfahren zu erproben, die dem Arten- und Naturschutz Rechnung tragen. Außerdem soll eine Arbeitsgruppe zur Koordinierung der in den Bundesländern laufenden Arbeiten eingerichtet werden.
Auch interessant