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Steuer und Finanzen

Großteil der Landwirte blickt auf zufriedenes Jahr zurück

von , am
04.01.2012

Hannover - Die Einkommenssituation der Landwirte in Niedersachsen schwankt zwischen zufrieden und verzweifelt. Durchschnittlich stieg das Betriebsergebnis um 30 Prozent.

Insgesamt 17 Milliarden Euro bekommt Deutschland aus öffentlichen Mitteln in den Jahren 2014 bis 2020 für die Förderung der ländlichen Entwicklung. © Gina Sander/fotolia.de
Das geht aus der Buchführungsstatistik des Wirtschaftsjahres 2010/2011 hervor, die aktuell bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erschienen ist. Die meisten landwirtschaftlichen Unternehmen in Niedersachsen können auf ein zufrieden stellendes Wirtschaftsjahr 2010/2011 zurückblicken. Ein durchschnittlicher Haupterwerbsbetrieb erzielte ein Unternehmensergebnis von 57.400 Euro und damit fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahl bedeutet für den Durchschnittsbetrieb eine angemessene Rentabilität, denn Arbeitskraft und eingesetztes Kapital wurden nahezu gleichermaßen entlohnt.
 
Marktfruchtbetriebe steigerten Ergebnisse um 50 Prozent
 
Für die Ackerbauern (Marktfruchtbetriebe) begann das Wirtschaftsjahr überaus viel versprechend. Zwar brachte die Ernte 2010 nur durchschnittliche Erträge, die internationalen Märkte bescherten allerdings gute Getreide- und Kartoffelpreise. Allerdings verhinderten die um 30 Prozent gestiegenen Rohöl- und Düngemittelpreise ein noch besseres Resultat. Insgesamt konnten die Marktfruchtbetriebe ihre Ergebnisse um 50 Prozent steigern. Mit 77.700 Euro je Betrieb erwirtschafteten sie ein gutes Resultat.
 
Milchpreise gestiegen
 
Der Rohstoff Milch traf im vergangenen Wirtschaftsjahr auf ein weltweit begrenztes Angebot und eine rege Nachfrage. In der für Milchviehhalter (Futterbaubetriebe) erfreulichen Konsequenz stieg der durchschnittliche Milchpreis auf 33,7 Cent je Kilogramm Milch. Das sind 27 Prozent mehr als im Wirtschaftsjahr 2009/2010. Doch auch hier führten hohe Getreidepreise zu gestiegenen Futtermittelkosten, was die Mehrerlöse schmälerte. Immerhin erwirtschaftete ein durchschnittlicher Milchviehbetrieb ein Ergebnis von 73.800 Euro. Das sind über 50 Prozent mehr als im Wirtschaftsjahr zuvor.
 
Verluste für Veredelungsbetriebe
 
Die Veredelungsbetriebe bekamen die heftigen Ausschläge des "Schweinezyklus" massiv zu spüren. Die Betriebe mussten im Durchschnitt mit 31.200 Euro ein Minus von fast 23 Prozent gegenüber 2009/2010 verkraften. Dieses Ergebnis zieht im Durchschnitt Eigenkapitalverluste um 15.000 Euro je Betrieb nach sich.
 
Um einen umfassenden Überblick über die Einkommenssituation in der Landwirtschaft zu bekommen, veröffentlicht die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ihre Betriebsstatistik - Durchschnittsergebnisse aus dem Wirtschaftjahr 2010/2011. Auf insgesamt 180 Seiten sind die aktuellsten betriebswirtschaftlichen Daten der insgesamt 1.500 Testbetriebe der Landwirtschaftskammer plausibel und übersichtlich dargestellt. Die Schwerpunkte liegen in den Betriebsformen Milchvieh, Ackerbau und Veredlung. Auch nach naturräumlichen Regionen, sozioökonomischer Struktur, Größe und Bestandsdichten gibt die Betriebsstatistik 2010/2011 einen differenzierten ökonomischen Überblick für Wissenschaft, Wirtschaft, Beratung und Praxis.
 
Per Fax oder e-mail kann die Betriebsstatistik 2010/2011 beim Fachbereich 3.1 der Landwirtschaftskammer (Tel: 0511 - 3665 - 4334 ; Fax - 4509; e-mail: edith.rudolph@lwk-niedersachsen.de) zum Preis von 22,00 Euro zzgl. Versandkosten bestellt werden.
 

LWK-Wirtschaftsbilanz: Zwischen zufrieden und verzweifelt

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