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Produktion und Förderung

Harnstoff: Preise geben weiter nach

von , am
04.05.2013

Der Abwärtstrend bei den Harnstoffpreisen hat sich im April weiter fortgesetzt. Offenbar gibt es im Verhältnis zur Nachfrage ein relativ großes Angebot.

Die Harnstoffpreise liegen gerade 30 Euro unter dem Vorjahr. © Mühlhausen/landpixel
Produzenten und Exporteure sind wegen des Angebots-/Nachfrageverhältnisses zu weiteren Preiszugeständnissen gezwungen. Mit Sorge schauen viele Hersteller zudem auf die Entwicklung in China. Dort werden im Juni turnusmäßig die Exportzölle gesenkt und an den Häfen wachsen die für den Export bestimmten Harnstoffbestände immer weiter an und werden wohl weiteren kräftigen Druck auf die Weltmarktpreise ausüben.

Preise am Schwarzen Meer unter Druck

Aber auch ohne den zusätzlichen Angebotsschub aus China stehen die Preise derzeit unter Druck. Am Schwarzmeerhafen in Yuzhny rutschten die Exportpreise für geprillten Harnstoff im Laufe des Monats auf 355 bis 360 US-Dollar je Tonne (USD/t).

Indien hat sich billig eingedeckt

Trotz der gefallen Preise am Schwarzen Meer hat Indien einen Tender von 500.000 Tonnen ganz überwiegend von anderen Anbietern gekauft. Hauptlieferant war nach Angeben von Händlern offenbar der Iran. Indien dürfte seinen Bedarf damit mittelfristig erst einmal gedeckt haben.

China wird die Preise bestimmen

Hersteller und Händler befürchten zudem, dass China zur Jahresmitte mi der Senkung seiner Exportzölle weiteren Druck auf die Weltmarktpreise ausüben wird. Nach Schätzungen von Analysen lagern bereits jetzt große Mengen Harnstoff zur Verschiffung an den chinesischen Exportterminals. 

Preissenkungen auch in Ägypten

Angesichts der rückläufigen Preise an den Spotmärkten nimmt auch der Preisdruck auf die europäischen Lieferanten sowie am europäischen Binnenmarkt zu. In Ägypten standen die Harnstoffpreise jedenfalls ebenfalls unter Druck.

Kräftiger Abschläge in den USA

Auch in den USA haben die Harnstoffpreise zuletzt deutlich nachgegeben. Zusätzlicher Druck kommt in den USA von den sich erheblich verzögernden Feldarbeiten im Frühjahr. Das Zeitfenster für die Ausbringung wird immer kleiner und die mit Ware eingedeckten Händler konkurrieren über den Preis um den Absatz.

Spotmarktpreise auch Europa rückläufig

In Deutschland hat der Preisdruck von den Spotmärkten offenbar auch zu einem Abbröckeln der Preise an den Importhäfen geführt. Angesichts der Entwicklung an den internationalen Märkten dürfte sich dieser Trend wohl weiter fortsetzen und noch an Dynamik gewinnen.

Die ausführliche Meldung inklusive Preisen finden Sie in unserem dlv-Marktkompass ...
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