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Berechnung der Grundsteuer

Grundsteuer: Finanzamt verschickt Bescheide – Vorsicht Falle

Grundsteuer.
am Dienstag, 15.11.2022 - 11:15 (3 Kommentare)

Das Finanzamt verschickt erste Bescheide zur Grundsteuer. Darin stehen viele Zahlen. Die müssen Eigentümer genau prüfen – und zur Not Widerspruch einlegen. Die endgültige Höhe der Grundsteuer legt jedoch nicht das Finanzamt fest – sondern die Kommune, über den Hebesatz.

Hebesatz Grundsteuer.

Viele Grundstückseigentümer haben ihre Grundsteuererklärung noch nicht abgegeben. Die Abgabefrist für die Grundsteuererklärung wurde nämlich von Ende Oktober bis Ende Januar 2023 verlängert. Doch manche Hausbesitzer haben bereits Post von den Finanzämtern auf dem Tisch.

Nach Angaben der Zeitschrift „Kommunal“ haben die Finanzämter bereits 300.000 Bescheide verschickt. Doch darin steht noch nicht die endgültige Höhe der zu zahlenden Grundsteuer. Darüber entscheiden nämlich allein die Kommunen mit der Festlegung des Hebesatzes. Und das dauert bis 2024, sagen die Experten.

Doch die vom Finanzamt verschickten Bescheide sind ebenfalls wichtig. Sie bilden die Grundlage für die Entscheidung der Kommunen. Deshalb müssen die Eigentümer genau hinschauen und nachrechnen, was das Finanzamt ihnen geschickt hat – und zur Not innerhalb von 4 Wochen Widerspruch erheben.

Tun die Eigentümer das nicht, können falsche Daten die Grundlage für die Festlegung ihrer Grundsteuer bilden. Eigentümer dürfen also nicht warten, bis die Kommune die konkrete Grund-Steuer mitgeteilt hat.

In dem Brief des Finanzamtes stehen der ermittelte Grundsteuerwert und der Grundsteuermessbetrag. Die Kommune legt die Grundsteuer unter Berücksichtigung dieser beiden Werte fest. Für einen grundsätzlichen Widerspruch ist zu spät, wenn der Eigentümer den tatsächlichen Grundsteuerbescheid von der Kommune bekommt, den er dann ab 2025 zahlen muss.

Kommunen legen Hebesatz fest – nach Kassenlage

hebesatz.

Nach Angaben der Finanzämter sind bisher rund 300.000 Bescheide zur Grundsteuer verschickt worden. Laut einer Umfrage der Zeitschrift "Capital" unter den Landesfinanzämtern hat Nordrhein-Westfalen bisher die meisten Bescheide zur Grundsteuer verschickt - rund 11 Prozent der bisher eingegangenen Steuererklärungen sind hier abgearbeitet. Auf Platz zwei folgt laut dem Bericht Bayern mit einer Erledigungsquote von rund 10 Prozent.

Bisher noch keine Bescheide erhalten haben nach Angaben von „Kommunal“ die Eigentümer in Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Während die Bescheide in den Bundesländern mit einem eigenen Modell relativ leicht nachzuvollziehen sind, ist es bei den Bundesmodell-Ländern deutlich schwieriger, sagen Steuerexperten.

Fakt ist auch: Das Ziel der Politik, dass die neue Grundsteuer für Hausbesitzer nicht teurer werden soll – könnte Makulatur sein. Denn wie gesagt: Die Festlegung des Hebesatzes erfolgt durch die Kommunen allein und dürfte sich vor allem an deren gegenwärtiger Kassenlage orientieren.

Erste Beispielrechnungen gibt es schon: So hat der Verband der Hausbesitzer in Hohen Neuendorf nahe Berlin eine Rechnung auf der Basis der vorliegenden Zahlen aufgemacht. Der Hebesatz in der Stadt liegt aktuell bei 350 Prozent. Für ein Beispielhaus wurden bisher rund 210 Euro fällig. Künftig wären es bei gleichem Hebesatz 385 Euro.

Um die Grundsteuer gleich zu lassen, müsste der Hebesatz also auf 190 Prozent gesenkt werden. Jedoch wurde im Gemeinderat ein Antrag abgelehnt, dass die Kommune durch die Steuer nicht mehr Geld einnimmt. Das könnte in etlichen anderen Kommunen ähnlich passieren.

Ohnehin haben bereits viele Städte und Gemeinden vor der Einführung der neuen Steuer ihre Hebesätze erhöht – wie zahlreiche Berichte aus den Regionen zeigen.

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