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Steuer und Finanzen

Wie gehen Sie an Ihre Investitionsplanung heran?

Externer Autor ,
am
21.01.2011

Baden-Württemberg/Sachsen-Anhalt/Niedersachsen - Im landwirtschaftlichen Betrieb stehen über das Jahr ständig Investitionen an. Wir fragen drei Landwirte, wie sie an ihre Finanzierungen und Investitionsplanung herangehen.

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Gemeinsame Entscheidung, möglichst hohe Eigenkapitalquote, gutes Rating
Mathias Mayer, 89150 Laichingen-Suppingen Baden-Württemberg

"Sämtliche Investitionsplanungen und Entscheidungen werden vom Betriebsleiterehepaar gemeinsam getroffen. Kurzfristige Investitionen in Maschinen und Geräte sind derzeit nicht notwendig, da der Maschinenpark neuwertig ist. Reparaturen und eventuelle Ersatzbeschaffungen bis circa 10.000 Euro können aus dem laufenden Betrieb finanziert werden. Als langfristige Investitionen sind Planungen über eine Maststallerweiterung im Gange, doch aufgrund der momentanen Situation (Dioxin und Selbstversorgungsgrad über 100 Prozent) ist die konkrete Durchführung noch nicht klar. Die Finanzierung von allen Projekten im Betrieb ist so angelegt, dass wir ein gutes Rating haben und die Kreditkonditionen mit dem Kreditinstitut ausgehandelt werden können und nicht diktiert werden. Es wird eine Eigenkapitalquote von mindestens 35 Prozent angestrebt. Alle Kredite sind mit Festzinssätzen und Sondertilgungsmöglichkeiten ausgestattet. Beim Maschinenpark werden nur teure Maschinen wie Schlepper oder Mähdrescher finanziert, wobei hier die Eigenkapitalquote höher ist und bei 50 Prozent liegt." mehr ...

Mittelfristige Investitionsplanung, Schlepper zuvor mieten, dann kaufen
Klaus Münchhoff, Geschäftsführer Münchhoff Rimpau Agrardienste GmbH & Co. KG, 38895 Langenstein-Derenburg Sachsen-Anhalt

"Bei jeglicher Investitionsplanung gehen wir mittelfristig vor. So wird in den Gesellschafterversammlungen schon sehr frühzeitig über Investitionen in Gebäude und Maschinen gesprochen. Dabei werden erste Kostenanschläge eingeholt und es wird mit Betrieben gesprochen, die bereits die geplante anzuschaffende Technik seit einiger Zeit einsetzen. Die Investitionsplanung anhand der Beschaffung eines Traktors geht ähnlich vonstatten, wobei wir schon sehr frühzeitig mit unserem Geschäftspartner in Sachen Traktoren über mögliche Neu- oder Ersatzinvestitionen uns unterhalten und von dem Landmaschinenvertrieb Altenweddingen, LVA, auch sehr konkrete Anregungen für den Einsatz von EDV am Traktor erhalten. Kurzfristige Entscheidungen nach Ausfall einer Maschine werden im Bereich Traktoren von der zur LVA gehörenden Vermietungsgesellschaft innerhalb weniger Stunden zur Zufriedenheit erledigt. Hier gilt: Erst mieten und dann in Ruhe zu einer Kaufentscheidung kommen." mehr ...

Maschineninvestitionen in Maschinengemeinschaft zusammengefasst
Friedrich Hollman, 27801 Dötlingen Niedersachsen

"Da der Schwerpunkt in meinem Betrieb in der Veredlung liegt, ist jeder Euro für Maschineninvestitionen zu viel. Schon vor zwölf Jahren habe ich daher den kompletten Maschinenpark mit anderen Landwirten zusammen angeschafft. Dadurch erreichen wir eine hohe Auslastung der Maschinen und haben neue Technik. Finanziert werden diese Maschinen von einer eigenständigen Gesellschaft, die nach Nutzung Rechnungen erstellt. Die Gesellschaft trägt sich selbst. In den Schweineställen stehen ständig Investitionen zur Verbesserung von Fütterung und Lüftung an. Diese Entscheidungen müssen kurzfristig getroffen werden. Ein Neubau kommt für mich zurzeit nicht in Frage. Ich habe gute Erfahrungen mit Stallpacht gemacht, für mich wäre das eine Möglichkeit zur Erweiterung des Viehbestandes. Die Entscheidungen treffe ich allein als Betriebsleiter, jedoch nach eingehender Beratung zum Beispiel mit dem mit Tierarzt oder Spezialberatern." mehr ...

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{BILD:131400:jpg}Angelika Sontheimer
Freie Agrarjournalistin

 

 

 

Wie gehen Sie an Ihre Investitionsplanung heran?

