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Produktion und Förderung

Getreidelager sind selten ökonomisch

von , am
02.05.2013

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen untersuchte die Wirtschaftlichkeit von Getreidelagerung in Zeiten der Volatilität auf den internationalen Getreidemärkten.

Die Agrarmärkte starteten mit fulminantem Auftakt in die neue Woche. Die Chicagoer Notierungen sind fester. © Jäger
Die LWK Niedersachsen analysierte die Preisentwicklung für Futterweizen der letzten 15 Jahre: "Zwischen Einbrüchen um mehr als 43 Euro je Tonne gegenüber dem Erntepreis und Anstiegen um mehr als 74 Euro je Tonne war alles dabei", so die Kammer. Außerdem habe die Analyse gezeigt, dass sich bei den Verkaufserlösen aus dem Getreidelager etwas geändert hat. Wer früher im Februar oder März verkaufte, erzielte die besten Preise.
 
 
Seit fünf Jahren zeigt sich eine neue Entwicklung: Je länger der Erzeuger wartet, desto besser der Preis. Totzdem lohnt sich laut Studie der LWK Niedersachsen Getreidelagerung meist nur bei Förderung.
 

Warten lohnt sich

Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre zeigt sich laut LWK eine Veränderung bei den Verkaufserlösen je nach Vermarkungszeitpunkt. Während die "Februar"-Verkäufer mit durchschnittlich 13,24 Euro/Tonne Aufschlag gegenüber dem Erntepreis den besten Wert erzielten, fallen die früher gleich erfolgreichen "März“"-Verkäufer plötzlich um fast 6,40 Euro/Tonne und Jahr deutlich ab. Sie haben im Jahr 2010/11 zulange gewartet und für dieses Jahr zeichne sich dasselbe ab.
 
Aufgrund dieses Effektesen erzielt die Verkäufer mit den stärksten Nerven die höchsten Preise: Wer erst kurz vor der neuen Ernte vermarktet hat, bekam die mit Abstand höchsten Preise. In den letzten zehn Jahren waren für spätere Vermarktung durchschnittliche Erlösanstiege von bis zu 19,69 Euro/Tonne feststellbar. Damit hat sich die Lagerung in der längerfristigen Vergangenheit bei geschickter Vermarktung als durchaus kostendeckend erwiesen.
 

Getreidelagerung nicht immer ökonomisch

Der Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt aber, dass im Durchschnitt der letzten fünf Jahre das Ziel der Kostendeckung bei ungeförderten Getreidelagern nicht zu erreichen war. Lichtblick ist aber, dass es in den letzten drei Jahren deutlich besser gelaufen ist, wenn der Vermarktungstermin gut gewählt. Hier ist Flexibilität und gutes Gespür für die sich anbahnenden Trendwenden erforderlich. Für die Lagerung sind in einer Vollkostenbetrachtung Kosten von rund 17 bis 20 Euro je Tonne bei 4 bis 6 Monaten Lagerungsdauer im ungeförderten Getreidelager anzusetzen.

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