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Steuerrecht

Frist für die Einkommensteuererklärung 2020 verlängert

Frist Finanzamt Einkommensteuererklärung
am Mittwoch, 21.07.2021 - 16:00 (Jetzt kommentieren)

Die Fristen zur Abgabe der Einkommensteuererklärung 2020 wurden verlängert. Das gibt Ihnen auch als Landwirt mehr Zeit für die Steuererklärung.

Grundsätzlich hat der Gesetzgeber die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2020 um drei Monate verlängert. Eine entsprechende Änderung des Steuerrechts wurde Ende Juni im Bundesgesetzblatt verkündet. Für Land- und Forstwirte gelten allerdings gesonderte Fristen.

Wann Ihre Steuererklärung beim Finanzamt sein muss, erklärt Ecovis-Steuerberaterin Cornelia Haaske:

  • Wenn Sie Ihre Steuererklärung selbst erstellen, müssen diese bis zum 31. Oktober 2021 beim Finanzamt einreichen. Normalerweise endet die Frist am 31. Juli.
  • Wer bei der Steuererklärung von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein unterstützt wird, hat noch mehr Zeit. Dann endet die Abgabefrist für die Erklärung 2020 am 31. Mai 2022.
  • Bei Land- und Forstwirten mit abweichendem Wirtschaftsjahr, die ihre Einkommensteuererklärung selbst erstellen, verlängert sich die Frist für den Veranlagungszeitraum 2020 ebenfalls um drei Monate. Das bedeutet zum Beispiel beim land- und forstwirtschaftlichen Regelwirtschaftsjahr, das vom 1. Juli bis 30. Juni des Folgejahres läuft, dass die Einkommensteuererklärung 2020 durch die Fristverlängerung erst am 30. April 2022 beim Finanzamt sein muss. Da dies ein Samstag ist, verlängert sich die Frist sogar bis zum 2. Mai 2022.
  • Bei steuerlich beratenen Land- und Forstwirten endet die Frist nun am 31. Oktober 2022.

Weitere Fristen im Steuerrecht wurden ebenfalls verlängert

Auch andere Fristen, die mit der Steuererklärung im Zusammenhang stehen, wurden vom Gesetzgeber um drei Monate verlängert, beispielsweise die Fristen bei Verspätungszuschlägen und Einkommensteuervorauszahlungen. Die Karenzzeit zur Verschonung vor Verzugszinsen auf Steuerschulden wurde ebenfalls um drei Monate ausgeweitet.

„Drei Monate mehr Zeit, um die Steuererklärung zu erstellen und beim Finanzamt einzureichen, sind eine wichtige Entlastung – nicht nur für uns in den Steuerkanzleien“, sagt Ecovis-Steuerberaterin Cornelia Haaske. Denn schließlich war das letzte Jahr geprägt von der Corona-Pandemie. Deren Auswirkungen sind auch weiterhin eine absolute Sondersituation.

Aus demselben Grund hatte der Gesetzgeber auch bereits die Fristen für die Einkommensteuererklärung 2019 verlängert.

Zusätzliche Steuererleichterungen in den Katastrophengebieten

Die geschilderten Fristverlängerungen gelten unabhängig von den Steuererleichterungen, die Bund und Länder aktuell für Unternehmen erlassen, die von der Hochwasserkatastrophe geschädigt wurden.

Wie das Bundesfinanzministerium am Mittwoch (21.7.) in Berlin mitteilte, stimmte das Ressort für die Katastrophengebiete entsprechenden Maßnahmen durch die Bundesländer zu. Konkret geht es etwa um eine Stundung von fälligen oder bis zum 31.Oktober 2021 fällig werdenden Steuern. Auf Verspätungszuschläge kann verzichtet werden, außerdem soll bis Ende Januar 2022 von Vollstreckungsmaßnahmen abgesehen werden. Bei einem Verlust von steuerlich relevanten Unterlagen sollen keine steuerlichen Nachteile entstehen.

Mit Material von Ecovis, dpa
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