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Energiekrise und Heizkosten

Mit Heizöl heizen - ist viel billiger als mit Gas: Ölheizung behalten

Alte Ölheizung.
am Mittwoch, 28.09.2022 - 16:30 (3 Kommentare)

Wer seine Ölheizung nicht abgeschafft hat, kann sich freuen. Mit Heizöl heizen, ist deutlich billiger als mit Gas. Man spart mehr als 1000 Euro im Jahr. Tendenz steigend.

heizöl.

Eigentlich war die Ölheizung ja ein Auslaufmodell. Und sie sollte längst abgeschafft werden. Doch nun sind viele Verbraucher und Landwirte froh, nicht so voreilig gewesen zu sein. Jetzt rettet die alte Ölheizung viele Menschen über den Winter und die Energiekrise.

Zwar ist auch Heizöl nicht gerade billig. Doch wie die explodierenden Gas- und Strompreise zeigen: Das Heizen mit Öl ist deutlich günstiger als mit Gas und erst recht als mit Strom. Außerdem kennt man seine Kosten und man braucht keine Strom- oder Gasabschaltung fürchten.

Hinzu kommt: Wer mit Heizöl heizt, ist im Einkauf flexibel und kann je nach Marktlage zukaufen oder lieber noch abwarten. Außerdem folgen die Heizölpreise den globalen Ölpreisen und die fallen gerade drastisch (im Unterschied zu den Gas- und Strompreisen).

Heizöl weist im Vergleich zu anderen Brennstoffen zudem eine sehr hohe Energiedichte auf, sagen Heizungsexperten. Während Öl-Brennwertheizungen einen Wert von 9,8 bis 10,6 kWh pro Liter erreichen, liegt der von Gas je nach Methananteil zwischen 8,4 und 13,1 kWh pro Kubikmeter, sagen Heizungsexperten. Bei Flüssiggas kommt man dan auf einen Heizwert von etwa 6,6 kWh je Liter.

Heizen mit Öl ist rund 30 % günstiger als mit Gas

Aktuell kosteten 100 Liter Heizöl bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern rund 154 Euro bzw. insgesamt 4.620 Euro. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh entspricht dies jährlichen Kosten von rund 3080 Euro. Damit haben sich auch die Heizkosten mit Öl auf Jahressicht mehr als verdoppelt. Doch bei Gas und Strom ist die Preisdynsmik noch sehr viel stärker.

Ende August lagen die bundesweit durchschnittlichen Gaskosten für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bei 4.263 Euro, hat das Vergleichsportal Verivox ausgerechnet. Vor zwölf Monaten (und damit vor dem Beginn der Gaskrise) lagen die Durchschnittskosten gerade einmal bei 1.257 Euro. Das bedeutet Mehrkosten von 3006 Euro!! und einen Anstieg von 239 Prozent.

Das Heizen mit Öl ist damit trotz des deutlichen Preisanstiegs fast 30 % billiger als das Heizen mit Gas. Verbraucher sparen knapp 1200 Euro pro Jahr. Kommen beim Erdgas noch weitere absehbare Preiserhöhungen und die Gasumlage hinzu, lägen die jährlichen Gesamtkosten dann bei bis zu 4758 Euro, sagt Verivox, was einer Preissteigerung von 278 Prozent entspräche.

Dann hätten sich die Gaspreise im Vergleich zum August 2021 fast vervierfacht – und das Heizen mit Heizöl wäre rund ein Drittel billiger als Gas.

In eine Ölheizung investieren – ist teuer, aber möglich

In Deutschland haben Ölheizungen trotz der immer strengeren Auflagen immer noch eine große Bedeutung. Die Deutsche Energie-Agentur (DENA) sagt, dass in gut einem Fünftel aller deutschen Gebäude Ölheizungen stehen. Andere Quellen sagen, die Anteile der Ölheizungen liegen sogar noch bei einem Viertel alleer Heizungen. Gasheizungen kommen auf einen Marktanteil von knapp 50 %.

Angesichts der aktuellen Preisentwicklung bei Gas und Strom und der unsicheren Versorgungslage, dürften viele Menschen, die ihre alte Ölheizung abschaffen wollten, sie auf jeden Fall länger behalten  oder vielleicht sogar noch einmal investieren. Möglich ist etwa die Modernisierung einer älteren Öl-Heizung in eine Öl-Brennwertheizung, mit einem deutlich höheren Wirkungsgrad.

Heizungs-Experten sagen, dass der Wirkungsgrad bei den älteren sogenannten Konstant-Temperaturkesseln höchstens 70 Prozent erreicht. Eine Öl-Brennwertheizung schneidet dagegen erheblich besser ab. Doch ein Umbau ist relativ teuer und kostet bis zu 10.000 Euro. Aber Investitionen in andere Heizungsarten und Brennstoffe kosten ebenfalls Geld.

Möglich ist ein Modernsierung auf jeden Fall. Denn: Hauseigentümer dürfen noch bis Ende 2025 eine neue Ölheizung einbauen. Noch länger gilt das für Gebäude, in denen keine alternative Wärmeerzeugung als mit Öl möglich ist. Dann dürfen Ölheizungen sogar über das Jahr 2026 hinaus eingebaut werden. Also nochmal gründlich nachdenken und nachrechnen.

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