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Energiekrise und Heizölpreise

Heizölpreise fallen weiter – riesige Nachfrage und lange Lieferzeiten

Heizöllieferung.
am Dienstag, 27.09.2022 - 15:45 (Jetzt kommentieren)

Bei Heizöl fallen die Preise immer weiter. Allein im September hat sich Heizöl im um 9 % verbilligt. Im Norden ist Heizöl allerdings deutlich billiger als im Süden Deutschlands.

heizölpreise aktuell.

Am Dienstag kostete Heizöl im Bundesmittel 154,9 Euro je 100 Liter, berichtet der Branchendienst Tecson. Auf dem inländischen Heizölmarkt setzte sich der Preisrückgang damit auch am Dienstag fort, nachdem die Heizölpreise bereits am Montag deutlich gefallen waren.

Heizölhändler melden für Dienstag mehrheitlich Verbilligungen im Bereich von 1,7 bis 2,7 Cent je Liter. Am Montag waren die Preise um bis zu 3,0 Cent gefallen.

Die Bestellaktivität war beim Heizöl bereits Ende der vorigen Woche extrem hoch gewesen, so dass in fast allen Regionen mit Lieferzeiten von 3 bis 6 Wochen zu rechnen ist, sagen die Marktbeobachter von Tecson.

Allerdings haben viele Verbraucher ihren Wintervorrat an Heizöl bereits gekauft.

Im Norden Deutschlands ist Heizöl deutlich billiger als im Süden. Die Gründe für die großen Preisunterschiede sind offenbar die gleichen, wie bei Diesel.

In Hamburg kostet eine Lieferung von 3.000 Liter Premium Heizöl EL (extra leicht + schwefelarm) am Dienstag 147,32 Euro pro 100 Liter bzw. in der Gesamtsumme rund 4.420 Euro, berichtet der Hamburger Heizölhändler Louis Hagel.

Nachfrageboom und lange Lieferfristen

Im Vergleich zur vorigen Woche hat die Anzahl der Bestellungen am Montag sprunghaft um 35 Prozent zugenommen, berichtet der Branchendienst Heizöl24. Am Dienstag wurde dann nochmals 30 Prozent mehr Heizöl bestellt als am Tag zuvor.

Allerdings war die die Nachfrage in der vorigen Woche mit dem Anstieg der Preise zur Wochenmitte auch deutlich eingebrochen, berichteten verschiedene Händler.

Mit den fallenden Preisen zieht die Nachfrage nach Heizöl nun aber wieder kräftig an. Im langfristigen Vergleich beobachtet Heizöl24 zu diesem Termin sechsmal so viele Interessen und doppelt so viele Bestellungen.

Marktbeobachter befürchten allerdings ein baldiges Ende des Preisrückgangs bei Heizöl. Der Grund: Die weiteren Sanktionen gegen Russland. Sie verbieten ab Dezember auch den Rohölimport aus Russland in die EU per Schiff. Ab Februar sollen dann auch Ölprodukte wie Heizöl nicht mehr per Schiff aus Russland nach Europa kommen dürfen.

Vieles wird jedoch auch von der weiteren Entwicklung der globalen Rohölpreise abhängen - und die sind allein im September um 20 % gefallen. Da ist wohl auch für die Heizölpreise noch ordentlich Luft nach unten.

Wer jetzt Heizöl kaufen will oder muss, sollte sich aber auf ziemlich lange Lieferfristen einstellen. Bei aktueller Bestellung bekommt man sein Heizöl meist Anfang bis Mitte November und teilsweise auch erst im Dezember.

Bei sehr kurzfristigem Bedarf, kann es für die Kunden zu erheblichen Express-Zuschlägen kommen, sagen Händler.

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