Nachgefragt - Die agrarheute.com Frage der Woche

Baden-Württemberg - Im landwirtschaftlichen Betrieb stehen über das Jahr ständig Investitionen an. Wir fragen Matthias Mayer, wie er an Finanzierungen und Investitionsplanung herangeht.


Schweinehaltung und Ackerbau auf der Schwäbischen Alb

Unser Betrieb liegt im Alb-Donau-Kreis auf der Schwäbischen Alb. Wir bewirtschaften 130 Hektar Ackerbau mit Getreide und Raps. Außerdem haben wir 130 Muttersauen mit eigener Jungsauennachzucht und 1.000 Mastplätze. Einen Teil unserer Mastschweine vermarkten wir direkt an den Metzger und über unseren Hofladen.

Gemeinsame Entscheidung, möglichst hohe Eigenkapitalquote, gutes Rating

Sämtliche Investitionsplanungen und Entscheidungen werden vom Betriebsleiterehepaar gemeinsam getroffen. Kurzfristige Investitionen in Maschinen und Geräte sind derzeit nicht notwendig, da der Maschinenpark neuwertig ist. Reparaturen und eventuelle Ersatzbeschaffungen bis circa 10.000 Euro können aus dem laufenden Betrieb finanziert werden. Als langfristige Investitionen sind Planungen über eine Maststallerweiterung im Gange, doch aufgrund der momentanen Situation (Dioxin und Selbstversorgungsgrad über 100 Prozent) ist die konkrete Durchführung noch nicht klar. Die Finanzierung von allen Projekten im Betrieb ist so angelegt, dass wir ein gutes Rating haben und die Kreditkonditionen mit dem Kreditinstitut ausgehandelt werden können und nicht diktiert werden. Es wird eine Eigenkapitalquote von mindestens 35 Prozent angestrebt. Alle Kredite sind mit Festzinssätzen und Sondertilgungsmöglichkeiten ausgestattet. Beim Maschinenpark werden nur teure Maschinen wie Schlepper oder Mähdrescher finanziert, wobei hier die Eigenkapitalquote höher ist und bei 50 Prozent liegt. 

Investitionen immer am Marktgeschehen ausrichten

Im Betrieb wird mit einem hohen Eigenkapital gewirtschaftet. Die Liquidität ist immer gegeben. Es werden keine teuren Kontokorrentkredite in Anspruch genommen. Die Investitionen werden am Martkgeschehen ausgerichtet. Unter den Banken sind größere Unterschiede in der Konditionsgestaltung üblich. Durch persönlichen guten Kontakt zum Sachbearbeiter haben wir sehr gute Erfahrungen bisher gemacht. Sehr positiv auf die Zinsgestaltung wirkt sich eine gute Gesamtrentabilität und ständige Liqiditätsbereitschaft aus.

Mathias Mayer
89150 Laichingen-Suppingen Baden-Württemberg

 

 

 

 

Wie gehen Sie an Ihre Investitionsplanung heran?

Nachgefragt - Die agrarheute.com Frage der Woche

Sachsen-Anhalt - Im landwirtschaftlichen Betrieb stehen über das Jahr ständig Investitionen an. Wir fragen Klaus Münchhoff, wie er an Finanzierungen und Investitionsplanung herangeht.


Bewirtschaftung von eigenen Flächen und Dienstleistungen im Harzvorland

Die Münchhoff Rimpau Agrardienste GmbH & Co. KG wurde 2006 von den beiden Gesellschaftern Klaus Münchhoff und Dr. Jürgen Rimpau mit dem Ziel gegründet, auch für andere landwirtschaftliche Betriebe Dienstleistungen zu erbringen. Die Agrardienste GmbH beschäftigt die Mitarbeiter und hat die notwendigen Maschinen für die Bewirtschaftung der Flächen der Einzelbetriebe Dr. Rimpau und Klaus Münchhoff im Eigentum. Unsere eigenen Betriebsflächen liegt im Harzvorland, im Landkreis Harz zwischen Halberstadt und Wernigerode gelegen. Wir betreiben reinen Ackerbau auf ca. 1.600 Hektar mit den Früchten Raps, Weizen, Gerste und Durum.

