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Produktion und Förderung

Globaler Futtermittelverbrauch auf Rekordniveau erwartet

von , am
13.02.2012

London- Der Internationaler Getreiderat rechnet für die Saison 2011/12 mit einem Anstieg des Futtermittelbedarfs um fast vier Prozent auf insgesamt 1,10 Milliarden Tonnen.

Die gemischtgeschlechtliche Mast hat nach Ansicht der Forscher im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch mehr Vor- als Nachteile. © Mühlhausen/landpixel
Der weltweite Bedarf an Futtermitteln wächst stetig und wird im laufenden Wirtschaftsjahr so groß ausfallen wie niemals zuvor. Zu dieser Einschätzung gelangt der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner jüngsten Marktbeurteilung.
 
Den Experten zufolge soll die globale Nachfrage nach Futtergetreide, Ölschroten und anderen Eiweißfuttermitteln 2011/12 im Vergleich zum Vorjahr um 38,3 Millionen Tonnen oder 3,6 Prozent auf das Rekordniveau von fast 1,10 Milliarden Tonnen steigen. Innerhalb von fünf Jahren hätte der globale Futtermittelbedarf demnach um mehr als zehn Prozent zugenommen.
 
2007/08 war die Marke von einer Milliarde Tonnen erstmals überschritten worden. Der Getreiderat erwartet aktuell vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern eine stärkere Nachfrage. Neben dem Bevölkerungswachstum werde dort der höhere Wohlstand und die voranschreitende Urbanisierung eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten bewirken, die den Verbrauch von tierischen Lebensmitteln steigen lasse, so die Experten.

Steigender Verzehr von Geflügel und Schweinen erhöht Futtermittelbedarf

Insbesondere der höhere Verzehr von Geflügel- und Schweinefleisch werde den globalen Futtermittelbedarf erhöhen. Für Geflügel rechnet der IGC dabei mit einem um rund 19 Millionen Tonnen und somit gut fünf Prozent höheren Futtermitteleinsatz, für Schweine mit einem Anstieg um mehr als 16 Millionen Tonnen beziehungsweise gut drei Prozent. Für die Erzeugung von Rindfleisch werde der Verbrauch nur unterdurchschnittlich zulegen, da ein geringerer Produktionsanstieg zu erwarten sei, heißt es in der Analyse. Die Futtermittelnachfrage soll um knapp drei Millionen Tonnen oder 1,5 Prozent steigen.
 
Einschränkend wird vom Getreiderat auch darauf hingewiesen, dass die Prognose Annahmen bezüglich der innerbetrieblichen Futterverwendung auf den landwirtschaftlichen Höfen enthalte, die stark schwanken könnten.

Deutlicher Bedarfszuwachs für BRIC-Staaten erwartet

Einen sehr wesentlichen Nachfragefaktor im globalen Futtermittelmarkt stellt China dar. Für die Volksrepublik mit ihrer Bevölkerung von mehr als 1,3 Milliarden Menschen prognostiziert der IGC einen erneut kräftigen Anstieg des Futtermittelverbrauchs im laufenden Wirtschaftsjahr, und zwar um 9,4 Prozent auf 225,6 Millionen Tonnen; das wäre ein Fünftel der für die Welt insgesamt vorausgesagten Menge.
 
Auch in Brasilien, Indien und Russland soll die Nachfrage nach Futtermitteln deutlich zunehmen, während in den entwickelten Volkswirtschaften eine schwächere Rentabilität in der Veredlungswirtschaft und teilweise abnehmende Nutztierbestände die Nachfrage dämpfen dürften. Tierseuchen könnten sich dem Getreiderat zufolge ebenfalls zu einem verbrauchshemmenden Faktor entwickeln; die Experten führen als Beispiele die Maul- und Klauenseuche in Südkorea und die Probleme mit der Vogelgrippe in Teilen Asiens an. (AgE)
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