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Produktion und Förderung

Herbizideinsatz im Mais: Den optimalen Termin abpassen

© landpixel
von , am
15.05.2013

Nachdem der Mais im Boden ist, gilt es die Jugendentwicklung abzusichern. Dafür ist eine durchdachte Herbizidstrategie nötig. Dabei kommt es vor allem auf den optimalen Zeitpunkt der Applikation an.

Ohne Unkrautbekämpfung kann sich der Mais nicht erfolgreich entwickeln. © Moonlight/aboutpixel.de
Die Maisaussaat ist beendet und die Bestände laufen in den meisten Regionen gut auf. Nun gilt es, die Jugendentwicklung des Maises mit einer an den Standort angepassten Herbizidstrategie abzusichern. Dazu hat KWS in einer Pressemitteilung Tipps zusammengestellt.

Ertragsverluste durch Unkrautkonkurrenz

Auf einem Quadratmeter stehen circa acht bis zehn Maispflanzen in Konkurrenz mit manchmal mehreren hundert Unkrautpflanzen. Da die Jugendentwicklung des Maises langsam verläuft, kann es schnell zu Konkurrenzsituationen kommen. Bereits im 6 Blatt-Stadium beginnt der Mais mit den ersten Kolbenanlagen und der Vegetationskegel erreicht die Höhe der Bodenoberfläche. Gleichzeitig erhöht sich die Benetzbarkeit der Maisblätter, da die Wachsschicht ihre Struktur ändert. Diese sensible Phase muss bestens geschützt werden.
Optimalen Zeitpunkt für die Applikation nutzen
 
Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Unkrautkonkurrenz in der Phase von 3 bis 8 Blattstadium irreversible Ertragsverluste verursacht. Daher ist der bestmögliche Applikationszeitpunkt für ein optimales Ausschöpfen des Ertragspotentials entscheidend. Viele Argumente sprechen für einen Einsatz im 2 bis 4 Blattstadium: bester Zeitpunkt für die Kombination von blattaktiven- mit Bodenherbiziden, damit eine Applikation ausreicht noch keine Ertragsverluste durch die Unkrautkonkurrenz abweisende Wachsschicht des Maises reduziert die Aufnahme von Herbiziden keine gegenseitige Bedeckung von Unkräutern und Mais ermöglicht eine optimale Benetzung.

Herbizid gründlich auswählen

Für viele Betriebe liegt dieser kurze Zeitraum in einer sehr arbeitsintensiven Zeit. Daher sollte die Herbizidauswahl eine möglichst hohe Flexibilität ermöglichen, was im Umkehrschluss die Schlagkraft erhöht.
Diese wird durch folgende Faktoren beeinflusst:
  • Verträglichkeit - kann das Produkt auch bei kritischen Witterungsbedingungen eingesetzt werden?
  • Regenfestigkeit - ermöglicht eine Applikation auch bei unbeständiger Witterung
  • Wirkungsgeschwindigkeit- beseitigt schnell den Konkurrenzdruck, auch wenn das optimale Zeitfenster für die Unkrautbekämpfung verpasst wurde.

Hirse unter Kontrolle halten

In langjährigen Versuchen zeigte sich im Durchschnitt bei Hühnerhirse mehr als 60 Prozent Ertragsverlust und bei der Borstenhirse über 40 Prozent Ertragsrückgang, wenn diese nicht bekämpft wurden. Auch die Fingerhirsen scheinen in den Maisregionen auf dem Vormarsch zu sein. Ein möglichst hoher Bekämpfungserfolg gegen Hirsen ist stets anzustreben, um das Samenpotenzial im Feld nicht zu erhöhen. Daher sollten die Aufwandmengen der Herbizide bei einer einmaligen Applikation nicht reduziert werden. In einigen Regionen ist der Hirsedruck allerdings bereits so stark, dass eine einmalige Herbizidapplikation die mehreren Auflaufwellen nicht mehr kontrollieren kann. In diesen Fällen sollte die erste Applikation im Stadium des Maises BBCH 11-12 erfolgen, wenn die Hirsen 1-2 Blätter haben. Die Nachläufer können dann mit einer Applikation im BBCH 14-15 erneut bekämpft werden.
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