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Produktion und Förderung

Gülleausbringung: Jetzt die Nährstoffe optimal nutzen

von , am
05.03.2013

Die meisten Landwirte hatten laut unserer Umfrage keine Engpässe bei der Güllelagerung über den Winter. Jetzt kann die Gülle aufs Feld. Mit der richtigen Technik können die Nähstoffe optimal genutzt werden.

Die Düngeverordnung beinhaltet längere Sperrfristen und verschärfte Vorgaben bei der Ausbringung. © Werkfoto
Die Sonne lacht, die Temperaturen steigen, der Boden taut so allmählich auf. Die Gülle kann raus aufs Feld. In unserer Umfrage wollten wir wissen, ob ihr Güllelager aus allen Nähten platzt, oder ob sie noch genügend Kapazitäten haben. Für 74.29 Prozent stellt die Lagerung der Gülle über den Winter kein Problem dar. Sie klickten auf unsere Antwort: "Kein Problem, ich habe noch Platz." Die restlichen 25,71 Prozent antworteten "Ich weiß gerade nicht mehr, wohin mit meiner Gülle. Wird Zeit, dass sich das Wetter ändert".

Gülle umgehend einarbeiten

Seit 31. Januar ist die Sperrfrist für die Ausbringung von Gülle auf Ackerflächen und Grünland aufgehoben. Laut Rheinischem Landwirtschaftsverband fallen in Deutschland fallen jährlich rund 170 bis 200 Millionen Tonnen Flüssigmist und 70 bis 100 Millionen Tonnen Festmist an. Brüssel hat die Überschreitung der Grenzwerte der Ammoniakemission fest im Blick. Und es steht fest: Deutschland muss etwas tun. Mitte Dezember hat eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe die Düngeverordnung evaluiert und Vorschläge zur Weiterentwicklung erarbeitet. Eine Konsequenz daraus ist, dass organische Düngemittel mit wesentlichen Stickstoff-Gehalten unverzüglich, spätestens innerhalb von vier Stunden nach Beginn der Ausbringung, eingearbeitet werden müssen. Doch welche Technik eignet sich dazu? Wann gilt die Gülle als eingearbeitet?

Mit der richtigen Technik die Emissionen senken

Wie das Magazin Neue Landwirtschaft in ihrer Juniausgabe des vergangenen Jahres schreibt, würden Modellvorschläge beweisen, dass durch die direkte Einarbeitung der Gülle, Deutschland die Grenzwerte der Ammoniakemission einhalten könne. In Abhängigkeit von der Ausbringemethode gilt die Gülle als eingearbeitet oder nicht. Als nicht eingearbeitet gelte die Ausbringung mit dem Prallteller, Schleppschlauch und Schleppschuh, heit es in dem Artikel weiter. Hier müsste der Landwirt innerhalb von vier Stunden aufs Feld und die Gülle in einem zweiten Arbeitsgang einarbeiten. Die Folge seien eine höhere Umweltbelastung und eine niedrigere Ausnutzung der Nährstoffe.

Die Stickstoffausnutzung maximieren

Als effizienteste Methode wird in der Neuen Landwirtschaft die Schlitztechnik beschrieben. Mit ihr erreiche man eine Stickstoff-Ausnutzung von 90 Prozent. Beim Schleppschuh betrage die Ausnutzung circa 70 Prozent, beim Schleppschlauch 60 Prozent und beim Prallteller nur 30 Prozent. Die Wertstoffe der Gülle würden bei der Schlitztechnik da landen, wo sie hingehören, nämlich direkt an der Wurzel. Außerdem sei die Geruchsbelästigung mit dieser Technik gleich Null, heißt es weiter. Landwirte berichten in dem Artikel, dass sie durch die Umstellung auf die Schlitztechnik sogar ein bis zwei Schnitte mehr im Jahr hatten. Durch die direkte Einarbeitung ist man zudem wetterunabhängig und kann in wesentlich größeren Zeitfenstern Gülle ausbringen und so die Arbeitsspitzen entzerren.
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