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Produktion und Förderung

Frühmahd: Von innen nach außen arbeiten schützt Wildtiere

© reubin flood/aboutpixel.de
von , am
20.04.2011

Bonn - Bei der anstehenden Mahd von Grünland oder Energiepflanzen wie Grünroggen sollten Landwirte auf die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere achten.

Rehe setzen ihre Kitze in hohes Gras, um sie zu schützen. Bei der Grünlandernte kann den Jungtieren dies zum Verhängnis werden. © reubin flood/aboutpixel.de
Der Terimin der Frühmahd fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher vor Fressfeinden verstecken. Um die Wildtiere zu schützen ist es ratsam, die anstehenden Grünschnitt-Termine mit dem Jagdpächter abzustimmen und die Mähtechnik dem Tierverhalten anzupassen. Wirkungsvollste Maßnahme ist dabei das Mähen des Feldes von innen nach außen.
 
Der Bundesverband Lohnunternehmen (BLU), der Bundesverband der Maschinenringe (BMR), der Deutscher Bauernverband (DBV) und der Deutscher Jagdschutzverband (DJV) empfehlen, den Mähtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abzusprechen oder selbst erforderliche Maßnahmen für die Wildtierrettung durchzuführen. Dazu gehören beispielsweise das Absuchen der Wiesen, der Einsatz von Wildrettern oder die Vergrämung (Vertreibung). Einfach, kostengünstig und sehr effektiv sind Knistertüten, Flatterbänder oder Kofferradios. Bereits eine Maßnahme zur Vertreibung pro Hektar Anbaufläche wirkt.

Verletzung der Tiere kann mit Geldstrafe geahndet werden

Derartige Maßnahmen sind auch wichtig, um tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Wer Verletzung und Tötung von Jungwild durch den Kreiselmäher bewusst in Kauf nimmt, kann dadurch eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz begehen, die mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden kann.
 
Die Verbände empfehlen vor allem, das Feld mit dem Grünlandschnitt grundsätzlich von innen nach außen zu mähen. So haben Feldhasen oder Fasane während der Mahd die Möglichkeit zur Flucht. Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtszeit zusätzlichen Erfolg – gerade bei Rehkitzen, die sich instinktiv ducken.

Sensorsystem wird entwickelt

Finanziell gefördert durch das Bundesforschungsministerium entwickeln derzeit namhafte Hersteller von Landtechnik und Elektronik ein Sensorsystem für landwirtschaftliche Mähmaschinen, mit dem künftig in den Wiesen liegende Rehkitze bei der Mahd erkannt werden sollen. Ziel des Projekts "Wildretter" ist ein markttauglicher Prototyp für Mähmaschinen, der mit geringem Aufwand zuverlässig Kitze während der Mahd erkennt. Erste sich in Erprobung befindende Ansätze sind erfolgversprechend.
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