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Produktion und Förderung

Flächentausch auf der Domäne Salzdahlum

© Birgit Greuner/ LuF
von , am
04.10.2014

Landwirt Johannes Weber von der Domäne Salzdahlum bei Braunschweig hat einen Flächentausch mit sieben Kollegen gemacht. Es geht um insgesamt 115 Hektar Land. Der Vertrag ist unterschrieben.

Zum vierten Mal berichten wir in diesem Jahr in unserem Hofreport von der Domäne Salzdahlum im niedersächsischen Wolfenbüttel, einem Verbundbetrieb mit gut 400 Hektar Fläche, einer Legehennenhaltung und einem Hofladen. Betriebsleiter Johannes Weber wartet an einem Feldweg auf uns. Wir wollen zusammen ein paar der Flächen anschauen, die der Landwirt gerade mit insgesamt sieben anderen Landwirten getauscht hat. Wir stehen auf einem Schlag, den Johannes Weber in diesem Jahr zum letzten Mal bewirtschaftet hat. " Ziel des freiwilligen Flächentausches ist es, große Schläge zu erhalten, die wir auch mit modernen Maschinen gut beackern können", erzählt er.
 
Dazu gehört auch das sichere und saubere Auffahren auf angrenzende Straßen mit den Landmaschinen. Neben dem Acker, auf dem wir gerade stehen, gab es bisher mehrere kleine Schläge mit unterschiedlichen Besitzern. Jeder musste direkt von seiner Fläche aus auf die Straße fahren. So war die Straße regelmäßig verdreckt und musste gereinigt werden. Nach dem Tausch werden nun alle kleinen Schläge von einem Landwirt beackert. Vor dem Befahren der Straße kann er seine Reifen jetzt auf einem Feldweg reinigen.

Grundbuch unverändert

Getauscht wurde ausschließlich die Bewirtschaftung: "Alle Pächter bedienen weiterhin die Pacht bei ihrem Verpächter. Das Grundbuch blieb unverändert", betont Weber. In einem privaten Vertrag sind alle Flächen aufgeführt, die die beteiligten Landwirt abgeben und alle Schläge, die den einzelnen Landwirten für die zukünftige Bewirtschaftung übertragen werden. "So ist es auch möglich, jede der Festsetzungen jederzeit wieder rückgängig zu machen", sagt Weber.
 
"Wichtig ist es bei einem solchen Tausch, dass alle Beteiligten mit offenen Karten spielen." Man müsse zum Beispiel über Flächen mit Drainageproblemen offen sprechen, um die Nachteile eines Schlages auch beim Tausch einzubeziehen. "Es ist kein Problem, eine nassere Fläche zu tauschen, aber dann kann der Tausch nicht 1:1 erfolgen, weil die Drainage noch repariert werden muss." Nur wenn alle ehrlich an ein solches Projekt herangingen, könnten die Abmachungen auch Bestand haben.

Fruchtfolge mit Kompromissen

Eine Herausforderung ist die Fruchtfolge. Alle Vertragspartner mussten dem jeweiligen Nachfolger die Vorfrüchte nennen, so dass er die Fruchtfolge anpassen kann. Trotzdem seien Kompromisse notwendig: "Nächstes Jahr haben wir auf einer Fläche zum Beispiel Zuckerrüben stehen, auf der auch im letzten Jahr bereits Rüben standen. Das ist natürlich nicht ideal. Aber es handelt sich dabei um eine kleine neue Teilfläche, die an eine größere Fläche unseres Betriebes angrenzt. Und über allem steht einfach unser Ziel, große Schläge zu erhalten. Der Rest lässt sich arrangieren."
 
Bis es zum Vertragsabschluss kam, vergingen gut zwei Jahre. Zunächst war da nur die Idee, entstanden aus einem freiwilligen Flächentausch, den es vor etwa 20 Jahren schon einmal in und um Salzdahlum gegeben hatte. Im vergangenen Jahr haben zwei Landwirte schließlich die Initiative ergriffen, es gab einige Gesprächstermine und nach einem dreiviertel Jahr stand der Vertrag. "Und jetzt werden wir sehen, wie alles anläuft", sagt Johannes Weber und lacht. "Ich bin da bester Dinge!"
 
Wir fahren weiter zu einem Acker, auf dem Mitarbeiter Andreas Faber gerade Weizen drillt. Mit einer Direktsaatmaschine bringt er 170 kg Saatgut pro Hektar in den Boden. Es handelt sich um einen Keksweizen, den die Domäne für die Okermühle in Hedwigsburg nach Vertrag anbaut. Wie die Landwirte dort den Boden vorbereitet haben, erfahren Sie in unserem Hofreport-Film. Dort sehen Sie auch, was der Rapserdfloh in Salzdahlum angerichtet hat und was die Ernte der ersten Zuckerrüben einbrachte.
 
In Teil I des Hofreportes von der Domäne Salzdahlum begleiten wir Johannes Weber bei der Bestandkontrolle auf den Acker und schauen in seine Legehennen-Mobilställe. Klicken Sie in den Film zu unserem ersten Besuch Anfang Mai...
 
Beim zweiten Besuch berichten wir aus den Erdbeerfeldern und mischen uns unter eine Gruppe Landfrauen, die die Legehennen des Betriebes kennenlernen. Klicken Sie hier in unseren Bericht vom Juni...
 
Im Juli haben wir nach den Ergebnissen der Gerste- und Rapsernte gefragt.Klicken Sie hier und lesen Sie, was Betriebsleiter Johannes Weber eingefahren hat...
 
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