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Produktion und Förderung

Frühjahrsdüngung - So ist der Stand auf Deutschlands Äckern

von , am
10.03.2011

München - Raus aufs Feld, die Düngung steht an. Oder doch nicht - ist der Boden noch gefroren? Wir wollten es genauer wissen und haben nachgefragt.

UBA: Rund zwei Drittel der Stickstoffemissionen in Deutschland stammen laut Umweltbundesamt aus der Landwirtschaft. © Mühlhausen/landpixel
Mit der milden Witterung, die nach Meinung des Wetterexperten noch bis in die nächste Woche anhalten soll, beginnt die Vegetationsperiode. Experten empfehlen Landwirten in diesem Jahr eine etwas höhere Andüngung, damit die Pflanzen die Wachstumsverzögerungen schnell aufholen können. "Vor allem Raps braucht dringend Stickstoff, um in die Puschen zu kommen", erklärt Andreas Lege von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
Eine Umfrage auf agrarheute.com zur Stickstoffdüngung hat ergeben, dass 64 Prozent der User ihre Startgabe schon erledigt haben. 19,6 Prozent der Teilnehmer wollen die Stickstoffdüngung "in den kommenden Tagen" durchführen, bei 16,4 Prozent dauert es noch ein bisschen.

landlive.de: Große Unterschiede

Auch von den landlive-Usern wollten wir wissen, wie es um ihre Frühjahrsdüngung bestellt ist.
 
Aus dem Kreis Groß Gerau berichtet LANDAU (7. März)
"Hier sind die Bauern seit circa letztem Donnerstag am Säen. Genau sagen lässt sich das bei uns nicht, da unsere Böden sehr stark variieren - von bestem Spargelsand bis zu schwersten Tonböden mit über 70 Prozent Tonanteil. Gerade kommen Sommergerste, Hafer, Zwiebeln und Zuckerrüben in den Boden. Auch die Ersten Kartoffeln werden gelegt. Mir persöhnlich ist es noch zu kalt zum Hafer säen. Die Düngergaben im Getreide und Raps sowie Grundüngung zu Zuckerüben wurden alle schon seit dem 1. Februar gemacht, da die Böden zu der Zeit tragfähig geforen waren. Seit dem 1. Februar wurde schon Gülle als Dünger ins Getreide gefahren. Im Raps werde ich morgen die ersten Gelbschalen aufstellen und wenn das Wetter weiter so mild bleibt, rechne ich bis zum Wochenende mit dem Ersten Insektizideinsatz im Raps - was aber stark abhängig von den Temperaturen in den komenden Tagen ist ."
 
Bummalschupsa, Altbayern (8. März)
"Aufgrund der zu erwartenden Frühjahrstrockenheit wurde auf Weizen 120 kg N mit stabilisierten langsam wirkenden Düngern ausgebracht. Das ist die erste und zweite Gabe unter Berücksichtigung von N min Untersuchung. Langjährig die bessere Variante. Zur Ertrags- und Qualitätsdüngung wird schwefelhaltiger Dünger gestreut. Ertrag je nach Protein 90 dz/ha."
 
Torti aus Leubsdorf/Erzgebirge (8. März)
"Bei uns im Erzgebirge wurde noch gar nix gemacht,weder Dünger gestreut noch Gülle gefahren. Da der Boden permanent gefroren ist wurde natürlich auch noch nichts gesät."
 
Kartoffelbluete, Schwäbische Alb (8. März)
"Bei uns auf der Alb wurde außer Güllefahren noch nichts gemacht. Es ist durch die kalten Ostwinde noch zu kalt, jede Nacht Kahlfrost bis - 8°C. Und ob die Gülle auf Getreide, das durch die Kahlfröste schon geschlaucht genug ist, nicht mehr geschadet wie genutzt hat, wird sich erst noch zeigen müssen. Da wir dieses Jahr unnormal früh trockene Felder haben, werden wir diese Woche noch die Felder, die mit So.gerste und Mais gestellt werden, kalken und dann gehts Ende diese Woche - wenn kein Nachtfrost mehr kommt - los mit düngen und säen."
 
Darky 8. (März)
"Ich werd heute anfangen zu grubbern oder wenns noch zu nass im Unterboden ist, die Kleeuntersaat ins Getreide walzen und die Wurzeln gleich wieder andrücken nachm frostigen winter... Dinkel scheint die kahlfröste aber gut weg zu stecken..... daumen drücken."
 
