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Produktion und Förderung

Harnstoff: Preise bröckeln auf breiter Front

von , am
09.11.2012

Mineraldünger ist an den wichtigen Spotmärkten billiger. Dies gilt insbesondere für wichtige Stickstoffdünger wie Harnstoff und AHL.

Die Harnstoffpreise liegen gerade 30 Euro unter dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel
Anfang November gaben die Mineraldüngerpreise an allen wichtigen internationalen Spotmärkten und auch für die meisten Düngerarten nach. Dies gilt insbesondere für Stickstoffdünger wie Harnstoff und AHL. Ein Grund für die Preisschwäche ist sicher das Ende der Feldarbeiten in Nordamerika und in Europa und der damit verbundene deutliche Rückgang der Nachfrage.
 
Hinzu kommt die nach Händlerangaben deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibende Nachfrage aus Südamerika. Auslöser für die aktuelle Preiskorrektur an den Spotmärkten war jedoch der sehr günstige Kontraktabschluss Indiens über die Lieferung von 100.000 Tonnen (t) Harnstoff vom Schwarzen Meer zu fob-Preisen von 370 bis 375 US-Dollar pro Tonne (USD/t).

China wurde unterboten

Ein Grund für den Preisabschlag dürften nach Händlerangaben die anhaltend preiswerten Offerten Chinas sein. In den letzten Monaten hatten die Chinesen offenbar einen großen Teil vor allem asiatischer Abnehmer (wie Indien) beliefert und damit die Marktpreise unten gehalten.
 
Im Schnitt lagen die chinesischen fob-Preise bei 385 USD/t. Dies könnte sich mit der Wiedereinführung der höheren chinesischen Exportzölle im November ändern. Anfang November war jedoch an den Handelsplätzen nichts von einer Angebotsverknappung oder steigenden Preisen zu spüren. Vielmehr war das Gegenteil der Fall.

Schwarz-Meer-Harnstoff billiger

Im Wettbewerb um den aktuellen Einkauftender Indiens hatten die Schwarzmeeranbieter nun offenbar alle andere Wettberber unterboten und den Zuschlag erhalten und damit die Preisbewegung nach unten noch verstärkt.
Mit 370 bis 375 USD/t lagen die Preise für diesen Abschluss etwa 30 bis 40 Euro niedriger als die Preisangebote gleicher Herkunft im Oktober. Unmittelbar nach den Indern haben sich zudem Einkäufer aus der Türkei fob-Yuzhny ebenfalls eine größere Harnstofflieferung zu Preisen von 375 bis 380 USD/t gesichert.

Europäer zahlen weniger

Die Einkaufspreise für AHL sinken.

In der Folge gaben jedoch auch die Preise bei andern wichtigen Exporteuren wie etwa Ägypten nach. Bei diesem,  insbesondere für die EU wichtigsten Lieferanten gingen die Preise seit Mitte Oktober um etwa 20 USD/t auf 440 USD/t (granuliert) zurück und die Kontrakte für den Januartermin waren sogar noch rund 10 USD/t billiger.
 
Für die europäischen Abnehmer lagen die Importpreise für ägyptischen granulierten Harnstoff damit (einschließlich Fracht) etwa bei 475 bis 485 USD/t bzw. bei 365 bis 370 Euro/t. Geprillte Ware würde danach (einschließlich Fracht) an den europäischen Importhäfen rund 430 USD bzw. umgerechnet etwa 330 Euro/t kosten.

Weitere Abschläge bei AHL und AN

Mit den Harnstoffpreisen haben zuletzt auch die Preise für AHL-Dünger nachgegeben. Seit Mitte Oktober beträgt der Preisrückgang sowohl am Schwarzen Meer als auch Ägypten, im Baltikum oder in Rumänien etwa 15 USD/t auf etwa 290 bis 295 USD/t (fob).
 
Für europäische Einkäufer bedeutet dieser ebenfalls einen Rückgang der Einkaufspreise auf etwa 325 USD/t (inklusive etwa 30 USD Fracht) bzw. auf 235 Euro/t. Mit den Harnstoff und AHL-Preisen rutschten auch die Preise für Ammoniumnitrat nach unten und verloren gegenüber Mitte Oktober ebenfalls etwa 20 USD/t auf 300 USD/t (fob Russland). Noch stärker verbilligte seit Mitte Oktober mit 30 USD/t auf 195 USD/t (fob) Ammoniumsulfat.
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