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Grundsteuer

Grundsteuer in Elster eintragen – ein Selbstversuch

Grundsteuer eintragen.
am Mittwoch, 31.08.2022 - 11:07 (1 Kommentar)

Ich habe meine Grundsteuer-Erklärung in Elster eingetragen. Selbst. Dass es nicht einfach wird, war ja klar. Doch viele der aufgetretenen Probleme sind absolut unnötig, technischer Art und von der Logik des Formular-Aufbaus. Jedenfalls dann, wenn man nicht Finanzbeamter werden will. Zwar gibt es mittlerweile digitale Hilfen und Chats. Doch eine Frage bleibt sowieso: Warum das alles im Zeitalter der Digitalisierung?

Gemarkung.

Eigentlich hatte ich mich gut vorbereitet. Dachte ich jedenfalls. Also: Alle verfügbaren Daten über Haus und Grundstück zusammengesucht – und die Hinweise von Steuerberatern zum Ausfüllen in Elster gelesen. Die erste Hürde war dann schon die Anmeldung bei Elster. Jedenfalls dann, wenn man noch nicht angemeldet ist und kein Elsterkonto hat. Also erster Schritt: Bei Elster anmelden.

Dort bekommt man zunächst eine Aktivierungs-ID per E-Mail zugeschickt – die einem aber auch noch nichts nützt. Denn man benötigt noch einen weiteren Aktivierungscode. Den bringt dann die Post. Also alle Unterlagen noch mal weggeräumt und einige Tage gewartet. Dann ist es soweit. Ich bin drin. Dachte ich. Doch man muss erst einmal innerhalb Elsters das richtige Tool für den Eintrag der Grundsteuer suchen und finden, denn es ist nicht sofort sichtbar.

Die nächste Entscheidung ist einfach. Je nachdem, in welchem Bundesland man lebt, muss man die Daten entweder nach dem Bundesmodel eintragen – was in Elster für „andere Bundesländer“ heißt - oder eben das Modell aus Bayern, Baden-Württemberg oder Niedersachsen wählen. Das Bundesmodell gilt im Übrigen für Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Später habe ich dann noch erfahren, dass man sich nicht unbedingt in Elster anmelden muss, sondern die Daten auch auf anderem Wege zum Finanzamt bekommt. Möglich ist offenbar auch eine Schnellanmeldung mit der Online-Funktion des Personalausweises. In wenigen Minuten hat man dann einen Elster-Zugang - habe ich jedenfalls gehört.

Oder man beauftragt einen Steuerberater. Dann muss man allerdings die Daten ebenfalls selbst zusammensuchen. Und es kostet je nach Grundstückswert ein paar 100 Euro. Grundsätzlich müssen die Daten aber digital an das Finanzamt übermittelt werden. Nur in Ausnahmefällen und auf Antrag kann das Formular der Grundsteuererklärung auch per Post eingereicht werden.

Chaos mit System? – Das Labyrinth von Elster

BORIS.

Der nächste Schritt ist dann die Entscheidung, ob man den Hauptvordruck (GW1) wählt, oder eine der übrigen angebotenen Möglichkeiten bzw. elektronischen Formulare. Das hört sich zwar banal an, ist aber nicht so. Denn man kann am Anfang nur eine Eintragsmöglichkeit auswählen und wird dann sozusagen linear durch das Formular geleitet.

Auch wenn man dann im Hauptformular alles richtig/vollständig eingetragen hat, bekommt man am Ende eine ganze Latte von Fehlermeldungen, weil man die ebenfalls notwenigen Zusatzformulare mit den ergänzenden Angaben nicht ausgefüllt hat. Diese werden aber auch nicht einfach am Anschluss an das Hauptformular angezeigt, sondern man kommt nur über die Fehlermeldungen auf das entsprechende Zusatz-Formular. Das macht man dann solange, bis keine Fehlermeldung mehr übrig ist. Kompliziert und umständlich? Ja!

Aber zurück zum Anfang. Welche Angaben werden denn nun wirklich benötigt? In einigen Bundesländern – wie in Baden-Württemberg - soll das Eintragen dank des Bodenwertmodells ganz einfach sein. Nur zwei Angaben werden dort verlangt, sagt jedenfalls das Landesfinanzministerium. In manchen Städten, wie in Bonn, wird den Eigentümern sogar eine Steuernummer für die Grundsteuererklärung mitgeteilt, und auch gleich noch ein Großteil der Daten, die sie eintragen müssen, wie etwa Grundbuchblatt-Nummer, Flurstücksnummer, Fläche und Bodenrichtwert.

Das ist in Berlin leider nicht der Fall. Hier gilt außerdem das kompliziertere Bundesmodell. Benötigt werden dazu neben Angaben zur Gemarkung, dem Flurstück, Grundstückblatt, Fläche des Grundstücks – und den Angaben, ob das Grundstück einem allein gehört (zu wirtschaftlichen Einheit gehörender Anteil), noch weitere Angaben, wie der Bodenrichtwert.

Diesen kann man entweder beim zuständigen Gutachterausschuss für Grundstücke in seiner Region telefonisch erfragen (was sicher gut klappt) oder auch elektronisch über das System BORIS erfragen (was wirklich gut klappt). Hier haben die meisten Bundesländer ihre aktuellen Angaben hinterlegt und man kann nach Eingabe der Adresse seinen Bodenrichtwert und die Bodenrichtwertnummer ablesen.

In Verbindung mit der Grundstücksgröße, dem Baujahr, der Art der Bebauung (z B. Einfamilienhaus) und der Wohnfläche (die nach den Vorgaben der Wohnflächenverordnung exakt zu berechnen ist!) hat man es dann (fast) geschafft. Endkontrolle und alles abschicken.

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