Kekskruemel, Niedersachsen (8. März)
"Die meisten sind hier seit ca 10 Tagen im Gange, ich habe am Sonntagmorgen angefangen mit Dünger fahren, da die Böden mitlerweile recht trocken sind und zusätlich die Nachtfröste Spuren vermieden haben. Als Startgabe habe ich ca. 75kg N (AHL) und ca. 15KG S (ATS) gegeben. Anschließend habe ich am Sonntag Nachmittag noch Hafer gedrillt, dies ging recht gut, da nur die oberen 8cm aufgetaut und gut abgeluftet waren und dort drunter noch Frost im Boden war. Als Vorfrucht waren dort Rüben, das Land habe ich mitte Januar gegrubbert um noch ne gute Frostgere zubekommen."
 
agrotron118, Oberösterreichisches Alpenvorland (8. März)
"Durch den noch immer gefrohrenen Boden sieht es mit der Bodenbearbeitung bei uns schlecht aus. Einige haben angefangen ihre Winterbegrünungen unter zu pflügen, aber an säen ist bei uns nocht nicht zu denken. Nachts herrschen noch Temperaturen von bis zu -10° und tagsüber max. +12°. Die Böden sind aber gut befahrbar, um Wirtschaftsdünger und Handelsdünger auszubringen. Viele fahren mit Gülle auf Weizen und mit Festmist auf die zubestellenden Äcker."

Wochenfrage: Stickstoffdüngung im Weizenbestand

In der letzten agrarheute.com Wochenfrage stand das Thema Stickstoffdüngung im Blickpunkt.
 
Herbert Geißler, Bayern, berichtete
"Der Weizenbestand ist in einem guten Zustand, es sind keine Auswinterungsschäden zu verzeichnen. Dieses Jahr war zum Glück kein Frost unter der Schneedecke. Die derzeitigen Temperaturen sind für den Bestand auch in Ordnung. Daher wird die erste Gabe ausgebracht, sobald es wettermäßig geht. Derzeit liegen die Ergebnisse der Bodenuntersuchung leider noch nicht vor aber ich habe schon eine genaue Vorstellung von der auszubringenden Menge an Stickstoff. Aus den Vorjahreswerten ergibt sich für die erste Gabe, die mineralisch erfolgt, eine Menge von 80 Kilo Stickstoff und für die zweite Gabe, die mit Mist ausgebracht wird, eine Stickstoffmenge von 100 Kilo Stickstoff. Die dritte Gabe ergänzt dann die Differenz zum errechneten Bedarf der Kultur. Mit Mist werden eventuell entstehende Stickstoff-Versorgungslücken geschlossen. Ich habe meine Taktik in punkto Sortenwahl klar definiert und greife immer auf ähnliche Sorten zurück. Das Risiko ist so geringer, und die allgemeine Handhabung ist berechenbarer."
 
Sebastian Frey, Bayern 
"In dieser Saison haben wir 20 Hektar Winterweizen im Anbau. Die Stickstoffdüngung habe ich bereits ausgebracht. Der Bestand ist gut aus dem Winter gekommen und es sind kaum Kahlfröste zu verzeichnen, die den Weizen stark schädigen würden. Ich bin daher mit dem Ausgangsbestand sehr zufrieden. Wir erhoffen uns eine gute Ernte, trotzdem wissen wir natürlich nicht, was in den kommenden fünf Monaten passieren wird. Den Grundbaustein haben wir aber gelegt. Die Erzeugerringe haben in den vergangenen Wochen die durchschnittlichen Nmin-Ergebnisse veröffentlicht. Dennoch habe ich zusätzlich eigene Nmin-Proben gestochen. Der Durchschnitt für Schwaben liegt bei 65 Kilo Stickstoff. Wir haben bei den Proben von unserem Betrieb Werte zwischen 60 und 70 Kilo gehabt. Daher habe ich den Mittelwert von 65 Kilo Stickstoff gewählt. Auf Einzelflächen haben wir teilweise 10 Kilo Stickstoff als Zuschlag vorgenommen. Wir haben den Stickstoff im Bereich zwischen 54 Kilo und 67,5 Kilo wie in den Vorjahren gestreut und sind auf diese Weise stets erfolgreich gefahren und werden diese Methode weiterhin anwenden."
 
Rudi Bergmann, Mittelfranken
"Die Bestände sind in einem gutem Zustand außer einigen Wildschweinschäden. Die Vorfrucht war Silomais. Die Düngung erfolgt nach vorliegenden Nmin- Ergebnissen des Erzeugerrings. Wenn in den nächsten Tagen die Böden befahrbar sind werden wir mit dem Dünger streuen beginnen."
 
Natürlich interssiert uns Ihre Düngerstrategie weiterhin. Diskutieren Sie doch auf landlive.de mit anderen Landwirten. zum Düngerthread ...
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