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Düngeverordnung

Güllesperrfristen in Deutschland

Gülle ausbringen mit Schleppschlauch
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Julia Eder, agrarheute
am
31.01.2017

Heute endet vielerorts die Güllesperrfrist - aber noch nicht überall. Das sind die Fristen in den Bundesländern im Überblick.

Gemäß dem Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) gilt im Rahmen der Düngeverordnung, dass Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff, ausgenommen Festmist ohne Geflügelkot, zu den nachfolgend genannten Zeiten nicht aufgebracht werden dürfen:

  1. auf Ackerland vom 1. November 2016 bis 31. Januar 2017
  2. auf Grünland vom 15. November 2016 bis 31. Januar 2017

Güllesperrfrist: Genehmigung anderer Zeiten

Die nach Landesrecht zuständige Stelle kann für die zeitliche Begrenzung andere Zeiten genehmigen, soweit die Dauer des Zeitraumes ohne Unterbrechung bei Ackerland zwölf Wochen und bei Grünland zehn Wochen nicht unterschreitet. So steht es in der Düngeverordnung §4, Absatz 5. Für die Genehmigung sind regionaltypische Gegebenheiten sowie Ziele des Boden- und des Gewässerschutzes heranzuziehen.

Aus folgenden Bundesländern liegen uns bislang keine Informationen zu einer möglichen Fristverschiebung vor: Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen. In diesem Fall gelten die oben genannten Sperrfristen.

Allgemeines zur Düngeverordnung

  • Düngeverordnung: bietet der zuständigen Stelle im Einvernehmen mit der Unteren Wasserbehörde die Möglichkeit, dem Landwirt andere Sperrzeiten zu genehmigen.
  • Sperrfrist: darf nicht verkürzt, sondern nur verschoben werden.
  • Voraussetzung für eine Sperrfristverschiebung: Antragstellung des Landwirts mit ausreichender Begründung.
  • Genehmigungsprozess: regionaltypische Gegebenheiten, vor allem die Witterung oder der Beginn und das Ende des Pflanzenwachstums sowie die Ziele des Boden- und Gewässerschutzes sind heranzuziehen.
  • Höhenlagen: auf Grünlandflächen mit überwiegender Schnittnutzung wurde vereinzelt auch eine Sperrfristverschiebung nach hinten angeboten.

Güllesperrfrist: Die Regeln in Bayern

In Bayern können die Ämter für Landwirtschaft und Ernährung in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Bauernverband die Kernsperrfrist für Grünland landkreisbezogen auf den Zeitraum vom 1. Dezember bis 15. Februar verschieben. Das ist der Fall in:

  • Augsburg
  • Holzkirchen
  • Kaufbeuren
  • Kempten (Allgäu)
  • Oberfranken
  • Pfaffenhofen
  • Rosenheim
  • Töging
  • Traunstein
  • sowie in den Landkreisen Regen, Freyung-Grafenau, Passau (mit Stadt Passau), Deggendorf, Straubing-Bogen (mit Stadt Straubing)

Die ursprüngliche Sperrfrist (15. November bis 31. Januar) für Gründlanddüngung bleibt in folgenden Landkreisen: Landshut (mit Stadt Landshut), Kelheim, Dingolfing-Landau, Rottal-Inn.

Unabhängig von den Sperrfristen dürfen auf überschwemmten, wassergesättigten oder gefrorenen Böden, die untertags nicht auftauen, sowie auf Flächen, die durchgängig höher als 5 cm mit Schnee bedeckt sind, stickstoff- und phosphathaltige Dünger gemäß Düngeverordnung in keinem Fall ausgebracht werden. Damit ist unter diesen Bedingungen weder die Ausbringung flüssiger organischer Dünger (Gülle, Jauche, Biogasgärreste) noch die Ausbringung von Festmist oder mineralischen Stickstoff-/ Phosphatdüngern möglich.

Güllesperrfrist: Die Regeln in Nordrhein-Westfalen

  • Fristverschiebung: Möglich bei Ackerland vom 15.10.2016 bis 15.01.2017 und bei Grünland vom 01.11.2016 – 15.01.2017
  • Antragstellung: Jeder Landwirt muss einen Einzelantrag zur Sperrfristverschiebung stellen. Das Antragsformular und weitere Informationen zur Sperrfristverschiebung finden Sie auf der Internetseite der Kreisstelle Steinfurt. Die Frist für 2016/2017 lief am 26.09.2016 ab.
  • Verwaltungsgebühren: Für die Bearbeitung der Anträge wird eine Gebühr von 60 € erhoben.

Güllesperrfrist: Die Regeln in Niedersachsen

  • Fristverschiebung: möglich für Ackerland vom 15. Oktober bis 15. Januar und für Grünland vom 01. November bis 15. Januar.
  • Antragstellung: Aus rechtlichen Gründen kann eine Genehmigung der Sperrfristverlegung allerdings nur für einen Einzelbetrieb erteilt werden, nicht etwa für alle Landwirte einer Region oder einen Landkreis. Antragsformulare stehen auf der Internetseite www.lwk-niedersachsen.de zum Download bereit. zudem sind sie bei den jeweiligen regionalen Dienststellen erhältlich. Die Anträge können per Post oder Fax bei der Landwirtschaftskammer eingereicht werden.
  • Antragsfrist: Die Anträge müssen bis spätestens fünf Werktage vor dem 15. Oktober (Ackerland) bzw. vor dem 31. Oktober (Grünland) bei der LWK Niedersachsen eingehen.

Güllesperrfrist: Die Regeln in Schleswig-Holstein

  • Fristverschiebung: um 14 Tage auf Antrag des Landwirts bei ausreichender Begründung möglich.
  • Antragstellung: muss bis zum 10.10.2016 bei der zuständigen LLUR-Außenstelle eingehen.

Quellen: BMJV, Landwirtschaftskammern, Landwirtschaftsämter

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