Login
Produktion und Förderung

Harnstoff: Preissturz noch nicht beendet

von , am
03.09.2013

Wer geglaubt hat, dass der Absturz der Harnstoffpreise an den Spotmärkten beendet sein könnte, hat sich geirrt. Die fallenden Harnstoffpreise ziehen auch die andere Stickstoffdünger nach unten.

© agrar-press
Wer geglaubt hat, dass der Absturz der Harnstoffpreise an den internationalen Spotmärkten im August beendet sein könnte, hat sich offenbar geirrt. Nicht nur, dass sich der scharfe Rückgang weiter fortsetzte. Mittlerweile ziehen die fallenden Harnstoffpreise auch die anderen Stickstoffdünger mit nach unten.

Grund für den scharfen Preisrückgang ist der anhaltende Angebotsdruck an den internationalen Märkten. Insbesondere China und der Iran drängen weiter mit großen Mengen auf die Märkte und haben im Wettbewerb um die Abnehmer für den anhaltenden Preisrückgang gesorgt.

Europäische Lieferanten senken die Preise

Der weitere Preisrückgang in China und dem Iran hat aber auch die Preise der übrigen Anbieter mit nach unten gezogen. So lagen die Exportpreise (fob) zuletzt auch im Mittleren Osten 30 Euro niedriger als zu Beginn des Monats. Die Preise für granulierten Harnstoff aus Ägypten, einem der wichtigsten Lieferanten für Westeuropa, fielen im Verlauf des August ebenfalls deutlich.
 
Das dürfte natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die Importe der Europäer und am Ende auch auf die Harnstoffpreise für die Landwirte in Deutschland, Frankreich und den anderen europäischen Ländern bleiben.

Deutsche Preise mit Nachholbedarf

Bislang sieht es nicht nach einer Stabilisierung der Harnstoffpreise und der übrigen Stickstoffdünger aus. Die meisten Analysten und Händler gehen für den September von einem weiteren Rückgang der Preise aus.
 
An den deutschen Importhäfen (und auch im Handel) war bislang kaum etwas von dem rasanten Preisverfall an den internationalen Märkten zu spüren. Die Preise für granulierten Harnstoff (circa 300 Euro) und UAN (215 Euro) lagen Ende August (an den Importhäfen) auf einem ähnlichen Niveau wie Anfang des Monats. Dies müsste sich in den nächsten Wochen ändern, denn die Weltmarktpreise sind sehr kräftig gefallen und ermöglichen einen deutlich billigeren Einkauf als vor vier oder auch vor acht Wochen.
 
Diese Konstellation sollten deutsche Landwirte bei der Planung ihres Düngereinkaufs berücksichtigen. Außerdem sind am Weltmarkt nicht nur die Harnstoffpreise gefallen sondern auch für Phosphordünger und zuletzt sogar für Kali gingen die Preise kräftig zurück.
 
Auch interessant