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Energiekosten für Verbraucher

Gasumlage wird teuer: Gaskosten verdoppeln sich

gaskosten.
am Freitag, 26.08.2022 - 12:05 (2 Kommentare)

Die Gaskosten können sich durch die Gasumlage verdoppeln. Die Gaspreise sind bereits jetzt auf Rekordstand. Am deutschen Spotmarkt wurde Gas diese Woche für 31 Cent je Kwh gehandelt. Das ist fast dreimal so viel wie die meisten Gaskunden derzeit zahlen.

Gaspreise.

Die Gasumlage soll ab dem 1. Oktober 2022 für eineinhalb Jahre gelten. Mögliche Preisanpassungen müssen mit einem Vorlauf von mindestens sechs Wochen angekündigt werden. Stichtag wäre demnach der heutige Freitag (26.08). Außerhalb der Grundversorgung könnten auch abweichende Ankündigungsfristen in den Vertragsbedingungen vereinbart sein, wie es beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hieß.

Die Gasanbieter müssen die Umlage nicht an ihre Kunden weitergeben, werden es aber überwiegend tun. Das Geld aus der Gasumlage soll Firmen entlasten, die wegen der gedrosselten Lieferungen aus Russland anderswo teuer Gas einkaufen müssen, um ihre Verträge zu erfüllen.

In den Miteilungen der Gasanbieter zu den Preiserhöhungen tauchen neben der Gasumlage noch drei weitere Umlagen auf, die die Verbraucher zahlen sollen. Danach können sich die Gaskosten in einem 4-Personen-Haushalte fast verdoppeln, haben Vergleichsportale ausgerechnet. Doch auch ohne die Umlagen steigen die Gaskosten schon steil an.

Das Vergleichsportal Verivox zählt aktuell bei Gas 168 Preiserhöhungen von Grundversorgern für August, September und Oktober. Die durchschnittliche Erhöhung lag danach bei 44,1 Prozent, ein Drei-Personen-Haushalt habe dadurch Mehrkosten von durchschnittlich 1008 Euro pro Jahr, berichtet Verivox. Die neuen Umlagen zur Gasbeschaffung und Gasspeicherung sind aber noch nicht in den Preisänderungen berücksichtigt.

Vier Gasumlagen belasten Verbraucher schwer

Die Gasumlage hat mit 2,419 Cent pro kWh den größten Anteil an der weiteren Erhöhung der Gaspreise. Zusätzlich zur Gasumlage stehen in den Mitteilungen der Gasanbieter aber noch drei weitere Umlagen: Dazu gehört die sogenannte Bilanzierungsumlage. Sie steigt auf 0,57 Cent pro kWh. Sie wird alle zwölf Monate angepasst und lag zuletzt bei null Cent.

Jetzt wird die Bilanzierungsumlage notwendig, um die gleichmäßige Auslastung des Gasnetzes zu garantieren, heißt es seitens der Versorger. Wird mehr Gas verbraucht als geplant, muss der zusätzliche Bedarf kurzfristig am Markt beschafft werden und diese Zusatzeinkäufe sind aktuell sehr teuer.

Der nächste Aufschlag ist die Gasspeicherumlage. Sie beträgt derzeit 0,059 Cent pro kWh. Sie wird zum ersten Mal erhoben und resultiert aus dem Energiewirtschaftsgesetz, in dem erstmalig Füllstands-Vorgaben für die deutschen Gasspeicher gemacht werden.

Neu hinzu kommt dann noch die Konvertierungsumlage. Sie liegt bei 0,038 Cent pro kWh. Sie wird, wie die Bilanzierungsumlage, jedes Jahr neu angepasst. Mit der Konvertierungsumlage wird die Umwandlung bzw. Anpassung von zugekauftem Gas für das deutsche Gasnetz finanziert.

Gas-Kosten könnten sich verdoppeln

Bei einem Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh im Jahr kommen für die Bilanzierungsumlage etwa 115 Euro dazu, für die Gasspeicherumlage rund 11 Euro und für die Konvertierungsumlage noch mal gut 7 Euro, hat der WDR ausgerechnet. Zusammen mit der Gasumlage und der Mehrwertsteuer ergibt das zusätzliche Kosten von rund 660 Euro.

Die Höhe der Gasumlage kann alle drei Monate angepasst werden. Reduziert Russland die Gaslieferungen nach Deutschland noch weiter, oder stellt sie gar komplett ein, könnte die Gasumlage weiter steigen. Entscheidend sind außerdem die Preise auf dem Gasmarkt, die aktuell durch die Decke gehen.

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte gesagt, der Mehrwert-Steuersatz für Gas solle von bisher 19 auf 7 Prozent fallen. Dies soll so lange gelten, wie die Gasumlage erhoben wird, also bis Ende März 2024.

Anspruch auf Geld aus der Gas-Umlage haben zwölf Unternehmen angemeldet. Die Ansprüche belaufen sich auf insgesamt rund 34 Milliarden Euro - ein Großteil entfällt auf die angeschlagenen Gasimporteure Uniper und Sefe (ehemals Gazprom Germania).

Es gibt aber auch Unternehmen auf der Liste, die derzeit nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind. Dies hatte  innerhalb der Ampel-Koalition für erheblichen Diskussionen gesorgt.

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