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Produktion und Förderung

Futtervormischung: Dioxin-Grenzwert 40-fach überschritten

© agrar-press
von , am
09.04.2013

Hannover - In Belgien ist eine Futtermittelvormischung aufgetaucht, die den Dioxin-Höchstwert gravierend überschreitet. Die Mischung gelangte auch nach Deutschland. Niedersachsen meldet Entwarnung.

Die belastete Vormischung wurde in Niedersachsen nicht verarbeitet. © agrar-press
Das Landwirtschaftsministerium Niedersachsen berichtet über eine Futtermittelvormischung, die die zulässige Höchstmenge an Dioxin um das 40-Fache überschreitet. 
 
Die Futtermittelvormischung kommt aus Belgien und enthielt den Zusatzstoff Tocopherol. Dieser wiederum stammt aus China und wurde im Dezember 2012 nach Belgien geliefert. Dort verwendete man es für die entsprechende Futtermittelvormischung. Deren Höchstmengenüberschreitung war gravierend: Sie enthielt 40 Mal soviel Dioxin wie die Höchstmenge erlaubt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hatte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium über eine entsprechende Schnellwarnung aus Belgien informiert.

Vormischung nach Deutschland geliefert

Aus Belgien wurde die Vormischung in mehrere EU-Mitgliedstaaten geliefert - unter anderem auch nach Deutschland. Hier sollte sie in Futtermittel eingemischt werden.
 
Bisher ist bekannt, dass ein niedersächsischer Betrieb die Vormischung erhalten hat: An einen Mischfutterhersteller im Landkreis Diepholz wurden insgesamt 900 Kilogramm der Vormischung geliefert. Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium berichtet, hätten die am gestrigen Montag eingeleiteten Ermittlungen ergeben, dass die Ware in dem Betrieb noch komplett erhalten ist. Sie sei weder verarbeitet noch ausgeliefert worden.
 
Die Futtermittelvormischung wurde gesperrt und darf nicht verwendet werden. Die hochbelastete Ware wird nun an den belgischen Händler zurückgeliefert, der eine ordnungsgemäße Entsorgung sicherstellen, beziehungsweise sich mit möglichen Schadensersatzforderungen an den zuständigen Hersteller in China wenden muss.

Über weitere Lieferungen ist uns momentan nichts bekannt.

Landwirtschaftsminister Meyer: Kontrollen weiter ausbauen

Landwirtschaftsminister Christian Meyer sieht sich durch diesen Fall in seiner Absicht bestätigt, die Futtermittelkontrollen weiter auszubauen: "Angesichts des weit verzweigten internationalen Handels und zunehmender Importe von Zusätzen aus Drittländern, müssen wir insbesondere am Anfang der Futtermittelkette die staatlichen Kontrollen verstärken. Wir werden daher ein verbessertes Kontrollsystem und mehr Verbrauchersicherheit der Futtermittelindustrie über Gebühren in Rechnung stellen."
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