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Steuer und Finanzen

Fremdkapitalbestand der Landwirte auf Rekordhöhe

von , am
17.08.2011

Berlin - Der Fremdkapitalbestand in der deutschen Land- und Forstwirtschaft hat Ende März dieses Jahres mit 40,5 Milliarden Euro einen neuen Rekordstand erreicht.

Ab sofort können Liquiditätssicherungsdarlehen bei der Hausbank beantragt werden. © Mühlhausen/landpixel
Das teilte der Deutsche Bauernverband in Berlin unter Bezug auf Daten der Deutschen Bundesbank mit. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies fast acht Prozent mehr. Rund 82 Prozent des Kreditbestandes sind langfristige Kredite, die der Finanzierung langfristiger Investitionen dienen.
 
Kurz- und mittelfristige Kredite mit einer Laufzeit von unter einem beziehungsweise fünf Jahren spielten dagegen mit einem Anteil von 18 Prozent eine vergleichsweise untergeordnete Rolle; berichtete der Bauernverband. Ende März 2010 hatte deren Anteil bei 19 Prozent gelegen.

Wirtschaftliche Ergebnisse verbessern

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten - Kreditlaufzeit unter einem Jahr - hätten nach Angaben der Bundesbank zum Ende des ersten Quartals 2011 rund 3,3 Milliarden Euro ausgemacht. Diese Entwicklung unterstreiche, dass die deutsche Land- und Forstwirtschaft in einem weiter wachsenden Umfang den Einsatz von Fremdkapital als betriebswirtschaftliches Instrument zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Ergebnisse nutze, schlussfolgerte der DBV. Dazu trage auch das nach wie vor günstige Niveau bei den Zinsen bei. Untermauert wird diese Erkenntnis, dem Bauernverband zufolge, auch von den Ergebnissen des Konjunkturbarometers Agrar.

2,4 Milliarden Euro für Biogas und Sonne

Nach der Befragung für das zweite Quartal 2011 wollten die deutschen Landwirte im kommenden halben Jahr 6,3 Milliarden Euro investieren. Etwa 2,4 Milliarden Euro davon würden in erneuerbare Energien investiert, und zwar fast ausschließlich in die Photovoltaik und in Biogasanlagen. Der Anteil der Landwirte, die eine angespannte Liquiditätssituation angäben, sei nach dem Konjunkturbarometer mit 12 Prozent insgesamt zwar relativ gering, führte der DBV aus. Bei den unter wirtschaftlichem Druck stehenden landwirtschaftlichen Veredlungsbetrieben mit Schweine- und Hühnerhaltung sowie den Betrieben im Osten Deutschlands liege dieser Anteil jedoch deutlich höher.
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