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Produktion und Förderung

Harnstoff: Großes Angebot begrenzt Preisanstieg

von , am
14.02.2013

Die globalen Produktionskapazitäten werden weiter ausgebaut, sodass mit einem ausreichend großen Angebot an Harnstoff gerechnet wird.

Wieviel kostet die Tonne Harnstoff im Vergleich zu anderen Düngern? © Mühlhausen/landpixel
Wie erwartet haben die Harnstoffpreise an den internationalen Spotmärkten im Januar etwas zugelegt. Auch für den Februar sieht es vor dem Hintergrund einer vor allem aus saisonalen Gründen anziehenden Nachfrage in Europa und Nordamerika nach moderaten Preisaufschlägen aus. Das war es dann aber offenbar. Danach zeigen die Kontraktpreise an den wichtigsten Spotmärkten bereits wieder nach unten.

Produktionskapazitäten wurden kräftig ausgebaut

Grund für diese Entwicklung ist der anhaltende Ausbau der globalen Produktionskapazitäten und damit des verfügbaren Angebots. Zwar hat nach den Daten der wichtigsten Hersteller auch die Nachfrage nach Stickstoffdünger im letzten Quartal 2012 wieder zugenommen. Jedoch hat der kräftige Ausbau der Produktionskapazitäten offenbar auch für ein ausreichend großes Angebot an den intentionalen Handelsplätzten gesorgt. Das erklärt auch, warum der in Europa und Nordamerika zu beobachtende Nachfrageschub vor der Frühjahrsbestellung nicht zu stärkeren Preisaufschlägen geführt hat.

China exportiert trotz höher Zölle

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Ganz besonders kräftig hat offenbar China seine Produktion und auch seine Exporte ausgebaut und damit die Weltmarktpreise unten gehalten. Offensichtlich haben die Exporteure aus dem Reich der Mitte trotz der im November üblichen turnusmäßigen Erhöhung der Exportzölle die Ausfuhr weiter kräftig gesteigert und damit auch Märkte überrascht. Gleichzeitig wurden durch die Chinesen auch die zeitweisen Produktionsausfälle in Ägypten und im Iran ausgeglichen.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung an den Angebotemärkten erwarteten die Analysten der Weltbank zuletzt auch längerfristig eher nachgebende Preise und das nicht nur für Harnstoff sondern auch für die meisten anderen Mineraldünger. Auch die zuletzt unter Druck geratenen Preise für Getreide und vor allem die Erwartung an einen angebotsbedingten deutlichen Preisrückgang für Getreide in der kommenden Saison dürfte die Preise unten halten.

Preise im März wieder runter

Der wichtigste internationale Indikatorpreis für Harnstoff am Schwarzmeerhafen Yuzhny war von Dezember bis Januar leicht um rund 15 US-Dollar pro Tonne (USD/t) auf rund 390 USD/t gestiegen. Bis Februar sind die Preise infolge des saisonal bedingten Nachfrageschubs zeitweise bis auf 440 USD/t gestiegen. Ähnlich wie an den internationalen Spotmärkten war die Entwicklung an den deutschen Importhäfen, wo die Preise zuletzt bei knapp 400 Euro pro Tonne  lagen.
 
Für den Märztermin lagen die Kontraktpreise in Yuzhny allerdings bereits wieder bei 420 USD/t und darunter und das Angebot dürfte im weiteren Jahresverlauf weiter zunehmen.
Nicht nur aus Nordafrika dürfte wieder mehr Ware auf dem Markt kommen, sondern auch der chinesische Harnstoff wird mit der Senkung der Exportzölle zu Jahresmitte ebenfalls deutlich billiger. Hinzu kommt das die in den Wintermontanen ebenfalls bestehenden die logistischen Probleme an den zugefrorenen Schwarzmeerhäfen im Frühjahr ebenfalls nicht mehr bestehen und die Exportmengen sich erhöhen.
 
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