Login
Produktion und Förderung

Futtermittel: Eiweißfutter bleibt knapp und teuer

von , am
12.09.2012

Die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot haben etwas nachgegeben. Einen neuen Impuls nach oben könnten die Preise bereits heute vom neuen USDA-Report erhalten.

Sojabohnen sind eines der wichtigsten Güter des brasilianischen Agrarexportes. © Mühlhausen/landpixel
Die Preise für Sojabohnen und Sojaschrot haben Anfang September an den internationalen Handelsplätzten etwas nachgegeben. Dennoch liegen die Notierungen nicht allzu weit von ihren letzten Allzeithochs entfernt.
Einen neuen Impuls nach oben könnten die Preise bereits vom neuen USDA-Report am Mittwoch erhalten. Dann wird klar, wie knapp Soja und Sojaschrot bis zum Frühjahr sein werden. Damit wird jedoch auch das Kostenproblem für die Tierhalter immer bedrückender, denn kurzfristig ist keine Entlastung in Sicht.

US-Sojaernte noch kleiner

Die Mehrheit der US-Analysten erwarten heute eine weitere Korrektur der US-Sojaernte nach unten. Nur wenige Beobachter gehen davon aus, dass die jüngsten Regenfälle im Mittelwesten die Erträge stabilisiert oder sogar leicht über das im August erwartete Ertragsniveau gehievt haben.
 
Das Crop-Monitoring des USDA von dieser Woche zeigt, dass sich 36 Prozent der Sojabohnen sich in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand befinden. Im Vergleich zur letzten Woche ist dies lediglich eine Verbesserung von einem Prozentpunkt. Gleichzeitig befanden sich nur 32 prozent der Sojabohnen in guter oder sehr guter Verfassung. Im langjährigen Mittel waren dies immerhin 60 Prozent.

Lagerbestände und Exporte schrumpfen

Globaler Sojapreisindex (Exportpreise)
Die letzte Ernteschätzung des USDA vom August ging von einer US-Soja-Ernte von 73 Millionen Tonnen (Mio. t) aus. Das wären rund zehn Millionen Tonnen weniger als im letzten Jahr und die kleinste US-Ernte seit 2007. Eine Konsensschätzung von US-Analysten für die Nachrichtenagentur Blomberg geht sogar von der kleinsten US-Sojaernte seit 2003 aus und den niedrigsten Lagerbeständen seit 1973.
 
Die Sojaexporte würden im Vergleich zum Vorjahr mindestens um sieben Millionen Tonnen auf etwa 30 Mio. t schrumpfen. Das wäre die kleinste Ausfuhrmenge seit 2005. Ebenso kräftig wird die Produktion und der Export von Sojaschrot zurückgehen. Mit Schrotausfuhren von etwa sechs Millionen Tonnen dürften die US-Exporte etwa 2,5 Mio. t kleiner sein als im Vorjahr und auf den Stand von 2005 zurückfallen.
 

Tierhalter in den roten Zahlen

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Angesichts der knappen Versorgunglage erwarten nicht wenige Analysten bis zum Jahresende einen weiteren Preisanstieg und bis weit ins nächste Jahr hinein hohe Preise. Am US-Terminmarkt hat sich Sojaschrot seit Anfang des Jahres um 66 Prozent verteuert. Mit dieser rasanten Verteuerung des wichtigsten Eiweißfutters rutschten jedoch viele Tierhalter tief in die roten Zahlen.
 
Bis zum Januar 2013 hinein halten die Terminpreise für Soja und Sojaschrot das sehr hohe Niveau und geben erst für den Märzkontrakt (mit der erwarteten südamerikanischen Rekordernte) etwas nach. Der US-Fleischgigant Tysons stellte in einer Analyse fest, dass mit Schrotpreisen über 550 US-Dollar pro Tonne (USD/t) keine rentable Produktion mehr möglich ist. Diese Einschätzung wird durch die die massiven Verluste bestätigt, die US-Schweinhalter und auch Rindermäster derzeit machen.

Entlastung erst im Frühjahr

Zum Beginn der zweiten Septemberwoche lagen die US-Exportpreise (fob-Gulf) für Sojabohnen bei 663 USD/t. Aus Argentinien wurden für Soja fob-Preise von 672 USD/t gemeldet. Cif-Rotterdam kostete Sojaschrot (48 Prozent) aus Brasilien 661 USD/t. Bis zum Dezember bewegen sich die Kontraktpreise auf einem ähnlich hohen Niveau. Erst für den Januartermin (mit dem neuen Angebot aus Südamerika) müssen die Abnehmer derzeit etwa 41 USD/t weniger anlegen.
 
Auch interessant