Mittelfristige Investitionsplanung, Schlepper zuvor mieten, dann kaufen

Bei jeglicher Investitionsplanung gehen wir mittelfristig vor. So wird in den Gesellschafterversammlungen schon sehr frühzeitig über Investitionen in Gebäude und Maschinen gesprochen. Dabei werden erste Kostenanschläge eingeholt und es wird mit Betrieben gesprochen, die bereits die geplante anzuschaffende Technik seit einiger Zeit einsetzen. Die Investitionsplanung anhand der Beschaffung eines Traktors geht ähnlich vonstatten, wobei wir schon sehr frühzeitig mit unserem Geschäftspartner in Sachen Traktoren über mögliche Neu- oder Ersatzinvestitionen uns unterhalten und von dem Landmaschinenvertrieb Altenweddingen, LVA, auch sehr konkrete Anregungen für den Einsatz von EDV am Traktor erhalten. Kurzfristige Entscheidungen nach Ausfall einer Maschine werden im Bereich Traktoren von der zur LVA gehörenden Vermietungsgesellschaft innerhalb weniger Stunden zur Zufriedenheit erledigt. Hier gilt: Erst mieten und dann in Ruhe zu einer Kaufentscheidung kommen.

Liquidität geht vor Rentabilität, Betriebsbesichtigung durch die Bank

Es wird nach dem Grundsatz gehandelt Liquidität geht vor Rentabilität. Eigenkapital wird zur Zahlung der Investitionen eingesetzt, gegebenenfalls auch die Bank mit angesprochen. Mit den beiden Hausbanken wird ein offenes Gespräch über die Situation auf dem Betrieb geführt, Risiken aus der Bewirtschaftung werden frühzeitig erläutert, positive Entwicklungen ebenso. Diese Gespräche finden sowohl in der Bank als auch auf dem Betrieb statt, dann verbunden mit einer Betriebsbesichtigung. Da wir nahezu ausschließlich mit den Hausbanken verhandeln, kann ich über Bankunterschiede keine Aussage treffen.

Klaus Münchhoff
Geschäftsführer Münchhoff Rimpau Agrardienste GmbH & Co. KG
38895 Langenstein-Derenburg Sachsen-Anhalt

Wie gehen Sie an Ihre Investitionsplanung heran?

Nachgefragt - Die agrarheute.com Frage der Woche

Niedersachsen - Im landwirtschaftlichen Betrieb stehen über das Jahr ständig Investitionen an. Wir fragen Friedrich Hollmann, wie er an Finanzierungen und Investitionsplanung herangeht.


Ferkelaufzucht und Schweinemast im Oldenburger Raum

Mein Betrieb liegt in der Gemeinde Dötlingen im Landkreis Oldenburg. Es werden Systemferkel aufgezogen und bis zur Schlachtreife gemästet. Der Schwerpunkt liegt in der Schweinehaltung, ca. 2000 Tiere werden vermarktet. Die knappe Flächenausstattung mit 35 Hektar Acker (Raps, Getreide, Mais) begrenzt das Wachstum in der Veredlung. Flächen im Süd-Oldenburger Raum sind teuer.

Maschineninvestitionen in Maschinengemeinschaft zusammengefasst

Da der Schwerpunkt in meinem Betrieb in der Veredlung liegt, ist jeder Euro für Maschineninvestitionen zu viel. Schon vor zwölf Jahren habe ich daher den kompletten Maschinenpark mit anderen Landwirten zusammen angeschafft. Dadurch erreichen wir eine hohe Auslastung der Maschinen und haben neue Technik. Finanziert werden diese Maschinen von einer eigenständigen Gesellschaft, die nach Nutzung Rechnungen erstellt. Die Gesellschaft trägt sich selbst. In den Schweineställen stehen ständig Investitionen zur Verbesserung von Fütterung und Lüftung an. Diese Entscheidungen müssen kurzfristig getroffen werden. Ein Neubau kommt für mich zurzeit nicht in Frage. Ich habe gute Erfahrungen mit Stallpacht gemacht, für mich wäre das eine Möglichkeit zur Erweiterung des Viehbestandes. Die Entscheidungen treffe ich allein als Betriebsleiter, jedoch nach eingehender Beratung zum Beispiel mit dem mit Tierarzt oder Spezialberatern.

Fremdkapitalquote wird in Zukunft bei Veredelungsbetrieben ansteigen

Ein hohes Eigenkapital ist natürlich ein großer Vorteil, aber bei dem Tempo, in dem Veredlungsbetriebe zurzeit wachsen, wird die Fremdkapitalquote stark ansteigen. Die steigenden Preise für Ackerland in meiner Region erhöhen auch die Beleihungsgrenzen der Betriebe. Wichtig ist aber eine gute Vorbereitung auf Gespräche mit den Beratern in den Banken. Seine Zahlen muss man schon kennen und ein Vertrauensverhältnis ist von Vorteil. Gerade bei den Veredlern wird es kurzfristig wegen schwacher Erlöse und weiter steigender Futterkosten zu Liquiditätsengpässen kommen. Ein frühes Ansprechen der Berater ist daher wichtig. Zu Unterschieden bei den Banken kann ich nichts aussagen, da ich nur mit meiner Hausbank arbeite.

Friedrich Hollman
27801 Dötlingen Niedersachsen

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