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Produktion und Förderung

Harnstoff: Preise finden noch keinen Boden

von , am
06.06.2013

Die Preise für Harnstoff sinken weiter. Ursache dafür ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Analysten gehen von weiter fallenden Preisen aus.

Die Harnstoffpreise liegen gerade 30 Euro unter dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel
Im Mai haben die internationalen Spotmarktpreise für Harnstoff weiter nachgegeben. Ausschlaggebend für den anhaltenden Preisrückgang war das in Relation zur Nachfrage reichliche Angebot. Erheblicher Druck geht zudem von den ab Juli erwarteten sehr niedrigen Exportpreisen Chinas aus. Zusätzlich gehen ab dem dritten Quartal weitere Produktionsanlagen im Iran, in Algerien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Betrieb. Vor diesem Hintergrund bewegte sich der wichtigste Indikatorpreis für Harnstoff (geprillt) am Schwarzmeerhafen Yuzhny Ende Mai zwischen 340 und 345 DU-Dollar pro Tonne (USD/t) und war damit zehn bis 20 USD/t niedriger als zum Beginn des Monates. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die (zollvergünstigten) chinesischen Exportpreise ab Juli noch unter dieser Marke liegen.

Spotmarktpreise weiter unter Druck

China versucht seit einiger Zeit weitere Absatzmärkte für chinesischen Harnstoff zu erschließen. Derzeit berichteten Analysten über Verhandlungen mit Einkäufern aus Südamerika und aus Mexiko. Insbesondere bei den Verhandlungen mit Mexiko haben die Chinesen offenbar Erfolg. Die Analysten des internationalen Händlers Profercy erwarten auch infolge dieser Deals weiteren Preisdruck.

Deutsche Preise müssten (weiter) nachgeben

Entwicklung der internationalen Harnstoffpreise.
In Europa haben die Spotmarktpreise für Harnstoff zuletzt nur leicht nachgegeben. An den deutschen Ostseehäfen kostete Harnstoff zum Monatswechsel etwa 390 Euro pro Tonne und damit nicht viel weniger als zum Beginn des Monats. Allerdings spiegelt diese Entwicklung bei weitem nicht die Situation und die Preisentwicklung an den internationalen Spotmärkten wider. Dort haben die Harnstoffpreis von Februar bis Mai um gut 15 % bzw. 60 bis 70 USD/t nachgegeben, während die Spotmarktpreise an den deutschen Importhäfen seit Februar nur um gut zwei Prozent zurückgingen. Auf andere Stickstoffdünger (wie beispielsweise KAS) hat der Preisrückgang an den internationalen Märkten jedoch schon Wirkung gezeigt. Das machen zumindest die jüngsten Preissenkungen des Herstellers Yara bei KAS-Dünger für den deutschen Markt deutlich.

Die ausführliche Meldung inklusive Preisen finden Sie in unserem dlv-Marktkompass ...



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