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Produktion und Förderung

Harnstoff/Spotmärkte: Preise bröckeln wieder

von , am
18.03.2013

Die Harnstoffpreise haben an den internationalen Spotmärkten im Februar etwas zugelegt. Der Anstieg fiel jedoch kleiner aus als Hersteller und Analysten erwartet hatten.

Wieviel kostet die Tonne Harnstoff im Vergleich zu anderen Düngern? © Mühlhausen/landpixel
Grund für den Preisanstieg im Februar waren die bevorstehenden Feldarbeiten in Europa und Nordamerika und der üblicherweise damit verbundene Nachfrageschub. Doch offenbar war das Angebot groß genug um die größere Nachfrage zu bedienen. In der Folge gaben die Preise sowohl am Schwarzen Meer als auch im Baltikum wieder nach.

In Ägypten ist Erdgas knapp

Eine Ausnahme bei der Preisentwicklung bildete zuletzt der für die europäischen Einkäufer wichtige Anbieter Ägypten. Dort hatten die Probleme bei der Versorgung der Harnstoffwerke mit dem für die Produktion notwenigen Erdgas zu einer Drosselung der Produktion und zu einem kräftigen Preisanstieg geführt. Die robuste Nachfrage aus Europa sorgte für einen zusätzlichen Preisschub. Anfang März gaben jedoch auch in Ägypten die Kurse wieder nach.

Preise in den USA derzeit stabil

In den USA sind die Harnstoffpreise trotz der erwarten Anbauexpansion bei Mais und Soja zuletzt nicht gestiegen. Grund war zum einen der sich verzögernde Beginn der Feldarbeiten durch Schnee und Eis und zum anderen die deutlich gefallenen Preise für Getreide und Soja. Außerdem ist in den USA die energetische Grundlage für Harnstoffproduktion extrem billig.

Preise in Deutschland nur leicht gestiegen

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Auch in Europa und Deutschland dürfte der verzögerte Beginn der Feldarbeiten durch den Wintereinbruch im März die Nachfrage nach Harnstoff ebenso beeinflussen wie die fallenden Getreidepreise. Mitte März lagen die Importpreise für Harnstoff (granuliert) an den deutschen Ostseehäfen bei etwa 400 Euro/t. Damit waren die Preise in den letzten beiden Monaten um rund zehn Euro je Tonne gestiegen.
 
Auch die deutschen Preise werden sich der weiteren Entwicklung an den internationalen Spotmärken nicht entziehen können. Kurzfristig sieht es aber eher nach einer Seitwärtsbewegung, mittelfristig jedoch nach rückläufigen Preisen aus. Dafür dürfte auch das im Jahresverlauf eher noch etwas größer werdende Angebot sorgen. 
 

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