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Produktion und Förderung

Futtermittel: Stärkster Kostenanstieg für Rinderhalter

von , am
05.12.2012

Die Kosten für Futtermittel bleiben trotz des Rückgangs der Sojapreise im Herbst sehr hoch. Dabei stiegen die Futterkosten in der Rinderhaltung dieses Jahr deutlich stärker als in der Schweinemast.

© Mühlhausen/landpixel
Trotz des Rückgangs im Herbst (-12 Prozent) ist Sojaschrot die Futterkomponente mit dem stärksten Preisanstieg im Jahresverlauf. Im Oktober 2012 waren die Sojaschrotpreise noch immer mehr als 70 Prozent höher als vor einem Jahr. Gleichzeitig kostete Futterweizen im Oktober in der EU 38 Prozent mehr als Ende 2011. Futtermais war nach den Daten der Kommission im Oktober rund 27 Prozent teurer als im Dezember 2011 und für Futtergerste mussten die Landwirte 25 Prozent mehr ausgeben.
 

Schweinefutter ein Viertel teurer

Nach den Berechnungen der EU-Kommission sind die Futterkosten in der europäischen Schweinemast von Dezember 2011 bis Oktober 2012 um knapp 23 prozent auf 32,81 Euro je 100 kg gestiegen. Im Vergleich Oktober 2011 waren Kosten für den Futterzukauf ein Jahr später um knapp 20 Prozent höher. In Deutschland ist der Anstieg der Futterkosten in der Schweinemast von Dezember 2011 bis Oktober mit 25 Prozent sogar noch geringfügig höher als im Schnitt der EU.
 

Kaum Entlastung für Rinderhalter

EU: Entwicklung der Futterkosten
In der intensiven Rinderproduktion war der Kostenanstieg nach den Daten EU-Kommission von Dezember 2011 bis Oktober 2012 mit 39 Prozent auf etwa 28,49 Euro 100 kg sogar erheblich stärker als in der Schweinehaltung. Hierfür ist offenbar der größere Anteil an Eiweißfuttermitteln (Soja) in den Rationen verantwortlich.
 

Schwein: Stabile Kosten-Erlös-Relation

Betrachte man das Verhältnis der Futterkosten zu den Schlachterlösen, hat sich diese Relation in der Schweinemast in den letzten Monaten nur wenig verändert. Die bis in den Oktober hinein steigenden Schweinepreise haben den größten Teil des Kostenanstiegs abgefangen, so dass die Relation von Futterkosten zu Schlachterlösen in etwa gleich geblieben ist. Der im November beginnende Preisrückgang dürfte dieses Verhältnis allerdings deutlich verschlechtert haben.
 

Rind: Margen kräftig geschrumpft

Anders war die Entwicklung in der intensiven Rindermast und in der Milchproduktion. Dort sind die Futterkosten schneller gestiegen als die Erlöse für Schlachtvieh (und Milch). Damit hat sich auch die Relation zwischen Futterkosten und Schlachterlösen im Jahresverlauf spürbar verschlechtert und erreichte etwa im August seinen schlechtesten Stand. Danach gab es mit den rückläufigen Sojapreisen eine moderate Verbesserung der Situation, jedoch ist das Verhältnis von Schlachterlösen zu Futterkosten im Oktober noch immer schlechter als im gesamten ersten Halbjahr 2012 und verdeutlicht die angespannte Situation in der Rinderhaltung.
 

Milch: Kostenexplosion auch in den USA

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Ähnliche Daten kamen Ende November auch aus den USA. Dort mussten Milchfarmer für zugekaufte Futtermittel von Januar bis Oktober einen Preisanstieg von 72 Prozent verkraften. Betriebseigenes Futter verteuerte sich in der Kalkulation um knapp 17 Prozent. Insgesamt kommt für US-Milchproduzen von Januar bis Oktober 2012 ein Anstieg der Futterkosten von 44 Prozent heraus und damit ein ähnlicher Kostensprung wie in der europäischen Rinderhaltung.
 
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