Login
Produktion und Förderung

Futterzusätze: 'Absolut negativ besetzt'?

© Fritz/agrarheute.com
von , am
28.04.2014

Berlin - Zusatzstoffe genossen durchaus mal mehr Ansehen. Heute stoßen sie auf Akzeptanzprobleme. Weil sie aber einen positiven Beitrag in der Fütterung leisten können, ist Aufklärung nötig; so das Signal der AWT.

2013 war für viele Milcherzeuger ein gutes Jahr: die Milchpreise stiegen, während Futtermittel billiger wurde. © hapo/landpixel
Die Bedeutung und Möglichkeiten von Zusatzstoffen in Futtermitteln werden künftig zunehmen, beispielsweise um das Tierwohl zu verbessern und den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. Allerdings seien mehr Transparenz und Aufklärung nötig, ebenso wie für alle Bereiche der modernen Landwirtschaft. Das berichtet Agra Europe von der 60. Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung (AWT).

Offenes Auftreten ist gefragt

Der Inhaber der Miavit GmbH und ehemalige AWT-Vorsitzende Stefan Niemeyer erinnerte daran, dass man Zusatzstoffe früher sehr positiv gesehen habe, während sie heute absolut negativ besetzt seien. Bei der Aufklärung müsse man etwa bereits in Schulen und Universitäten ansetzen.
 
Im Krisenfall arbeiteten Landwirtschaft sowie vor- und nachgelagerte Bereiche allerdings derzeit noch gegeneinander, bemängelte Niemeyer. Mehr Solidarität innerhalb der Landwirtschaft mahnte auch Prof. Josef Kamphues von der Tierhochschule Hannover an. Der Wissenschaftler zeigte Potenziale verschiedener Futtermittelzusatzstoffe auf und forderte die Landwirtschaft und Zulieferer auf, sich der manchmal unbequemen Öffentlichkeit zu stellen.
 
Vom nötigen gesamtgesellschaftlichen Konsens sprach zudem Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Zusatzstoffe verbessern Effizienz

Die Akzeptanz der Tierhaltung sei ein wichtiges Thema, berichtete Hortmann-Scholten und informierte über Bürgerinitiativen und einen ständigen unterschwelligen Protest in Regionen mit intensiver Tierhaltung. Obwohl er die Forderung nach einer extensiven bäuerlicher Landwirtschaft für falsch halte, müsse man gesellschaftliche Akzeptanz erreichen und einen konsensfähigen Dialog führen, betonte der Kammervertreter.
 
Kamphues unterstrich, Zusatzstoffe verbesserten beispielsweise die Effizienz der Futterverwertung, was vor allem angesichts begrenzter Ressourcen wichtig sei. Der Wissenschaftler berichtete weiter, Antibiotikagaben würden bei Nutztieren vor allem bei Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt. Gerade hier könne man über Futtermittelzusatzstoffe viel Vorsorge treffen.

Marktreport: Futterkosten im März gestiegen

Auch interessant