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Produktion und Förderung

Fünf Fragen an ... - Leonhard Ost

von , am
29.01.2013

In unserer Serie "Fünf Fragen an..." stellen wir Ihnen interessante Persönlichkeiten aus der Landwirtschaft vor. Heute: Leonhard Ost, Präsident Bundesverband der Maschinenringe e.V..

Leonhard Ost, Präsident Bundesverband der Maschinenringe e.V.. © BMR e.V., Fotograf: C. Franke
Seit über drei Jahren ist Leonhard Ost Präsident der deutschen und europäischen Maschinenringe. Er wuchs gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder und fünf älteren Schwestern im schwäbischen Ellzee auf.
 
In der 1.000-Seelen-Gemeinde wohnt er noch heute. Seine Biogasanlage hat der 59-Jährige bereits an seinen Sohn übergeben, am Wochenende ist er jedoch immer noch Bauer aus Herzblut.

Was verstehen Sie unter 'freien Bauern'?

Ich denke ein freier Unternehmer zu sein ist ein sehr hohes Gut. Eigentum zu haben ebenfalls. Unabhängig und selbstständig zu sein. Den Betrieb nach eigen Idee und Vorstellungen weiter zu entwickeln. Die Freiheit zu haben, meine Neigungen und Fähigkeiten auszuleben. Es ist mir wichtig, Entscheidungen selbst treffen zu können und Neues auszuprobieren. Dazu gehört auch, Neues erfahren zu wollen und offen zu sein.
 
Ich war als junger Mann drei Jahre als Aufzugmechaniker unterwegs. Danach wusste ich was ich nicht wollte. Natürlich gehört auch ein gute Portion Mut dazu. Neues und vielleicht ungewohntes anzupacken ist nicht unbedingt gut angesehen.

Und wozu brauchen diese Mehrheiten?

Man kann noch so schlau sein, als Einzelkämpfer wird man nie so weit kommen wie mit einer Gemeinschaft. Das habe ich vor allem durch meine Ehrenämter gelernt. In allen Gremien werden am Ende des Tages Beschlüsse gefasst. Wenn Sie hier keine Mehrheiten für ihre Ideen zusammenbringen, wird es auch keine Entwicklung in Ihrem Sinne geben. Netzwerke sind in der heutigen Zeit enorm wichtig. Vor allem eröffnet der Austausch mit anderen oft neue Blickwinkel auf die Dinge. Zum Beispiel musste ich lernen, dass das negative Bild der Landwirte in den Medien nicht ganz unverschuldet ist. Natürlich berichten die Medien vor allem über Skandale - aber könnten die Landwirte besser kommunizieren würde dies einiges verbessern.

Was bedeutet Ihnen die Arbeit in und für die Maschinenringe?

Mir bedeutet die große Gestaltungsmöglichkeit bei den Maschinenringen ohne politischen Zwang sehr viel. Mich begeistert die hohe Kreativität der hier tätigen Menschen. Die von dem Wunsch und der Tatkraft beseelt sind, immer die besten Lösungen für unsere Bauern zu haben oder zu finden. Das schöne bei der Maschinenringarbeit ist, dass das was wir tun sehr schnell und meistens unmittelbar bei unseren Bauern Wirkung zeigt. Sei es die Arbeitserledigung oder die Erleichterung, die sofortige Hilfe bei Unfällen oder Krankheiten. Ebenso die Lösungsansätze und die Begleitung der Betriebe zu einem notwendigen Wachsen. Dass dies aber auch sozial verträglich stattfindet, ist uns sehr wichtig.

Der Mut zu Neuem: Wer sich nicht entscheidet ...

... über den entscheiden andere.

Was ist Ihr persönliches Rezept für eine Balance zwischen Hof und Hobby?

Den Betrieb zuhause führt mein Sohn. Ich arbeite auf Grund meiner Ehrenämter zu Hause sehr gerne noch als "Wochenendebauer" mit. Ausgleich finde ich zudem noch beim Fahrradfahren. Da kommen pro Jahr einige hundert bis tausend Kilometer zusammen. Mit dem Team Maschinenring sind wir jedes Jahr bei der Wendelsteinrundfahrt dabei. Zusammen mit meiner Frau und meinen Freunden haben wir auch schon die Alpen überquert und sehr viele Radtouren durch Deutschland gemacht. Desweiteren bereisen wir in der Regel alle zwei Jahre ein Land auf dieser Welt. Ganz wichtig ist aber: auch die Landwirtsfamilie muss in der Lage sein, Freizeit, Hobby und Urlaub unterzubringen.

Maschinenringe: Die Idee ist aktueller denn je

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